Kaiserreich
Drachenstein

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Benedek da Pifa 24.08.2018, 11:08

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Benedek beobachtet das Geschehen schweigend. Magie also. Sie kann Magie. Einen Moment mustert er diese Elisabeth noch neugieriger, als zuvor. Dann aber hebt er seine blassen Augen und lässt den Blick erneut über das Haus schweifen. Das Katzenvieh sitzt tatsächlich dort, hoch oben auf einem der Simse, als hätte sie bereits auf die Rückkehr ihrer Herrin gewartet. Und Biff zuckt leicht zurück, als sie sich plötzlich erhebt, um mit ihrem stellenweise deutlich rot verfärbten Fell vor der Tür zu warten. 

Du kennst den Kaiser?

Tief beeindruckt erwidert Benedek Elisabeths Blick, doch ihre nächste Frage bringt ihn aus dem Konzept. 

Esturien ist.. ist ein Land. Dort bin ich geboren.

Elisabeth 24.08.2018, 11:36

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Als Elisabeth nun nach dem Haustürschlüssel greift und in einer fließenden Bewegung Lindenheim das Köpfchen tätschelt, vernimmt sie Biffs Frage. Ganz beiläufig, während sie aufschließt, schaut sie über ihre Schulter zu Biff und erklärt sachlich. 

»Ja, eine Zeit lang habe ich mit ihm verbracht, als ich noch abhängig nach Betäubungsmitteln war.«

Sie widmet sich wieder der Haustür, diese öffnet sich mit ein bisschen Gegendruck nach innen und Elisabeth tritt zur Seite um Biff einzulassen. 
Er ist in Esturien geboren? Was macht er dann her? Und warum kennt sie Esturien nicht? Wie groß ist Drachenstein eigentlich? Du hättest genügend Zeit gehabt, dir ein bisschen Wissen über das Kaiserreich einzuholen. Wenn mich das interessiert hätte, ja. 

»Wieso bist Du dann hier? Was gibts hier, was es in Esturien nicht gibt?«

Benedek da Pifa 24.08.2018, 11:47

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Benedek betritt ehrfürchtig das Haus, das anscheinend einst dem Kaiser persönlich gehört hat. 

Betäubungsmittel? Wie.. Schlafpulver?

fragt er neugierig. Er hat gesehen, wie Meister Da Rumata seinen Patienten Schlafpulver verabreicht hat, wenn sie nicht schlafen konnten. Das hat sie eine Zeit lang gut betäubt. Zumindest haben sie die Augen zu gemacht und endlich aufgehört vor Schmerzen zu jammern.

Es gibt in Esturien nichts für mich. Aber hier… hier in..

Er hält inne. Noch immer hat er keine Ahnung, wo er eigentlich ist.

Elisabeth 24.08.2018, 12:17

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Als Lindenheim und Biff im Haus sind, verschließt sie die Türe mit der selben Prozedur wie vorhin am Tor, danach verschwindet der Schlüssel in ihrer Tasche. 
Überrascht sieht sie Biff an. Schlafpulver? Das klingt harmlos. Ihre Droge war das ganz und garnicht, der Entzug dauerte lange und wenn Sie manchmal die Gier überkam, gönnte Sie sich einen kleinen Schluck Blut eines erlegten Tieres. Das war ihr Deal mit sich selbst und der Welt, das war die Gradwanderung zwischen zivilisiert sein und wild. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Lindenheim an einen der Hasenkadaver sprang. Dieser Kater war unersättlich, er hatte Glück das er nicht fett und rund wurde. 
Elisabeth schob ihn mit dem Fuß beiseite und antwortete ehrlich.

»Das…ist eine längere Geschichte, Biff. Aber es war wirklich weitaus komplizierter als Schlafpulver.«

Als sie in die Küche gehen will, dreht sie sich zu ihm um und hält inne. Sie sieht verwirrt aus und ein fragender Ausdruck macht sich auf ihrem Gesicht breit. 

»Das…das ist Pretannica. Warum weißt Du das nicht?«

Skeptisch blickt Elisabeth den jungen Mann an. Wurde sie gerade vielleicht abgelenkt, während der Komplize schon am Anwesen war? Nein, der Zauber war gut und stark. 

Benedek da Pifa 24.08.2018, 13:38

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Komplizierter als Schlafpulver. Benedek hat schon viel gesehen. Aber damit weiss er nichts anzufangen. Glücklicherweise hat er aber auch nicht lange Zeit, darüber nachzudenken. 

Ich weiss nicht. Da war… Mein Kopf.. Und dann.. Leere.

Er steckt die Hände in seine Hosentaschen und versucht erneut, sich an etwas zu erinnern, scheitert aber und zuckt nur mit den Schultern.

Vor drei Tagen bin ich in einer Höhle aufgewacht. Aber ich weiss nicht wie ich nach… Pretannica… gekommen bin. Vielleicht hatte ich auch.. ein Betäubungsmittel. Wie du.

