Kaiserreich
Drachenstein

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Benedek da Pifa 22.08.2018, 13:22

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Drei Tage ist es schon her, seit Benedek in jener Höhle hoch über den Klippen wieder zu sich gekommen ist. Zu Beginn dachte er noch, er wäre dort nicht alleine gewesen. Doch mit jedem Atemzug wurde dieses Gefühl weniger greifbar und er ist sich nicht mehr sicher, was Realität und was Traum war.

Der Fauna nach zu urteilen, muss er sich irgendwo in Pretannica befinden. Zumindest vermutet er das, als er nach langer, einsamer Wanderung über Wiesen und durch Wälder in der Ferne ein gar nicht so kleines Dorf mit rauchenden Schornsteinen erkennt.

Elisabeth 22.08.2018, 13:29

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Heute war ein erfolgreicher Tag für Elisabeth, die fünf Hasenkadaver, die an ihrem Gürtel baumelten, hatten viel Geduld und Taktik erfordert, bis sie ihnen endlich das Genick brechen konnte. Sie lächelte bei dem Gedanken, wie viel Spaß ihr das gemacht hatte. Ihre Füße fanden flink den Weg durch den Wald, sie war erschöpft, aber nicht weniger aufmerksam als zuvor.
In der Ferne sah sie Rauchschwaden aufsteigen, die Kamine des Dorfes, dieses hatte sie schon vor einigen Monaten ausgekundschaftet, hier hatte sie auch hin und wieder etwas mitgehen lassen. Vielleicht hatte sie heute wieder Glück.

Benedek da Pifa 22.08.2018, 13:39

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Einatmen – Ausatmen. Missmut überkommt Benedek beim Gedanken, sich in diesem Dorf unter die Leute zu mischen. Er kennt das bereits. Angst, Abscheu, Abneigung. Unschlüssig bleibt er am Waldrand stehen und knetet seine Finger. Was nun?

Doch gerade, als er sich ein Herz fassen will, hört er hinter sich das Knacken von Zweigen. Er dreht sich nicht einmal um, sondern wirft sich, einem inneren Instinkt folgend, zur Seite ins Gebüsch. Mit angehaltenem Atem wartet er ab, ob man ihn entdeckt hat.

Elisabeth 22.08.2018, 14:01

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Elisabeth hält abrupt inne und sieht etwas helles und auf jeden Fall Menschliches in einen Busch springen, überrascht spielt sie ihre Möglichkeiten durch. 
Innerhalb von Sekunden ist ihr klar, sie muss wissen, wer sie gesehen hat, sie durfte nicht zu lassen, das man von ihrer Existenz wusste. Dann wäre es weitaus schwieriger heimlich in dem Dorf zu agieren, man musste ja niemanden unnötig in Panik versetzen und Fragen aufwerfen. 
Mit festem Schritt ging sie näher und begutachtete das merkwürdige Wesen…Das war niemand aus dem Dorf, sie erkannte ihn jedenfalls nicht wieder. Seine Haut und seine Haare…
Elisabeth war achtsam und vorsichtig.

»Was treibst Du hier? Und wer bist du? Hm? Verfolgst du mich?«

Sie kam einen bedrohlichen Schritt näher.

Benedek da Pifa 22.08.2018, 14:24

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Benedek atmet geräuschvoll aus und muss einsehen, dass seine Wachsamkeit einmal mehr völlig unzureichend gewesen sein muss. Er hebt den Blick und seine blassen, hellblauen Augen fixieren die Fremde, die ihn mit Fragen bombardiert. Sie ist beinahe ebenso blass wie er selbst, das überrascht ihn. Aber noch mehr verwundert ihn der Umstand, dass sie sogar noch einen Schritt näher tritt, anstatt reissaus zu nehmen. 

Ich sitze im Gebüsch.

entgegnet er kühl und steht dann möglichst lässig auf, um sich gleich darauf den Schmutz von den ohnehin ziemlich heruntergekommenen Kleidern zu klopfen. 

Ich verfolge niemanden.

Elisabeth 22.08.2018, 14:41

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Skeptisch mustert Elisabeth den Fremden, er war so blass, seine Haare so weiß, sie hatte noch nie so einen Menschen gesehen. 
Von ihm ging keine Gefahr aus, er wirkte auch nicht beunruhigt, was Elisabeth jedoch genug Anlass war auf der Hut zu sein. Sie verschränkte die Arme und sah ihn eindringlich an. Konnte sie ihm glauben?

