Kaiserreich
Drachenstein

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Gebrochen

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Marius Chamberlain 15.02.2017, 18:18

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Als Gideon Marius schließlich im Garten findet, steht er einfach so da, starrt auf den Boden und rührt sich nicht. Vermutlich sucht er nach Gründen für sein Scheitern, nach Gründen für Julies Entscheidung. Und er wird sich selbst daran die Schuld geben. Doch das wird Gideon nicht zulassen. Er geht auf ihn zu und umarmt ihn fest. Dann legt er seinem Bruder eine Hand an sie Wange, um sich seine Aufmerksamkeit zu sichern, die andere auf seine Schulter. Erst als sich Marius' Blick auf ihn richtet und nicht mehr in seinen Gedanken gefangen ist, atmet er erleichtert aus. Er tritt zurück und rauft sich die Haare, murmelt mehrere Male etwas davon, wie scheiße das alles ist, während sein Bruder, der ernthaft Betroffene nur geschlagen daneben steht.

Wusstest du es?
fragt er schließlich und Gideon wendet sich ihm mit entsetztem Gesicht zu.

»Nein, verdammt. Hätte ich es gewusst, hätte ich ihm schon lange den Arsch aufgerissen.«
Marius lächelt schwach und lässt sich auf eine Bank in der Nähe nieder. Zumindest auf seinen Bruder kann er sich vrlassen.

»Er hat Julie schon in laigen so bescheuert angestarrt, aber da hab ich ihm gleich gesagt, was Sache ist. Dieser Scheißkerl!«
Gideon tritt aufgebracht gegen eine kniehohe Mauer, setzt sich dann aber ebenso erschöpft neben seinen Bruder.

»Scheiße, Mann, du hattest es dir so verdient.«
Vielleicht.
»Nein, nicht vielleicht. Du liebst sie seit… verdammt, wie vielen? Sieben Jahren? Wenn nicht sogar mehr, verdammt. Und sie hat doch… Ich meine, nie abgewehrt, wenn ihr…«
Wir haben nie, Gideon.
Marius blickt starr gerade aus, während sein Bruder ihn ungläubig anstarrt.

»Echt jetzt? Nie? In all den Jahren?«

Amelia ist mittlerweile in Rosener angekommen und strafft ihren Rücken. Seit sie diesen Teleporter hat, muss sie glücklicherweise nicht mehr mit den modrigen, stinkenden vermaledeiten Klitschen reisen. Und auch auf ihre Kofferträger kann sie gut und gerne verzichten. Dennoch hat sie sich für ihre Ankunft den Hafen erwählt. Denn Frau von Welt kommt nunmal immer am Hafen an.

Sie tippelt mit dem schweren Koffer in der Hand über den gepflasterten Platz und hält nach dem Königsschloss Ausschau. Noch kann sie es nicht sehen, sie muss wohl noch ein Stück weiter gehen.

Mina von Treen 16.02.2017, 18:28

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Plötzlich legt sich eine Hand auf ihren Mund, groß, warm, aber mehr als unangenehm. Eine andere packt sie fest am Oberkörper, sodass sie sich kaum bewegen kann.

»Nimm den Koffer und den Schmuck. Mehr brauchen wir nicht.«
Ein breiter Körper presst sich von hinten an sie, als sie sich zu wehren versucht.

»Ah, verdammt, die Schlampe kratzt.«
Ein Mann erscheint in ihrem Blickfeld, gedrungen, alte Klamotte, fahles Haar, den ihr entrissenen Koffer in der Hand. Er greift nach ihrem Arm, um ihren Schmuck zu entfernen, bekommt ihn jedoch nicht zu fassen. Sein Gesicht verzieht sich grimmig. Dann landet seine Faust in ihrem Gesicht und alles wird schwarz.

Amelia kreischt grell auf, als sie unerwartet von starken Händen gepackt wird. Doch eine besonders übelriechende Pranke hält ihren Mund zu, sodass lediglich ein verzweifeltes Jammern zu hören ist. Der Mief nach Tabak und Alkohol steigt ihr in die Nase und wäre ihr Mund nicht ohnehin geschlossen, hätte sie sich wohl übergeben. Panisch versucht sie, sich gegen den starken Griff zu wehren. Ihre Hände ertasten nacktes Fleisch und sie rammt ihre Fingernägel hinein. Mit Genugtuung hört sie den Mann aufbrüllen. Ha! Mit einer Amelia Lucrezia von Lantset legt man sich eben nicht so einfach an! Dann wird es dunkel um sie herum.