Elisabeth 25.08.2018, 20:08

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Elisabeth' Blick verändert sich und so verfliegt auch die Skepsis, in ihren Augen spiegelt sich etwas zwischen Verständnis und Mitgefühl, da die junge Vampirin an ihre eigene Vergangenheit denken muss. Ihr rutscht versehentlich ein leises »Scheiße« raus, da sie nur erahnen kann, wie verloren und hilflos er sich, in dieser Lage fühlen muss. So jedenfalls hatte Sie sich damals gefühlt, nur das sie da an Dunam geraten war, der sie für ihre Begriffe ganz schön verarscht hatte, indem er sie abhängig machte. 
Einzig Lindenheim, der sich aufdringlich um ihre Fußknöchel schlängelt und nach Aufmerksamkeit bettelt, holt sie in die Gegenwart. 
Bitter verzieht sie ihre Mundwinkel und lächelt Biff schief an.

»Dann bleibt zu hoffen, das es deinen Geist nicht so vergiftet hat wie meinen.«

Benedek da Pifa 26.08.2018, 11:26

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Benedeks Augen werden bei Elisabeths Worten grösser. Er denkt kurz nach. Sein Geist? Vergiftet?

Würde ich das denn merken?

fragt er leise und fast schon etwas ängstlich. Sein Geist schien ihm bis eben noch wunderbar in Ordnung. Dass seine Knie und Handflächen etliche Schürfwunden aufweisen und sein Arm unter seinem beschmutzten Hemd in einer Binde steckt, hat er durchaus in den letzten Tagen bereits bemerkt. Aber auf den Gedanken mit dem Geist ist er noch nicht gekommen. 

Elisabeth 27.08.2018, 18:58

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Elisabeth überrascht diese Frage, woher sollte sie das wissen? Hätte Veuxin ihr diese Nebenwirkungen nicht gezeigt, hätte sie vermutlich niemals in Betracht gezogen einen Entzug zu unternehmen. 
Sie überlegt, dann nickt sie Biff mit dem Kopf Richtung Küche zu und sagt im Umdrehen. 

»Ich denke du solltest erst nach dem Essen darüber nachdenken.« 

Dann bleibt sie abrupt stehen und bemerkt mit einem Blick über die Schulter:

»Du kannst dir auch erst ein Zimmer aussuchen.«

Benedek da Pifa 28.08.2018, 08:11

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Erneut verändert sich der Gesichtsausdruck des Albinos. Diesmal verfinstert er sich deutlich. Er sieht sich kurz um, folgt Elisabeth dann aber in die Küche, um dort mit verschränkten Armen gespielt lässig gegen die Wand zu lehnen. 

Ich brauche kein Zimmer.

Elisabeth 28.08.2018, 09:51

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Elisabeth zieht die Augenbrauen zusammen, sodass sich eine kleine Furche zwischen ihnen bildet, ihr Misstrauen ist erneut entfacht.  
Sie beschließt zu schweigen und beginnt routiniert, die Hasen von ihrem Gürtel zu knoten und ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen. Es scheint fast als hätte Lindenheim den Stimmungswechsel wahrgenommen, er nahm auf einem der Küchenregale Platz, um Biff 
zu beobachten. Immer mal wieder sieht er nach draußen, wenn ein Geräusch zu vernehmen ist.

Benedek da Pifa 28.08.2018, 10:20

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Elisabeth macht sich geschäftig daran, den Hasen auszunehmen und Benedek sieht ihr dabei zu, ohne mit der Wimper zu zucken. Im ersten Moment hielt er sie für freundlich. Doch sie ist gleich wie alle anderen, auch ihre Sätze beginnen mit »Du solltest«. Und das ist nunmal etwas, das er überhaupt nicht ausstehen kann. Es waren genau drei Tage. Drei Tage, in welchen er kein »du musst«, kein »du solltest« kein »nein, nicht so!« gehört hat. Aber es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis ihn seine Unfähigkeit wieder einholt.

Die Spirale düsterer Gedanken zieht Biff weiter in die Tiefe, doch sie fühlen sich so vertraut an, wie alte Freunde. Missmutig betrachtet er das Geschehen. Das Blut, das dem Hasen aus der Kehle läuft. Sein dunkelrotes Fell, das Elisabeth nun sorgfältig zur Seite legt. Und die Katze, die genau wie Biff selbst, alles schweigend beobachtet.

Elisabeth 28.08.2018, 10:38

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Als die Hasen fertig ausgenommen, zerkleinert und gesäubert sind, legt sie diese sorgfältig auf eine Platte, zusammen mit rohem Gemüse und ungeschälten Kartoffeln. Anschließend befüllt sie den Kessel über dem Feuer mit Wasser und verschwindet in einer Kammer hinter der Küche, als sie kurz danach eine Flasche in den Händen hält. Sie lächelt Biff freudlos an, sie war wohl eine hervorragende Gastgeberin. Mit Sicherheit.

 »Möchtest du Wein, Biff?«

Abwartend holt sie schon mal einen Becher um sich einen guten Schluck von diesem süßen Getränk einzuschenken.