"Wenn du lügst , wäre das sehr dumm. 
Wohnst Du hier?"

Mit einem schwachen Nicken deutete sie aufs Dorf.

Benedek da Pifa 22.08.2018, 14:58

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Benedek versucht die Fremde einzuschätzen. Ob es ihm etwas bringen würde, sich angemessen mit ihr zu unterhalten? Ob sie wohl einflussreich oder mächtig ist? Sein Blick huscht von ihren dunklen Haaren über ihr Gesicht, und schliesslich unverhohlen über ihre ganze, hübsche Gestalt. Er ist ein wenig neugierig, das kann er nicht verheimlichen. Selten hat jemand so mit ihm gesprochen. 

Ich wohne nirgendwo. Erst recht nicht unter so vielen Leuten.

erwidert er und ist ganz zufrieden mit seiner Antwort. Nicht zu barsch, nicht zu freundlich. Dennoch die Wahrheit.

Und du?

Elisabeth 22.08.2018, 15:15

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Elisabeth kann ihre Mimik grade noch beherrschen, sie ist völlig verdutzt. Ist das ein Spion oder er ist aus dem Dorf ausgeschlossen worden und redet deshalb so. Er erscheint durch seine weiße, durchscheinende Haut so abstrakt und merkwürdig, aber Elisabeth ist neugierig. Vielleicht ist er krank, vielleicht darf er nicht unter Leuten wohnen, er ist vielleicht verbannt worden…  ein Ausgestoßener. Elisabeth ist begeistert und kann ein aufgeregtes Blitzen in ihren Augen nicht verbergen, sie grinst wobei ihre Fangzähne leicht angedeutet zu erkennen sind. Irgendwas an ihm wirkte sehr faszinierend auf sie und sie bemerkt das er kaum Angst zu haben scheint.  
Dann besinnt sie sich seiner Frage und sieht Richtung Wald. 

»Ich wohne allein. Ich hasse Menschen zu sehr, um unter Ihnen zu wohnen.«

Benedek da Pifa 22.08.2018, 15:44

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Der hagere, blasse, junge Mann scheint überrascht. Seine Finger nesteln am Saum seines Hemdes herum, während er angestrengt nachdenkt und einen Moment lang schweigt.

Ich auch.

gibt er schliesslich zu und verzieht angewidert den Mund. 

Menschen mögen mich nicht. Sie haben Angst. Du nicht. Das ist seltsam.

Elisabeth 22.08.2018, 17:28

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Elisabeth blickt verwirrt drein, das geschah nicht oft. Es machte keinen Sinn für Sie, er wirkte auf sie nicht bedrohlich oder aggressiv, warum hatte man Angst? Er sah angewidert aus, als er von den Menschen sprach, das hingegen konnte Elisabeth sehr gut verstehen. Irgendetwas an ihm gab ihr ein vertrautes Gefühl, sie schüttelte sich reflexartig.

»Du machst mir nicht den Eindruck als könntest du gut mit einer Waffe umgehen, ich sehe keinen Grund Angst vor dir zu haben.«

Benedek da Pifa 23.08.2018, 07:36

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Auch Benedek schüttelt den Kopf. Nein, eine Waffe kann er nicht führen. Er würde sich damit höchstens aus Versehen selbst verletzen. 

Warum hasst du die Menschen?

Die Frage purzelt aus seinem Mund, noch ehe er überhaupt darüber nachgedacht hat. Aber das vor ihm scheint doch ein ansehnliches Wesen zu sein, solche Leute mischen sich üblicherweise gerne unters Volk, singen, tanzen und schätzen soziale Kontakte.

Elisabeth 23.08.2018, 10:36

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Elisabeth hebt eine Augenbraue, was kümmerte ihn das denn? Und was würde er mit der Information anfangen können? Dieses Verhalten hatte dieses sonderbare, faszinierende Wesen bestimmt von den Menschen aufgeschnappt, immer mussten sie Fragen oder etwas über sich erzählen, niemand konnte einfach mal sein dummes Geschwätz für sich behalten. Wobei sie das lange keiner mehr gefragt hatte, natürlich war der Wald nicht grundlos ihr Zuhause, hier war man allein. 
Und doch…Irgendetwas in Elisabeth sprang auf ihr Gegenüber an, denn vielleicht war er anders als die Menschen, die sie kannte. 

