Kaiserreich
Drachenstein

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Ein Fremder vor den Toren

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Car Thûlor 28.08.2018, 22:53

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Er blickte sie interessiert an.

»Das muss euch nicht leid tun, aber ich danke Euch. Habt ihr eine ähnliche Erfahrung gemacht?«

Eilonwy 29.08.2018, 08:20

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Eilonwys Gesicht ziert ein bitteres Lächeln, ihr Blick wird geistesabwesend während die Erinnerungen hochkommen, zwanghaft reißt sie ihren Blick vom Tisch und sieht Car an. 

»Ich bin mir nicht sicher ob sie ähnlich ist, meine Eltern hielten es für eine gute Idee den Stamm zu verlassen und mit mir in den Wäldern an der Grenze von Arldroy zu wohnen, bis …sie ermordet wurden und ich fliehen musste. Ich hab meinen alten Stamm nie wiedergefunden.«

Kurz blickt sie in ihren Kelch und in die rote Flüssigkeit, trank einen guten Schluck und sah Car wieder an.

»Wie war es bei Euch?«

Car Thûlor 29.08.2018, 10:19

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»Bei uns im Dorf gab es ein Gemetzel…«

Er senkt kurz den Blick und hebt ihn dann wieder.

"Ihr habt sicher schon von der Brutalität der Orks gehört, wie es so schön heißt…
Nun, ich war noch recht klein und streifte durch einen umliegenden Wald ohne zu bemerken, dass ich eine Patrouille hinter mir hatte, die einem feindlichen Stamm gehörte. Ich führte sie quasi direkt in unser Dorf, welches eigentlich recht gut verborgen war. Dort kam es zum Kampf und die meisten aus dem Dorf wurden getötet. Die wenigen Überlebenden verstießen mich, weil ich einen so törichten Fehler gemacht hatte.
Die damals naheliegendste Frage war für mich »Warum töten sie mich nicht einfach?«, aber vermutlich dachten sie es sei grausamer, wenn ich alleine in der Wildnis umkomme. Ich schaffte es zu überleben, weil meine Eltern mir dies zuerst beigebracht hatten…"
Er hielt kurz inne und überlegte, ob diese Erklärung ausreichte, oder ob er die ganze Geschichte erzählen sollte.

»Nun… ich wuchs danach woanders auf und wurde quasi zum Einzelgänger.«
Er hob seinen Kelch und trank, abwartend, was Königin Eilonwy antworten würde.

Eilonwy 29.08.2018, 13:48

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Eilonwys Gesichtszüge entgleisen, während Car spricht, völlig sie kann nicht fassen, was er durchgemacht haben muss, kann wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz verstehen, wie es ihm ging. Denn er hatte eine große Bürde zu tragen, in so jungen Jahren. Dabei war es doch garnicht seine Schuld gewesen. 
Als er geendet hat, trinkt sie erstmal einen großen, sehr in der Kehle brennenden Schluck Wein, der schafft Klarheit. 
Schließlich schüttelt sie ungläubig den Kopf. 

»Das ist doch nicht richtig, das…das ist auf keinen Fall eure Schuld gewesen. Ihr wart doch ein Kind und ihr, ihr konntet doch garnicht wissen, das ihr in eine Falle getappt sein.«

Car Thûlor 29.08.2018, 13:56

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Car Thûlor sieht die entsetzte Elfe nüchtern an und zuckt die Schultern.

»Für euch muss die Zeit damals sicher auch schlimm gewesen sein… Als Ork allerdings, und damit möchte ich nicht angeben, wächst man mit einer Nähe zur Brutalität und Gewalt auf. Je nach Region stehen Clan- und Überlebenskämpfe auf der Tagesordnung. Hinzukommt, dass wir dafür bekannt sind nicht gerade in lebensfreundlichen Gegenden zu leben.«
Er versucht sie aufmunternd anzulächeln und zwinkert ihr zu, ganz in der Hoffnung, dass die Königin dadurch etwas beruhigt wird.

»Was die Schuldfrage angeht, kann man unter Orks sicher darüber streiten, aber ich habe mir angewöhnt nicht mehr darüber nachzudenken, weil es eh nicht mehr zu ändern ist. Ich zog weiter und lernte, wodurch ich letztlich heute so bin, wie ich bin.«

Eilonwy 29.08.2018, 14:09

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Eilonwy nickt langsam, es scheint als sei der Umgangston bei den Orks rauer, das ist für sie gewöhnungsbedürftig, jedoch scheint es so wie Car es erzählt, für alle in Ordnung zu sein in seinem Clan. Sie kann sich das kaum vorstellen, wenn es bei den Elfen so zu gehen würde. Das würde wohl mit der Freundlichkeit und Ausgelassenheit ihres Stammes kollidieren. 
Und wie es aussieht, hat es Car wohl im Endeffekt nicht geschadet, ein Einzelgänger zu sein. 
Eilonwy lächelt sanft, ihr hatte es ebenfalls nicht geschadet. 

