Auf dem ganzen Weg vom Gasthaus hier raus in den Wald hat Rowan allein auf diese Frage gewartet, sie gleichzeitig aber auch zum Teufel gejagt. Und sie gefürchtet. Er seufzt, wird er doch nicht darum herum kommen, es Darren eines Tages zu erzählen, wenn er wirklich noch eine Chance mit ihm haben will.
Ich bin einfach gelaufen. Weggelaufen. Ich konnte nicht bleiben, wo ich doch denke, dass du ohne mich besser dran wärst. Und wo ich es nicht mehr ertragen konnte, meinen Vater zu sehen.
Die Frage, ob Darren weiß, wie es ihm geht, wie es seiner Schwester geht, liegt ihm auf der Zunge, doch er wagt nicht, sie auszusprechen. Stattdessen schiebt auch er seine Hände in die Taschen, vor allem, um dem Drang zu widerstehen, Darren zu berühren und ihm näher zu sein. Seine Kraft zu brauchen, wenn er ihm das alles erzählt.
Wie gesagt, ich bin davon gelaufen. Und erst wieder stehen geblieben, als ich nicht mehr wusste, wo ich bin. Das war hier im Wald.
Er blickt sich andächtig um.
Das schien mir perfekt. Abgeschieden. Nicht begrenzt. Alleine, wie ich es verdient zu haben glaubte.
Sein Gesicht verzieht sich kurz schmerzhaft, bevor es sich mit einem Leuchten zu einem Lächeln verzieht, als die Erinnerung an Raik folgt.
Aber ich bin nicht einmal halb so gut im alleine sein, wie ich dachte. Ein paar Tage darauf bin ich in eine Falle gelaufen. Die hat bis heute noch Narben hinterlassen. Zum Glück gehörte sie nur Raik, nicht irgendeinem Wildfänger. Nungut, vielleicht ist das auch ein und dasselbe. Auf jeden Fall hat er mich nicht gegessen, mir sogar mit seinem Fuß geholfen. Und ich habe ihm alles erzählt. Vielleicht lag es an den Schmerzmitteln, die er mit Tage lang verabreicht hat, aber in diesen Tagen konnte ich zum ersten Mal klar über alles nachdenken. Und ich war mir sicher, das Richtige getan zu haben.