Kaiserreich
Drachenstein

Zur Navigation

Gebrochen

3.470 Aufrufe, 441 Beiträge.

Unter meiner Würde?

Amelia lächelt und wirkt noch etwas verlegener. 

Wisst Ihr, augenblicklich scheint mir meine Würde wie alles andere abhanden gekommen zu sein. Wenn Ihr also etwas wie eine Tunika entbehren könntet, dann wäre mir damit mehr als geholfen.

Marius Chamberlain 22.02.2017, 10:49

42 zitieren melden

Marius kann sich ein kleines Grinsen bei ihren Worten nicht verkneifen, auch wenn sie traurig drein blickt. Er widersteht dem Drang, sanft ihre Wange zu streicheln, um sie aufzumuntern. Stattdessen wendet er sich einer der Kommoden zu, öffnet eine der Schubladen und nimmt ein Hemd heraus. Eine Tunika hat er gerade nicht da. Irgendwo sicher, aber es würde ihn zu viel Konzentration kosten, sie jetzt ausfindig zu machen. Aus einer anderen Schublade holt er eine Stoffhose, die möglichst eng geschnitten ist.

Versucht das hier.
Er reicht es ihr und dreht sich zum Fenster, entzündet jedoch noch schnell eine Kerze, damit sie etwas sieht. Dann blickt er nach draußen, wobei er zu spät erst bemerkt, dass er ihre Spiegelung im Glas durch das Licht der Kerze schwach erkennen kann.

Und wenn Ihr mich fragt, wirkt Ihr trotz allem noch sehr würdevoll.

Amelia nimmt die Kleidung entgegen und mustert sie einen Augenblick lang. Wäre sie noch Herrin ihrer Sinne, sie hätte den ausgeblichenen, groben Stoff in eine Ecke befördert und wäre augenblicklich aus dieser Unterkunft verschwunden. So aber streicht sie mit den Fingern über den Hemdkragen und fragt sich unweigerlich, ob zuhause wohl jemand auf sie wartet, der ebenfalls solche Hemden trägt. 

Danke, das ist äusserst liebenswürdig.

sagt sie leise und wartet, bis der Fremde sich umgedreht hat. Dann streift sie ihr verschmutztes Kleid ab und mustert ihren eigenen Leib einen Augenblick lang. Er ist ganz ansehnlich, von zarter Statur und die Haut makellos. Eine tölpelhafte Bauersfrau ist sie gewiss nicht.

Sie schielt noch einmal hinüber zu Marius und vergewissert sich, dass er seinen Blick dezent abgewendet hat. Dann steigt sie aus ihrem Untergewand und streift seine Hose und das Hemd über ihren nackten Körper.

Marius Chamberlain 22.02.2017, 11:48

44 zitieren melden

Auch Marius mustert ihren Körper, oder zumindest seine Silhouette im Glas der Scheibe. Sein Wille, den Blick höflich abzuwenden, ist durch den Alkohol geschwächt. Dennoch schafft er es, sich nicht umzudrehen, bis sie wieder gekleidet ist. Erst dann wendet er sich ihr wieder zu, was wohl mehr oder weniger auch zeigt, dass er sie beobachtet hat. Und jetzt mustert sie erneut. In seiner Kleidung. Er kann sich ein weiteres Grinsen nicht verkneifen.

Das steht Euch ausgesprochen gut.
sagt Marius völlig ernst und macht einen Schritt vom Fenster weg und auf Amelia zu.

Wie wäre es mit Belle? Die Schöne.

Als Marius sich ihr ohne Aufforderung wieder zuwendet, schlingt sich Amelia die Arme um den Oberkörper. Hat er etwa geschummelt, dieser Lustmolch?! Sie bleibt stehen und beäugt ihn argwöhnisch, ihre Gesichtszüge werden bei seinen Komplimenten und Schmeicheleien jedoch wieder etwas weicher. 

Ihr flunkert, werter Rittersmann. Aber da es zu meinem Wohlwollen geschieht, zürne ich Euch nicht sondern tue das, was eine Dame eben zu tun pflegt. Schweigen und die Komplimente geniessen, die Ihr so bereitwillig von Euch gebt. 

Sie scheint einen Augenblick lang über den Namen nachzudenken, dann nickt sie zögerlich. 

Belle… Einverstanden. Und mit wem habe ich das Vergnügen?

Marius Chamberlain 22.02.2017, 15:40

46 zitieren melden

Mit noch immer keinem Rittersmann.

erwidert Marius amüsiert. Er geht noch einen weiteren Schritt auf sie zu und hebt seine Hand, um die ihre entgegen zu nehmen.