»Nun, das ist eine sehr gesunde Denkweise, Car. Aber eine Sache interessiert mich noch: Was hättet ihr getan, wenn ihr das Artefakt nicht gefunden hättet, wohin hätte Euch euer Weg geführt?«

Car Thûlor 29.08.2018, 14:35

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Der Ork nickte langsam und bedächtig, während er über diese Frage nachdachte. Währenddessen sah er Eilonwy in ihre Augen.

»Das ist eine interessante Frage. Nachdem ich in Vincaster ankam streifte ich erst einmal durch die Gegend und nahm die Eindrücke der Landschaft in mich auf. Einen großen Plan hatte ich vorläufig nicht.«

Eilonwy 29.08.2018, 14:45

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Eilonwy beißt ein großes Stück vom Hähnchen ab, während Car nachdenkt, dann schluckt sie den riesigen Brocken Fleisch herunter und wird sich dann erst bewusst, das sie ganz vergessen hatte, das sie als Königin Manieren zeigen sollte. Mit einem großen Schluck Wein, den sie hinterher schüttet, sieht sie anschließend den Ork an und lächel freundschaftlich. 

»Ich bin ganz froh darüber das Ihr hier seid und etwas Abwechslung und Aufregung nach Vintor brachtet.«

Car Thûlor 29.08.2018, 14:58

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»Vortrefflich formuliert. Ich weiß nicht, ob es euch heimlich berichtet wurde, aber ich hatte anfangs die Stadt eine Zeit lang beobachtet, um die Lage einschätzen zu können. Es ist häufiger mal klug die Lage zu analysieren, bevor man einfach drauf losprescht, wurde mir beigebracht. Ich bin ganz froh, dass ich besser empfangen wurde als gedacht. Damit möchte ich niemandem hier Unrecht tun, aber es gibt doch überall ein paar Leute, die Orks doch eher gering schätzen… freundlich formuliert.«

Er nahm einen weiteren Schluck und verzehrte den Rest seiner Speisen auf dem Teller.

Eilonwy 29.08.2018, 15:47

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Eilonwy beginnt plöztlich zu lachen und schüttelt den Kopf.

»Es ist gut zu wissen, das es da scheinbar eine Sicherheitslücke in meinem System gibt, die es gilt zu schließen. «

Sie prostet Car zwinkernd zu.

"Ich bin absolut eurer Meinung, Car. Geduld ist eine Tugend die Wir scheinbar Beide ganz gut verinnerlicht haben. 
In meinem Schloss kann ich Euch absolut versichern, das Euch niemand mit Hohn oder Geringschätzung begegnen wird."

Car Thûlor 29.08.2018, 16:00

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»Das höre ich gerne, Eure Majestät«

Er erwidert den Toast der Königin und blickt sie dann gedankenverloren an. Es entsteht eine kürzere Pause, die aber beiden Anwesenden nicht unangenehm zu sein scheint.

»Ich hätte noch eine Frage bezüglich der Reise zur Akademie. Werdet nur Ihr mitkommen oder nehmt Ihr Geleitschutz mit? Die Gegenden können durchaus rau werden und es gibt immer wieder üble Gestalten unterwegs, obgleich ich Euch durchaus zutraue mit Banditen fertig zu werden.«

Eilonwy 29.08.2018, 16:44

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Eilonwy überlegt kurz und sieht in ihren Kelch, sie beobachtet einige Zeit die Bewegungen des Weins, ehe sie aufsieht und Car nachdenklich ansieht.

"Das ist allerdings eine berechtigte, gute Frage, Car. Mir steht zwar Magie zur Verfügung und ich bin eine ausgezeichnete Schwertkämpferin, dennoch habt Ihr Recht. Es wäre zu gefährlich, diese Reise zu unterschätzen. 
Ich tendiere dazu zwei meiner Leibgarden mitzunehmen, die aber natürlich auch gleichzeitig für euren Schutz sorgen werden. Yorden habt Ihr ja schon kennengelernt und Freya ist mit großer Sicherheit gerade draußen und übt sich im Schwertkampf mit den Wachen. Sie ist…impulsiv. Ich denke aber, das die Reise interessant werden dürfte."

Eilonwy lässt das Gesagte im Raum hängen und schmunzelt ein wenig, bei der Vorstellung wie Freya auf car reagieren würde.

Car Thûlor 29.08.2018, 17:05

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»Diese Entscheidung dürfte nicht verkehrt sein. Lasst Euch aber gesagt sein, dass ich schon auf mich aufpassen kann.«

Er zwinkert der Königin kurz zu.

»Selbst Orks ohne Waffen sind gefährlicher als man vielleicht im ersten Moment glauben mag. Und meine Waffe weiß ich sehr gut zu nutzen.«
Ob dies zu sagen sonderlich schlau war, wusste er nicht. Allerdings hegte er keinen Zweifel an einem gewissen Vertrauen zwischen der Königin und ihm selbst. Er war bei seiner Ankunft nicht durchsucht worden und hatte nach wie vor seinen langen Mantel übergelegt, wodurch seine Waffe nicht direkt sichtbar war. Andererseits hatte er den Wachen wenig Grund gegeben eine Bedrohung in ihm zu sehen und er hatte bisher, seiner Einschätzung nach, eine gute Etikette vorgelegt und sich höflich zu benehmen gewusst, so wie er es von einem Freund gelernt hatte.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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