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Drachenstein

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Aber ich bin kein Musiker, ich bin…

erwidert sie schnell, bevor sie abbricht und den Mund schnell wieder schließt. Sie lächelt entschuldigend.

Vergiss es. Ich bin froh, dass du… mir gegenüber nicht skeptisch herangehst.

Samson da Rumata 15.02.2017, 10:18

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Naja… bislang hast du mir keinen Grund gegeben, dir zu misstrauen. Ich hingegen… habe einen grossen Raum voller Skizzen entzückter Frauen. Vielleicht solltest du dich besser in Acht nehmen..

Sein Lächeln wird zu einem Grinsen, als er Claire seinen Arm anbietet. 

Ich weiss zwar nicht, was du heute noch vor hast, aber zumindest aus diesem Etablissement begleiten darf ich dich, nicht wahr?

Claire lächelt verklemmt und sichtlich erzwungen. Also ist es doch nicht so unschuldig, wie sie es sich einreden wollte.

Solange du nicht mit allen von ihnen geschlafen hast.
erwidert sie bitter, winkt dann jedoch schnell ab. Nein, sie will es eigentlich gar nicht wissen. Ohne seinen Arm zu nehmen, öffnet sie die Tür und geht den Weg, den sie gekommen sind, zurück und versucht sich auf den Weg nach draußen wieder zu beruhigen und diese Gedanken zur Seite zu schieben.

Samson da Rumata 15.02.2017, 10:55

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Samson lacht amüsiert auf und folgt Claire dann nach draussen. Glaubt sie im Ernst, er hätte mit all diesen Frauen geschlafen? Nun, immerhin hat sie ja auch gedacht, er hätte ein Liebesverhältnis zu Tinka… Was genau hat Silas ihr über Vampire erzählt? Anscheinend nicht genug oder.. das falsche. Doch nach ihrem Kopfschütteln belässt er es dabei und sagt nichts, bis sie schliesslich draussen an der frischen Luft sind. Der Himmel ist trüb und neblig, der Hafen, den man von hier aus normalerweise sehen kann, ist genauso in einer dicken Nebelschicht verhüllt, wie das dahinter liegende Meer.

Also.. musst du nach Hause?

fragt er schliesslich und wirkt beinahe etwas verlegen.

Als Claire an der frischen Luft steht, atmet sie tief ein und aus. Sie hatte sich nicht mehr zu ihm umgedreht, doch dass er es nicht abgestritten hat, schmerzt sie. Und dafür hasst sie sich. Wie konnte sie in so wenigen Stunden nur solche Gefühle für ihn entwickeln?

Auch jetzt dreht sie sich nicht zu ihm um. Ihre Angst, er könnte sehen, was in ihr vorgeht, lässt es nicht zu. Gleichzeitig stöhnt sie bei seiner Frag genervt auf. Denkt er wirklich, sie würde ihn küssen und alles darum herum, wenn sie noch immer mit Silas zusammen wäre?

Ich habe kein Zuhause mehr, Samson.

Samson da Rumata 15.02.2017, 11:33

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Oh..

Nun ist Samson tatsächlich verlegen. Er starrt hinaus in den Nebel und kann nicht verbergen, wie sehr ihn diese Antwort überrascht. Gestern noch hat sein Bruder sie »mein Mädchen« genannt und heute sind sie nicht mehr zusammen? 

Das.. das tut mir wirklich leid, Claire. Ich weiss nicht, ob du.. Willst du..

Er deutet in die Richtung, wo seine kleine Wohnung liegt, beendet den Satz aber nicht.

Naja, viel habe ich nicht. Aber immerhin ein Dach über dem Kopf und ein warmes Feuer im Ofen. Das ist bei diesem Hundewetter manchmal alles, was man braucht..

Seine Worte regen Claire nur noch mehr auf und sie wendet sich ihm zu, scheiß egal, was er in ihren Augen und Tränen sehen wird.

Du bist ein verdammter Heuchler, Samson. Oder ein kaltherziges Schwein! Wie auch immer.
Atemlos bleibt sie vor ihm stehen, bevor sie sich wieder abwendet und zum wiederholten Male davon gehen will. Sie kann einfach nicht glauben, dass er die Gefühle seines Bruder so missachtet und mit ihr rummacht, wenn er doch angeblich noch dachte, dass sie noch immer zusammen seien. Und wenn das alles nur gelogen ist, dann soll er verdammt sein, zu sagen, dass es ihm leidtut. Was denkt sie sich auch nur dabei, was mit Samson anzufangen? Verdammt, er ist Silas' Bruder! Und hat sicher mit mehr Frauen das Bett geteilt, als sie in ihrer Zeit hier überhaupt gesehen hat. Enttäuscht und zum zweiten Mal an diesem Tag todunglücklich geht sie davon. Sie hat genug von diesen Männern, von dieser Welt, dieser Menschlichkeit, ihrem verdammten Herzen.

Samson da Rumata 15.02.2017, 13:05

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Samson sieht Claire verwirrt hinterher, folgt ihr aber nicht. Er hat ihr heute schon einmal gesagt, dass er es nicht mag, wenn man ihn respektlos behandelt und einfach stehen lässt. Betrübt wendet er sich ab und geht seiner Wege, zurück nach Hause. Er hat Claire seine Hilfe angeboten. Sie anzunehmen ist nun ihre Sache.

Doch das wird sie nicht. Zu sehr verachtet sie sich für das, was sie getan hat. Dass sie Silas' Bruder geküsst hat, noch bevor sie sich getrennt haben. Und gleich danach wieder. Dass sie keinen Gedanken mehr an ihn verschwendet hat, solange sie in Samsons Nähe war. Dass sie sich so zu ihm hingezogen fühlt, obwohl sie doch ganz offentsichtlich nur eine seiner Eroberungen ist. Sie wird sich ncicht noch einmal das Herz brechen lassen. Nicht noch einmal jemandem das Herz brechen. Tränen rinnen über ihre Wangen, als sie sich einen Weg durch die dunkler werdende Stadt bahnt. Sie hat keine Ahnung, wo sie hin soll, bringt jedoch auch nicht die Kraft auf, jemanden zu fragen. Sie irrt einfach umher, solange, bis sei es nicht mehr aushält und in irgendeiner Gasse zusammensackt. Schluchzer dringen aus ihrer Kehle, ihr Magen rummort vor Hunger und Übelkeit zugleich. Sie zieht ihre Beine ran, schließt die Arme um sie und versenkt ihr Gesicht an ihren Knien. Noch nie in all den Jahrtausenden hat sie sich jemals so elend gefühlt. Ihr ist kalt und ihre Glieder schmerzen. Sie fühlt sich verraten und hat gleichzeitig das Gefühl, alles, was ihr lieb war, verraten zu haben. Schließlich schläft sie weinend und erschöpft ein.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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