»Sie langweilen mich wohl einfach. Und Dumm sind sie noch dazu.«

Sie grinst böse und setzt ein spöttisches Lächeln auf.

"Ich tu ganz gut daran, im Wald zu leben. Ich hatte da mal ein paar unschöne Dinge …
"

Elisabeth spricht den Satz nicht zu Ende und lässt diesen lose im Raum schwingen, ihr kommen die Hasenkadaver in den Sinn. Hatte er einen Schlafplatz? Hatte er was zu essen? Hatte er was zu essen?!!! Elisabeth, reiß dich zusammen! Sie legte den Kopf schief und entschied sich für eine harmlose Frage.

»Wo schläfst du?«

Benedek da Pifa 23.08.2018, 11:16

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Oh ja. Dumm. Ignorant. Unwissend. Glauben, sie seien etwas besseres..

Benedeks Augen leuchten begeistert auf, als er die Schimpftirade der Fremden in abschätzigem Ton fortführt. Und er erkennt die selbe Abneigung, die er selbst verspürt, auch in ihrem Blick. 

Ich.. schlafe nirgendwo.

Er zögert einen Moment. Eigentlich will er dieser Fremden nicht eingestehen, dass er sich verlaufen und nicht die geringste Ahnung hat, wo sie sich gerade befinden. Und so beschliesst er, das Thema in eine andere Richtung zu lenken.

Jemand wie ich gehört nirgendwo hin. Ich… bin übrigens Biff.

Elisabeth 23.08.2018, 22:43

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Elisabeth schnaubt zustimmend und grinst gedankenverloren. Unwissend…Ja. Langsam sickern Biffs Worte in ihr Gehirn und zum ersten Mal verspürt Elisabeth ein fremdes Gefühl, das nicht zu ihr zu gehören scheint, es ist warm und angenehm. Bei allen Göttern, reiß dich zusa…Bei allen Göttern? Du bist doch garnicht gläubig.
Sie deutet schließlich auf ihre gefangene Beute, die Hasen. 

"Ich bin Elisabeth. Möchte jemand der nirgendwo hingehört, etwas Warmes zu Essen? 
Es gibt dort auch keine nichtsnutzigen Menschen." 

Und wenn hätte ich sie längst umgebracht…
Die Vampirin grinst bei dem Gedanken und schnalzt mit der Zunge.

Benedek da Pifa 24.08.2018, 07:53

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Benedeks üblicher, erster Reflex ist die Flucht. Und auch in diesem Augenblick denkt er darüber nach, einfach weg zu laufen. Sein Blick schweift über das Dorf in der Ferne und man kann fast sehen, wie es in seinem Kopf arbeitet. Welche anderen Möglichkeiten hat er denn schon? Eine ganze Menge vermutlich. Aber das Angebot ist einfach zu verführerisch.

Ich..

Sein Bauch knurrt und als er sich der jungen Frau und ihrem Fang wieder zuwendet, nickt er schliesslich. 

Ja, das möchte ich gerne.

Elisabeth 24.08.2018, 09:28

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Elisabeth entgeht der Ausdruck in Biffs Gesicht nicht, stirnrunzelnd verfolgt sie aufmerksam sein Mienenspiel. Hatte er Angst vor ihr? Er hatte diese bisher nicht gezeigt, vielleicht war es nicht sie der Grund für seine Angst…
Unbeholfen und unerfahren in sozialem Verhalten zuckt Elisabeth die Schultern. 

"Es sind nur ein paar Meter südlich, in den Wald hinein. 
Ich wohne dort mit Lindenheim."

So funktionierte das doch mit diesen Gesprächen, oder? Einer erzählt etwas von sich, danach geht der Andere darauf ein oder erzählt etwas Persönliches von sich. Elisabeth schnaubte, sie erinnerte sich gar nicht daran, wann sie das letzte Mal mit jemandem geredet hatte, der antworten konnte.
Langsam geht sie voraus um Biff den Weg zu weisen. 