Es ist mir eine Freude, Euch kennen zu lernen, Belle. Mein Name ist Marius. 

Belle schüttelt Marius' Hand und wiederholt seinen Namen, als schmecke sie seinen Süssen Gout direkt auf ihrer Zunge.

Marius… welch wohlklingender Name. Die Freude ist ganz meinerseits. Und ein Rittersmann werdet Ihr für mich bleiben, immerhin habt Ihr mich errettet. Aber.. wenn ich mir die Frage erlauben darf..  welche Bezeichnung würde denn eher Eurem Geschmack entsprechen? Toller Hecht? Oder womöglich Haudegen?

Marius Chamberlain 23.02.2017, 10:09

48 zitieren melden

Marius wendet den Blick ab, sobald er ihre Hand an seine Lippen gehoben hat und sie sanft wieder sinken lassen hat, da sein Name aus ihrem Mund etwas in ihm rührt, verdammt, sogar etwas in seiner Hose. Marius wird leicht rot, was man im fahlen Licht jedoch hoffentlich nicht sehen lässt.

Ich mag weder Titel, noch… Bezeichnungen. Nennt mich einfach Marius, ja?
Er lächelt schüchtern, aber liebevoll zu ihr hinüber.

Belle erwidert Marius' Lächeln. Es ist entzückend von ihm, sich selbst so nebensächlich und unbedeutsam zu geben, wo er doch immerhin in einem Schloss wohnt.

Einverstanden.

Sie setzt sich auf sein Bett und sieht sich dann im Raum um. Ob sie auch ein so schönes, geschmackvolles Zuhause hat? Ihrer Kleidung nach zu urteilen wäre dies durchaus im Rahmen des möglichen.

Ihr hattet… mir etwas Feuerwasser versprochen. Falls es.. keine Umstände bereitet.

Marius Chamberlain 23.02.2017, 10:51

50 zitieren melden

Marius steht noch immer leicht verlegen im Raum, lüchelt sanft vor sich hin, als Belle ihn anspricht.

Oh, eh… Ja. Also…
druckst er herum. Verdammt, warum hat er den Mund nur so aufgerissen.

Die Flasche hat mein Bruder.
Doch in ihn steigt ein Gefühl auf, mit dem er sie nicht enttäuschen will, weswegen er schnell fortfährt:

Aber ich kann uns etwas anderes besorgen. Habt Ihr…
Er zögert kurz, denn er ist sich nicht sicher, ob sie sich bei Ihrem anscheinenden Gedächtnisverlustes an Alkoholarten erinnern kann.

irgendwelche Wünsche?

Ja doch, gewiss, ich für meinen Teil bevorzuge..

Amelia will gerade wie selbstverständlich antworten, hält aber inne, als ihr kein Name einfallen will. Sie senkt verlegen den Blick und fächelt sich mit der Hand etwas Luft zu. Dieser Zustand ist alles andere als amüsant und setzt ihr und ihrem zuvor so übermächtigen Ego langsam zu.

Ich weiss es nicht.. Vielleicht… einfach etwas starkes und undamenhaftes. Ich glaube, das wäre meinem brummenden Oberstübchen gerade sehr zuträglich.

Marius Chamberlain 23.02.2017, 13:11

52 zitieren melden

Marius lächelt ermutigend.

Da lässt sich sicher etwas finden.
Er wendet sich ab, als wolle er den Raum verlassen, dann wieder in ihre Richtung.

Benötigt Ihr etwas zu Essen? Wie fühlt Ihr Euch?

Amelia, die gerade an ihrem Hemd herum gezupft hat, lässt ertappt die Hände wieder sinken, als Marius sich erneut zu ihr umdreht. 

Ich… Was? Nein… nein, ich denke…

Sie lächelt. 

Ich habe nicht den blassesten Schimmer, wann ich zum letzten mal diniert habe, aber ich schätze, so lange kann es noch nicht her sein..

Marius Chamberlain 23.02.2017, 13:39

54 zitieren melden

Marius mustert sie schmunzelnd, bevor er sich wieder abwendet und zur Tür geht.

Ich werde dennoch etwas mitbringen. Ich bin mir sicher, ich finde ein paar Kaltstellen, die auch in ein paar Stunden noch genießbar sind, solltet Ihr dann Hunger verspüren.
Für irgendwas muss das Bankett ja noch gut sein. Marius weiß genau, was er mitbringen wird, immerhin hat er diesen Abend von vorne bis hinten durchgeblättert, zumindest bis dieser Jaromir dazwischen gekommen ist. Er verlässt den Raum und seine Stimmung sackt sofort in den Boden.

