Kaiserreich
Drachenstein

Zur Navigation

Gebrochen

3.472 Aufrufe, 441 Beiträge.

Amelia schenkt diesem griesgrämigen Taugenichts-Bruder einen angewiderten Blick, doch als Marius zu ihr zurück kehrt, ist sie mehr als konsterniert. Weshalb ist er so freundlich? Doch selbst wenn sie ihm nicht traut – welche andere Wahl hat sie? Sie schluckt ihren bissigen Kommentar hinunter und nickt dann.

Ihr wärt auch von Sinnen, würdet Ihr mir so direkt eingestehen, ein Serienmörder zu sein. Welcher Tunichtgut würde sich schon als solcher empfehlen..

Doch trotz ihrer Worte lächelt sie ihn an, als wäre er gerade zu ihrem persönlichen Helden aufgestiegen. Zumindest gegenwärtig.

Marius Chamberlain 21.02.2017, 09:21

22 zitieren melden

Marius ignoriert ihre Worte, denn ihr Lächeln ist Entschuldigung genug. Er bietet ihr seine Hand an, um ihr aufzuhalten, während Gideon nur verständnislos den Kopf schüttelt.

»Das ist doch nicht dein Ernst, oder?«
fragt Gideon genervt, doch Marius ignoriert auch ihn.

Denkt Ihr, Ihr könnt laufen?

Euer Bruder ist ein Sonnenschein.

merkt Amelia bissig und offensichtlich ironisch an, als sie sich von diesem Fremden auf die Füsse ziehen lässt. Dennoch bemüht sie sich, ihr Gehabe von nun an nicht mehr ganz so garstig und kratzbürstig zum Ausdruck zu bringen. Die beiden Herren sind augenblicklich ihre einzige Hoffnung. 

Und eine Dame läuft nicht. Sie schreitet galant und leichtfüssig wie eine Feder.

Ein weiteres Lächeln folgt, dann zwei tippelnde, schwankende Schritte, ehe sie sich hilfesuchend an Marius' Arm klammert. 

Sagt.. ist mein Antlitz sehr entstellt?

Marius Chamberlain 21.02.2017, 11:03

24 zitieren melden

Ja, das bekommt er oft gesagt.

erwidert Marius, ignoriert Gideon jedoch weiterhin, der seine geplante Bordelltour gerade in Gefahr sieht. Und das gefällt ihm gar nicht. Auf ihren weiteren Kommentar erwidert er nichts, wird ihr sicher nicht sagen, dass sie nicht gerade so aussieht, als würde sie jetzt schreiten können. Galant bietet er ihr seinen Arm an, führt sie in die entgegengesetzte Richtung, in die er eben noch gegangen ist. Auf ihre Frage hin mustert er sie kurz von der Seite, lächelt nicht, damit sie ihn nicht für sarkastisch hält. Denn ja, ihr Haar ist verwuschelt, ihre Kleider schmutzig, aber das tut ihrer Schönheit keinen Abbruch.

Nein, das finde ich nicht.
sagt er nur und wendet den Blick von ihrem Gesicht auf ihre Füße, die etwas ungeschickt voranschreiten. Während Gideon sich genervt und mit noch ein paar Beleidigungen abwendet, um sein Lieblingsbordell aufzusuchen, nimmt Marius Amelia auf die Arme.

Amelia kreischt überrascht auf, als Marius sie schwungvoll und mit offensichtlicher Leichtigkeit auf seine Arme hebt und will im ersten Augenblick nach ihm schlagen. Doch anstatt ihrem Instinkt zu folgen, legt ihm ihre Arme um die Schultern und klammert sich an ihn, obwohl sie noch nicht einmal seinen Namen kennt. Aber selbst ihr eigener ist ihr ja abhanden gekommen, also welche Wahl hat sie schon.. Sie sieht über seine Schulter hinweg, wie sich sein Bruder entfernt und noch während in ihrem Herzen eine ihr normalerweise völlig unbekannte Emotion aufsteigt, mustert sie ihren Retter verlegen von der Seite. 

Weshalb tut Ihr das für mich?

Marius Chamberlain 21.02.2017, 11:52

26 zitieren melden

Es fordert beinahe Marius' gesamte Konzentration, gerade zu laufen und Amelia nicht von seinen Armen verliert. Doch sie erleichtert ihm das alles sehr, indem sie sich an seinen Schultern festhält. Er mustert sie vorsichtig von der Seite, blickt jedoch weiterhin auf den Weg vor sich.

Ich würde niemals eine Frau in Not zurücklassen.
Mehr sagt er nicht, mehr ist auch nicht nötig.

Amelias Mund öffnet sich empört, doch sie schliesst ihn schnell wieder. Es ist käumlich abzustreiten, dass sie sich gerade tatsächlich in einer Notlage befindet. Selbst wenn sie diesem adretten Mannsbild, der sie netterweise chaperoniert, nicht gesagt hat, dass ihr Kopf nicht so funktioniert, wie er es tun müsste.