»Das ist mein Kater.«

Benedek da Pifa 24.08.2018, 09:46

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Lindeheim?

wiederholt Biff leise fragend und ist ungemein erleichtert, dass es sich bei Elisabeths Gefährten schlicht um eine Katze handelt. Er lächelt sogar ein wenig, selbst wenn auch Tiere nicht unbedingt sein Ding sind. 

Es ist seltsam, jemanden zu treffen, der die Leute genauso meidet, wie ich.

Er folgt ihr in den Wald hinein und stellt beeindruckt fest, wie leise sie sich im Unterholz bewegt. Im Vergleich zu den ihren, klingen seine Schritte wie die eines ausgewachsenen Nashornofanten. Oder wie die Tiere heissen.  

Ich bin erst seit ein paar Tagen ganz alleine.

Elisabeth 24.08.2018, 10:06

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Elisabeth findet diesen jungen Mann außerordentlich faszinierend, was war geschehen, das ihn dazu bewegt hatte die Einsamkeit zu wählen? Sie dachte an ihre eigene Vergangenheit, hatte sie eine Wahl gehabt? Natürlich hatte sie die gehabt…und seither nicht bereut, diese Option ausgesucht zu haben.
Elisabeth zwingt sich aus ihren Gedanken heraus und vernimmt nun wieder bewusst alles um sich herum, sie hatte nicht vergessen, das sie trotz der aufkeimenden Sympathie für ihn, vorsichtig sein musste. Wenn er keinen Komplizen hatte, der heute Nacht das Anwesen aufsuchte, um sie zu töten, war das alles ein sehr großer Zufall, jemanden zu treffen, der ihr so ähnlich war. 

"Das war irgendwann die beste Lösung für mich und für die Anderen. 
Und ich muss feststellen, Einsamkeit kann auch ein Freund sein."

Durch die Bäume hindurch, kann Elisabeth in der Dämmerung schon das große, dunkle Anwesen erkennen, ihre Augen kennen die Umgebung. Vermutlich könnte sie dies auch in völliger Dunkelheit. 

»Du wirst das auch bald feststellen.«

Benedek da Pifa 24.08.2018, 10:18

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Benedek nickt eifrig. Er ist sich sicher, dass Einsamkeit der beste Freund überhaupt ist. Er kennt ihn schon lange und hat mit ihm schon tausende Nächte verbracht.

Ich mag die Stille. Wenn alles ganz leise ist, dann kann man die eigenen Gedanken besser hören.

Unsicher tappst er hinter der Fremden her und auch er kann schemenhaft etwas ausmachen, was wie ein ziemlich beeindruckendes Haus aussieht. Eigentlich hatte er mit einem Verschlag gerechnet. Vielleicht mit einer Höhle oder.. einem Baumhaus vielleicht. Aber offensichtlich – und zu seiner heimlichen Freude -  hat er sich geirrt. 

Das sieht.. beeindruckend aus. Ich war noch niemals an einem Ort wie diesem. Ich kenne nur Esturien.

Elisabeth 24.08.2018, 10:37

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Da musste sie ihm zustimmen, auch wenn ihre Gedanken am Anfang ihres gewählten Einsiedlerlebens, kaum zu stoppen waren, aber das lag wohl am Entzug. 
Langsam ertastet sie in ihrer Tasche den kleinen silbrigen Schlüssel, um das Zauntor zu öffnen, dessen Zaun das Anwesen umzog. Als Biff das Tor passiert hatte, schloss sie es wieder ab und murmelte ein paar unverständliche Worte, die das Schlüsselloch kurz aufleuchten ließen. 
Auf einem der äußeren Fenstersimse, hockte eine Katze, die sich behutsam und ausgiebig die Pfötchen leckte, ihr Fell war schneeweiß, ihr Mäulchen und ihre Pfötchen hingegen blutverschmiert. Elisabeth lächelte und ihr Herz freute sich.
Als Lindenheim die Beiden auf das Anwesen zukommen sah, sprang er hinunter und saß abwartend an der Tür. Er miaute niemals. Er war lautlos, wie Sie selbst.

"Ich habe das Anwesen geschenkt bekommen, verdient hätte ich es unter normalen Umständen nicht, dennoch war der Kaiser der Meinung, ich dürfe es bewohnen. 
Ich lebe schon sehr lange hier."

Letztlich sieht sie ihn stirnrunzelnd an. 

»Was ist Esturien?«

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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