Auch Amelias Stimmung fällt auf einen Tiefpunkt, als Marius die Tür hinter sich schliesst. Sie ballt ihre kleine, zarte Hand zur Faust und versetzt der Liegestatt einen kraftlosen Hieb. Dann richtet sie sich erhobenen Hauptes auf, reckt das Kinn und tritt hinüber zum Spiegel. Das Bild, das sich ihr darin bietet, kommt ihr zu ihrer Enttäuschung kein bisschen bekannt vor. Sie beugt sich vor und betastet zaghaft ihr Gesicht, welches genauso gut jenes einer beliebigen Dirne sein könnte. Ihre Gesichtszüge sind fein und makellos, sieht man mal von der blass blauen Stelle unter ihrem rechten Auge ab, wo sie dieser Schwerenöter getroffen haben muss.

Ihr Haar ist zerzaust und steht wirr in alle Richtungen. So soll das nicht sein, das weiss sie genau. Sie spürt, dass sie eine Frisur wie diese noch niemals ausstehen konnte. Also versucht sie verzweifelt, ihre Haarpracht mit den Händen zu glätten, doch es gelingt selbst nach dem fünften Versuch nicht. Kraftlos lässt sie sich auf die Knie sinken und bemüht sich sehr, nicht zu weinen. Aber auch das gelingt nicht.

Marius Chamberlain 23.02.2017, 16:10

56 zitieren melden

Als Marius zurückkehrt, ist seine Stimmung bereits unter dem Erdboden. Er ist zwar weder Mina, noch Julie begegnet, dennoch hat es an ihm gesagt, dass er das Essen seines eigenen Banketts aus der Küste holen musste. Dieser Abend hätte so vollkommen anders laufen sollen.

Doch sobald Marius die Tür öffnet, ein großes Tablett auf dem Arm, eine Flasche in der Arbeite, bleibt er wie angewurzelt stehen. Er hatte nicht erwartet, Belle so wieder zu finden. Schnell stellt er seine Mitbringsel ab und geht zu seinem Gast hinüber. Vorsichtig lässt er sich auf den Boden nieder, neben ihr, wagt jedoch nicht, sie zu berühren.

Belle… Es tut mir so leid. Ich hätte dich nicht alleine lassen sollen. Jetzt wo es… Euch nicht gut geht. Kann ich… etwas tun?

Amelia streicht sich die Tränen von der Wange und muss unweigerlich ein wenig schmunzeln. 

Damen… zerfliessen nunmal gelegentlich in Tränen, das ist doch kein Grund Euch zu entschuldigen, Marius.

beruhigt sie ihn mit weinerlicher Stimme, dann mustert sie ihn genauer. Er sieht auch nicht gerade aus, als hätte er draussen ausgiebig mit dem Koch gelacht.

Ich weiss sie zu schätzen, Eure Fürsorge. Aber verzeiht meine direkten Worte: Ihr sehr gerade auch ein wenig derangiert aus..  Womöglich.. könnten wir beide etwas Branntwein gebrauchen.

Marius Chamberlain 24.02.2017, 09:14

58 zitieren melden

Marius nickt und lächelt sie aufmunternd an, bevor er seine Arme unter ihre Kniekehlen schiebt und sie erneut hochhebt, um sie zum Bett hinüber zu tragen. Dort setzt er sie an das Kopfteil und reicht ihr die Falsche.

Ja, da könntet Ihr recht haben. Aber wir sollten nicht auf leeren Magen trinken. Das könnte böse ausgehen.
Er versucht sich an einem Lachen, doch es misslingt ihm. Dennoch wendet er sich ab und holt die Platte heran, um ihr uns sich selber etwas zu tun geben. Zu seiner eigenen Situation will er ungern etwas sagen, zumindest solange nicht, bis er nicht völlig betrunken ist.

Mir scheint, als hätte ich nicht mehr sonderlich viel an Würde zu verlieren. 

antwortet Belle und macht es sich wie selbstverständlich auch Marius' Bett behaglich. Doch als er schliesslich mit all den Leckereien ankommt, kriecht ihr der Duft der Speisen in die Nase. 

Aber womöglich.. habt Ihr recht. Danke.

Marius Chamberlain 24.02.2017, 14:11

60 zitieren melden

Marius nimmt ihr gegenüber Platz und deutet ihr, sich von der Platte zu bedienen. Reichlich hat er sie gefüllt, mit so ziemlich allem, was das Bankett zu bieten hatte. Was er bestellt hatte. Er presst die Lippen einen Moment aufeinander, bevor er sich zu einem Lächeln zwingt.

Genießt es…
sagt er, greift jedoch selber gleich nach der Flasche.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
Hilfe, Nutzungsbedingungen, Impressum.