Kaiserreich
Drachenstein

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Beichte

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Ziemlich zufrieden mit den letzten Wochen seiner oder besser gesagt ihrer Reise kehrt Marius schließlich mit Amelia nach Rosener zurück.

Noch immer kann Amelia kaum glauben, Hand in Hand mit Marius nach Rosener zurück zu kehren. Sie hat sich viel von dieser Reise erwartet, hauptsächlich, sich Marius erklären zu können. Aber dass das gleich so fabelhaft enden wird, hätte sie nicht gedacht. Hoch erhobenen Hauptes und zufrieden mit der Amelia, die sie mittlerweile dank ihm, dank Jayden und nicht zuletzt dem kleinen, schmerzhaften Zwischenfall in Rosener geworden ist, freut sie sich darauf, Jayden und Gideon wieder zu sehen. 

Marius erfasst sogleich eine riesige Welle Heimweh, wie er es die ganze Reise über nicht verspürt hat, als er Rosener vor sich aufragenden sieht. Gideon ist seine Familie. Mina ist seine Familie.
Bist du bereit? An meiner Seite nach Rosener zurück zu kehren, meine ich.

Oh ja, das bin ich. Ich freue mich unheimlich darauf. 

erwidert Amelia säuselnd und drückt Marius' Hand. 

An deiner Seite gehe ich, wohin auch immer du mich führst, mein Schatzmeister. 

Marius drückt sanft Amelias Hand zurück und bittet den Kutschfahrer, sie bereits hier heraus zu lassen, sodass sie die letzten Meter zum Schloss zu Fuß gehen können. Marius nimmt also ihre Taschen und Koffer und reicht Amelia dafür die Mappe mit seinen wichtigsten Aufzeichnungen. Dann gehen sie durch die Stadt zum Schloss und Marius genießt den Duft von Rosener und allem in dieser wundervollen Stadt.

Amelia stöckelt neben Marius her wie die Kaiserin persönlich. Sie fühlt sich äusserst wichtig, besonders mit Marius' Mappe in der Hand und ist sich sicher, dass sie von nun an nichts mehr aus der Bahn werfen kann. All die Wirrungen sind vorüber, von nun an spielt sie mit offenen Karten und hat auch keine Angst davor. 

Als sie das Schloss erreichen, fühlt sich Marius wie neu geboren, doch seine Freude wird von den Geschehnissen der letzten Wochen gedämpft. Gideon hat ihm alles in seinen Briefen erzählt. Mina ist ein paar üblen Attentaten entgangen, doch die Wogen scheinen sich geglättet zu haben. Sie ist wieder im Schloss und wohl auf. Das ist mehr als beruhigend für Marius.

Amelia hat die rege Korrespondenz zwischen Marius und Gideon zwar mitbekommen, hat sich aber bislang nicht übermässig neugierig gezeigt. Die Königin hängt ihr nicht wirklich am Herzen, selbst wenn sie ihrem Schatzmeister viel bedeutet. Viel mehr hätte sie wohl interessiert, was aus Gideon und Jayden geworden ist. Aber sobald sie in Rosener sind, wird sie die beiden oder.. zumindest einen davon.. ohnehin bald wieder sehen und dann bleibt noch genug Zeit, um Neugierigkeiten auszutauschen. 

Himmel, ich hatte ganz vergessen, wie elegant und prachtvoll dein Zuhause aussieht..

flötet sie begeistert und reckt das Kinn noch etwas weiter in die Höhe.

Marius grinst vorfreudig, als er Amelia mit sich ins Schloss führt. Er kann es kaum erwarten, seinen Bruder und seine Cousine wiederzusehen.
So lange du nicht vergessen hast, wie prachtvoll ich bin…
Bei seinen Worten grinst er leicht versaut und hätte ihr vermutlich einen Klaps auf den Hintern gegeben, wären seine Hände nicht von Koffern in Anspruch genommen.
Bei den Göttern, was Gideon wohl sagen wird, wenn er uns beide zusammen sieht?

Wie könnte ich das je vergessen.. 

trällert Amelia amüsiert und wirft Marius einen vielsagenden Blick zu. 