Die Emotion in ihrem Bauch wird intensiver. Was ist das? Es wird warm und fühlt sich an, als schulde sie diesem Fremden etwas. Doch wofür? Er trägt sie schliesslich freiwillig, sie hat ihn nicht darum gebeten!

Danke. Das ist.. wahrlich ehrenhaft von Euch.

Marius Chamberlain 21.02.2017, 12:27

28 zitieren melden

Marius schüttelt sanft den Kopf.

Ich tue das nicht für meine Ehre. Vielleicht aus Ehrgefühl, ja, das ist es vielleicht.
Er zieht angestrengt die Augenbrauen zusammen, als die Worte sich in seinem Kopf drehen.

Ich werde Euch mit zu mir nehmen. Dort könnt Ihr ausschlafen. Und morgen sieht die Welt bereits ganz anders aus.
Mit Amelia in seinen Armen geht er den Weg zum Schloss zurück. In ihrem Zustand mit ihm als einzige Stütze, wird er sie nicht an irgendeiner Gaststätte absetzen.

Mit… zu Euch?

wiederholt Amelia ungläubig und versteift sich ein wenig in seinen Armen. Himmel, sie kennt diese Mannsperson ja überhaupt nicht. Aber um ihre eigene Schwäche und den Mangel an Alternativen wissend, reisst sie sich nicht los sondern hält sich noch immer an seinen stattlichen Schultern fest. 

Ich habe offensichtlich keine Besitztümer, die ich Euch als Gegenleistung anbieten könnte, werter Herr. Dessen seid Ihr Euch doch bewusst, nicht wahr?

Marius Chamberlain 21.02.2017, 13:34

30 zitieren melden

Wie ich bereits sagte, geht es mir nicht um Ehre. Und auch nicht um Vermögen. Ich möchte kein Geld von Euch.

Ein wenig beleidigt ist er schon von ihrer Frage, aber er wertet sie lediglich als Schutzmaßnahmen, weswegen er schnell noch hinterher setzt:

Und auch nichts anderes. Nur Euer Wohlsein. 

Amelia kann Marius' Beweggründe in keinster Weise nachvollziehen. Er tut das.. aus purer Anteilname und Güte? Eine Weile starrt sie ihn an, als sei er nicht mehr Herr seines Intellektes. Dann breitet sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. 

Wer immer Ihr auch seid, werter Herr, es scheint mir, Fortuna hätte mich dank Euch doch nicht gänzlich verlassen. Seid Ihr ein Rittersmann?

Marius Chamberlain 21.02.2017, 14:36

32 zitieren melden

Nein, bin ich nicht. Mein Bruder schon eher. Aber er ist nicht so freundlich wie ich.

Marius lacht leise auf und ist sichtlich amüsiert von ihren Worten. Fortuna? Glaubt sie wirklich an so etwas wie Schicksal? Ist es dann sein Schicksal, ihr heute zu begegnen, nachdem die Liebe seines Lebens seine Verlobung abgelehnt hat. Und das noch ohne Worte. Wohl kaum. Dennoch wird er sie nicht einfach so sitzen lassen.

Kurz darauf durchqueren sie das Schlosstor, Marius ist erstaunt, wie lange er sie schon trägt. Aber gefühlt wiegt sie einfach nichts, trotz des zuvor konsumierten Alkohols. 

Würde es Euch etwas ausmachen, mir einen Gefallen zu tun, indem ihr möglichst leise seid, wenn ich Euch im Schloss heruntrage. Ich möchte nicht, dass Gerüchte aufkommen, ich würde wehrlose Frauen in meine Gemächer bringen.

Oh aber genau das tut Ihr doch.. Ich bin doch ein wehrloses Geschöpf… Und Ihr bringt mich in Eure Gemächer..

entgegnet Amelia und legt sich den Handrücken theatralisch an die Stirn. Dann lächelt sie beschwingt, presst ihre Lippen zusammen als Zeichen, von nun an nichts mehr zu sagen.

Marius Chamberlain 21.02.2017, 14:59

34 zitieren melden

Einen Moment bleibt Marius stehen, blickt sie amüsiert an, lächelt breit, bevor er sich wieder fasst und weiter geht. Sie haben das innere Schloss beinahe erreicht.

Oh, ich glaube nicht, dass Ihr so wehrlos seid. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass Ihr das gesamte Schloss zusammenschreien könntet. Nicht, dass ich Euch auf irgendwelche Ideen bringen will.
Marius nickt den zwei Wachen zu, als er an ihnen vorbei geht. Sie mustert ihn kurz, denn mit einer Frau auf den Armen wirkt er so gar nicht wie Marius Chamberlain. Aber Marius ignoriert ihre Blicke nur und trägt Amelia weiter durch das Schloss. Zum Glück begegnen ihnen nur ein paar Wachen. Er hat ja keine Ahnung, was er gesagt hätte, wenn er Julie oder Mina begegnet wäre.