Benedek da Pifa 28.08.2018, 11:18

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Ja.

antwortet der junge Mann ohne zu zögern und mustert Elisabeth unverhohlen. Sein Magen knurrt und der Geruch des noch rohen Essens lässt seine Knie vor Hunger ein wenig schwach werden.

Sehr gerne.

Elisabeth 28.08.2018, 11:29

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Die junge Vampirin nickt, als sie ihren Becher abstellt um Biff einen anderen zu holen, den sie ebenfalls randvoll mit Wein füllt und ihm überreicht. 
Im Kessel ist ein Blubbern zu hören, schnell prostet sie Biff zu und kippt den ganzen Becher in einem Zug herunter, ehe sie sich dem Essen widmet und Gemüse, sowie Fleisch in den Kessel plumpsen lässt. 

»Der Wein ist selbst gemacht, er schmeckt ausgezeichnet.«

Benedek da Pifa 28.08.2018, 13:04

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Und das tut er tatsächlich. Benedek tut es seiner Gastgeberin gleich und leert sein Glas in einem Zug, wenn auch hauptsächlich, um seinen Hunger los zu werden. 

Er ist wirklich gut.

erklärt er, obwohl er nicht wirklich Ahnung von Wein hat. Sein Arm juckt, irgendwann wird er die Bandagen abnehmen und sich die Wunder darunter ansehen müssen. Selbst wenn er nicht mehr so genau weiss, woher sie stammt oder wer ihn verarztet haben muss. Aber im Augenblick begnügt er sich damit, diese kleine Schwachstelle einfach hinter seinem Rücken zu verstecken.

Elisabeth 28.08.2018, 13:12

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Elisabeth nickt und lächelt kaum merklich, während sie Lindenheim einen übrig gebliebenen Hasenkopf zuwirft, den er sogleich schnappt und ihn aus der Küche schleppt. 
Nachdenklich sieht Sie Biff an und lässt sich unweit von ihm auf einen Stuhl sinken, ihre Hand ruht auf der Tischplatte und zeichnet die Maserung mit den Fingerspitzen nach. 

»Gab es in der Höhle irgendwelche Hinweise warum Du dich nicht mehr erinnern kannst? Oder irgendetwas Anderes?«

Benedek da Pifa 28.08.2018, 13:35

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Im ersten Moment scheint es, als hätte Biff die Frage überhaupt nicht gehört. Bei genauerer Betrachtung allerdings stellt man schnell fest, dass er einfach nur sehr angestrengt nachdenkt. 

Nur ein… Gefühl, dass ich zur Abwechslung etwas sehr wichtiges getan habe. Glaube ich. Ich war nicht alleine.. jemand war da.

Er verlagert sein Gewicht so, dass sein Arm zwischen seinem Rücken und der Wand dumpf zu pulsieren beginnt. Irgendwie beruhigt ihn das. 

Ich glaube, jemand hat meine Erinnerungen absichtlich gestohlen.

Elisabeth 28.08.2018, 17:53

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"Hm, dann hat er deine Erinnerungen hoffentlich noch, wobei es natürlich wichtiger wäre, die Beweggründe herauszufinden? Hast Du mit irgendwelchen Leuten in der Vergangenheit noch eine Rechnung zu begleichen? Oder jemand mit Dir?…
 
Bei mir gäbs da so einige."

Die letzten Worte hatte Elisabeth mit zusammengebissenen Zähnen hervorgebracht, sie klopft kurz mit der flachen Hand auf den Tisch und schüttelt sich. Als sie nochmal Wein nachgeschenkt hat, geht sie mitsamt dem Glas zum Kessel, um darin zu rühren. Schließlich würzt sie den Eintopf ausgiebig und rührt erneut. 

Benedek da Pifa 29.08.2018, 07:36

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Ich brauche die Beweggründe nicht.

erwidert Benedek und verfolgt Elisabeth neugierig mit den Augen. Er hat noch niemals jemanden wie sie getroffen. Ihre Bewegungen und Aussagen sind ihm fremd. Aber das macht sie nur umso interessanter. Während er weiter spricht, beginnen seine Augen aufgeregt zu funkeln. 

Ich will die alten Erinnerungen nicht mehr. Ich schaffe mir neue. Schönere. Bessere. Ich werde zu etwas Grossem bestimmt sein. Meine Zukunft kommt erst noch.

Elisabeth 29.08.2018, 09:30

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Mit dem Glas in der Hand dreht sich Elisabeth zu Biff um, lässig lehnt sie an der Wand neben dem Kessel, sie ist nachdenklich.

»Das bedeutet, Du möchtest nicht herausfinden, wer das war? Falls es jemand war?«

In ihrer anderen Hand schwingt sie den Kochlöffel, der durch die Bewegung ein paar Tropfen heißen Eintopf, durch die Luft schleudert und Lindenheim trifft, der gerade herein getapst war und sie nun böse mustert. Er macht wirklich nie ein Geräusch.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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