Jubeln natürlich. Er wird sich freuen wie ein kleines Kind, unser Sonnenschein.

antwortet sie dann auf seine Frage und seufzt. Wie es Gideon wohl mit Jayden ergangen ist? Sie würde Marius gerne die ganze Geschichte erzählen, aber sie wurde ihr anvertraut. Und er will keine Geheimnisse hören, die nicht für seine Ohren bestimmt sind. 

Marius grinst breit, ist sich aber nicht ganz so sicher, was Gideons Reaktion betrifft. Aber wie es aussieht, werden sie es bald erfahren. Am Ende des Ganges finden sie nämlich eine Truppe von Gardisten vor, die scheinbar gerade zur Wache eingeteilt werden. Von keinem geringeren als seinem Bruder.
Gideon Chamberlain!
tönt Marius durch den Gang und sogleich fahren alle Wchmänner zu ihm herum. Die Augen seines Bruders leuchten auf.

Ein Grinsen schleicht sich auf Gideons Züge, als er seinen Bruder am anderen Ende des Ganges zu sehen bekommt. Er drückt dem nächsthöchsten Offizier den Plan in die Hand und macht sich sogleich auf den Weg zu seinem Bruder. Doch sein Lächeln weicht sogleich etwas, als er Amelia an dessen Seite erblickt. Bilder tauchen sofort vor seinem inneren Auge auf. Sie und… Jayden. Er schüttelt den Kopf, kaum merklich, um sie zu verscheuchen.

Bruderherz!

Amelia bleibt freundlich lächelnd neben Marius stehen und beobachtet, wie Gideon sich nähert, ihr nur einen kurzen Blick zuwirft und sich dann um seinen Bruder kümmert. Sie versteht keineswegs, weshalb er sie nicht ebenfalls anspricht, immerhin sind sie so etwas wie Freunde oder Vertraute geworden während ihres Briefverkehrs. Aber anmerken lässt sie sich nichts davon.

Die Brüder beginnen sogleich, die letzten Wochen miteinander auszuwerten, wobei Marius die ganze Zeit über Amelias Hand hält. Dass Gideon sie nicht wahrzunehmen oder einfach zu ignorieren scheint, entgeht auch ihm nicht.
Was ist los, Gideon?
fragt er deswegen nach einer Weile und blickt seinem Bruder direkt in die Augen.

Was meinst du?

fragt der Angesprochene sofort mit Unschuldsmiene, doch sein Blick, der sogleich zu Amelia hinüber huscht, verrät mehr. Dennoch scheint er nicht darauf eingehen zu wollen, was sein Groll gegen sie verursacht hat. Denn sie sollte es nur allzu gut wissen.

Amelia allerdings spielt weiter den Unschuldsengel. Darin ist sie gut, sie fächelt sich hin und wieder mit dem Fächer etwas Luft zu und sieht so freundlich und gut gelaunt aus, wie immer. Schliesslich hat sie noch immer keine Ahnung, ob Jayden Gideon erzählt hat, dass sie von den beiden weiss, oder nicht.

Als Marius nichts erwidert, sondern Gideon nur weiter missmutig mustert, gibt dieser einen beleidigten Ton von sich, schüttelt seinen eigenen Missmut jedoch gleichzeitig ab.
Nichts. Wirklich. Ich freue mich, dass du wieder hier bist. Und ich freue mich für dich, dass du in Begleitung kommst.
Tatsächlich lächelt er Amelia kurz zu, aber nicht übermäßig lang. Dann wendet er sich ab.
Dein Zimmer steht dir wie immer zur Verfügung, Bruder. Ich nehme an, Amelia wird kein eigenes brauchen?

Da Gideon sie noch immer nicht direkt anspricht, schweigt Amelia auch diesmal. Er ignoriert sie? Ausgerechnet sie? Nun gut. Das kann sie auch. Problemlos. Sie fächelt weiter Luft und präsentiert ein makelloses Lächeln. 

Marius wirft Amelia einen entschuldigendem Blick zu und deutet ihr mit dem Kopf, Gideon zu folgen, wie er es auch tut. Er versteht nicht, was in seinem Bruder vorgeht, doch es ist ihm gerade auch egal. Zumindest redet er es sich so ein. Marius ist wieder zuhause. Mit seiner Liebsten. Das reicht ihm für den Moment.
Ja, so dir es. Sie wird bei mir unter kommen.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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