Amelia krallt sich an den Schultern dieses Mannsbildes fest, als wäre er kein Fremder sondern ihre Grundfeste. Und sie hält Wort. Während er sie durch dieses Herrschaftsgebäude geleitet, spricht sie kein Wort mehr und sieht auch die Wachen nicht an. Stattdessen schliesst sie die Augen und ist unverdrossen bemüht, sich an etwas zu erinnern. Irgend etwas. Aber da ist nichts. Nichts bis auf jene Gasse und den Fremden.

Marius Chamberlain 21.02.2017, 15:51

36 zitieren melden

»Wir sind da,…«

Marius zögert, da ihm aufgeht, dass er noch immer nicht ihren Namen kennt. Er öffnet die Tür zu seinen Räumlichkeiten und trägt sie hinein. Dabei mustert er sie erneut, zumindest bis sie ihre Augen öffnet. Dann wendet er sofort seinen Blick ab.

Denkt Ihr nicht, es wäre gerecht, mir Euren Namen zu verraten, wenn ich Euch schon mein Gemach zeige?
Sein Gemach ist wirklich sehenswert, auch wenn es nicht gerade persönlich ist. Immerhin lebt er hört nur ein paar Wochen im Jahr. Einzig zwei Bilder von seinen Eltern zeigen, wem dieses Zimmer gehört. Er trägt sie hinein und lässt sie neben seinem Bett wieder auf den Boden runter.

Vielleicht solltet Ihr Eure schmutzigen Kleider ausziehen. Ich werde Euch etwas besorgen.

Amelia steht auf wackeligen Füssen neben Marius' Bett und sieht sich unverholen um. Die Unterkunft wirkt anheimelnd und behaglich, selbst wenn sie nicht gerade luxuriös ausgestattet ist. 

Das wäre es, gewiss doch.

entgegnet sie emotionslos und setzt sich auf die Liegestatt. Dann seufzt sie.

Die Wahrheit ist, jeder Name, den Ihr Euch ersinnt, könnte der meine sein. Er ist mir.. wie alles andere abhanden gekommen, also.. Nennt mich, wie es Euch beliebt, werter Rittersmann.

Sie sieht ihn noch einen klimpernden Wimpernschlag lang an, dann wendet sie den Blick ab und sieht hinunter auf ihre schmutzige Kleidung. Sie wurde nicht nur ihrer Habseligkeiten beraubt, sondern auch ihres Gedächtnisses und kann sich nicht einmal mehr daran erinnern, dieses Kleid bereits einmal zuvor gesehen zu haben.

Marius Chamberlain 22.02.2017, 09:05

38 zitieren melden

Marius lacht amüsiert auf und setzt sich, entgegen seiner Aussage, ihr Kleider beschaffen zu wollen, auf sein Bett. Er mustert sie eingehend, jedoch nicht anzüglich.

Wir kennen und seit einer halben Stunde und Ihr wollt mir Eure Namensgebung anvertrauen? Wollt Ihr nicht lieber selbst wählen? Etwas, das Euch gefällt?

Amelia lächelt ebenfalls, wenn auch sichtlich unsicher und fährt sich mit den Fingern durch das zerzauste Haarkleid. 

Ohne Euch läge ich noch in der Gosse und der Himmel weiss, welch Schindluderei mit mir getrieben worden wäre, hättet Ihr mich nicht errettet. Es erscheint mir angemessen, Euch auch die Namenswahl anheim zu stellen.

Marius Chamberlain 22.02.2017, 09:50

40 zitieren melden

Marius lächelt sanft.

Ihr schmeichelt mir sehr. Aber sagen wir lieber, ich habe Euch geholfen, nicht Euch gerettet. Das ist zu viel des Guten.
Vor allem an so einem Tag wie heute. Wo alles drunter und drüber geht. Er lässt sich einen Moment zurück auf seine Matratze fallen und seufzt leise, bevor er sich einen Moment später wieder seiner Aufgabe entsinnt und aufsteht. Er überlegt einen Moment lang, seine Hirnräder rattern sichtlich.

Ich weiß, dass ist vermutlich nicht Euer Stil und sicher auch unter Eurer Würde, aber würde es auch etwas ausmachen, Kleidung von… mir zu tragen.
Dass er keine Lust hat, Julie oder Mina um Hilfe zu bitten, nein, sie heute auch nur noch zu sehen, verschweigt er.

Vermutlich kann ich Euer Kleid bis morgen früh reinigen lassen.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
Hilfe, Nutzungsbedingungen, Impressum.