Marius Chamberlain 17.02.2017, 08:56

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Marius und Gideon sind noch nicht einmal bei den Bordells, oder speziell Gideons Lieblingshaus, angelangt, da ist die halbe flasche Schnaos bereits leer und das meiste geht auf Marius Kappe. Sobald er erst einmal gemerkt hat, wie gut der Alkohol momentan seine Gefühle abdichtet und verdrängt, hat er gar nicht mehr aufgehört. Einzig Gideons Warnung, dass der Fusel in Bordells immer sauig teuer ist, ließ ihn schnließlich etwas langsamer trinken. Er braucht diese Wirkung noch die ganze Nacht, wenn er Gideons Plan wirklich umsetzen will.

Was'n das?
fragt Marius verwundert, als sie um eine Ecke biegen und auf dem Boden einen rosafarbenen Stoffballen vorfinden. Gideon, der weniger intus und bedeutend mehr Erfahrung mit Alkohol in solchen Mengen hat, konnte den Stoffballen bereits als Frau identifizieren. Sofort war er an ihrer Seite und dreht sie vorsichtig auf den Rücken.

»Vermutlich nur zu viel getrunken.«
meint er, was Marius jedoch aufgrund ihrer durchaus feinen Kleidung ausschließt. Menschen in solchen Klamotten… Er lacht leise auf, als ihm bewusst wird, dass er auch nichts anderes trägt. Und auch er ist betrunken. Vorsichtig lässt auch er sich neben der Frau nieder, mustert sie kurz, während Gideon den Puls misst.

»Nur bewusstlos.«
stellt er dann fest und Marius streicht ihr das Haar aus dem Gesicht.

Hey…
redet er dann auf die Frau ein, während er ihr sanft über die Wange streicht. Er könnte sie auch einfach ohrfeigen, doch das würde nicht zu seinem Naturell passen.

Aufwachen, schöne Frau.

Amelia hört eine weit entfernte Stimme und spürt reines Missbehagen. Es war gerade so friedlich hier. So still. Doch kaum ist diese Stimme an ihren Horcher gedrungen, tröpfelt nach und nach auch anderer, störender Tumult auf sie ein. Viele Stimmen. Pferdehufe. Das unangemessene Gackern viel zu aufgedrehter Gören.

Sie seufzt, ihr Kopf dröhnt und sie fühlt sich nicht sonderlich erfreulich. »Aufwachen, schöne Frau«, dann eine warme Hand an ihrer Wange.. Sie schlägt sie reflexartig zur Seite und öffnet die Augen.  

Was denkt Ihr eigentlich, was Ihr da tut?

faucht sie, noch ehe sie den Mann genau angesehen hat, der da neben ihr auf dem Boden kniet. Moment – auf dem Boden?!

Marius Chamberlain 20.02.2017, 11:59

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Die Frau blickt ihn an, als hätte sie keine Ahnung, wo sie sich befindet. Die Straße ist leer, weit und breit keine Spur von jemanden, mit dem sie unterwegs gewesen sein könnte.

»Ich denke nicht, meine Liebe, ich handele, damit Ihr hier nicht draufgeht.«
Er nickt Gideon knapp zu und gemeinsam haben sie Amelia in eine aufrechte Position.

»Wir haben Euch hier bewusstlos gefunden. Könnt Ihr Euch an irgendetwas erinnern?«
Er überlegt schwerfällig.

»Euren Namen vielleicht?«

Amelia weicht zurück, kaum berühren ihre Füsse den Boden. Sie sieht die beiden Herren skeptisch an und streicht sich die Röcke glatt. Welch Schurkerei, sie mitsamt den feinen Stoffen auf den Erdboden zu befördern..

Natürlich kann ich mich an meinen Namen erinnern!

keift sie echauffiert, sieht aber bei weitem nicht so überzeugt aus, wie sie klingt. 

Ich bin wohl.. lediglich gestolpert und nicht auf den Kopf gefallen, Ihr Schnösel.

Marius Chamberlain 20.02.2017, 13:19

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Marius kann nicht anders als zu grinsen. Warum genau, weiß er auch nicht. Einerseits vermutlich, weil sie ihn Schnösel nennt, was einfach nur witzig ist. Zumindest in seinem Zustand. Andererseits wegen ihrem scharfen Ton.

Gern geschehen.
meint er lediglich als Antwort und guckt zu Gideon hinüber, der nur amüsiert die Augen verdreht. Nicht seine Typ Frau, deutet er scherzhaft an.

Und würdet Ihr ihn mir verraten? Nur um sicher zu gehen.
Er grinst erneut schief, während er sie von oben bin unten mustert. Er ist gerade mehr als stolz, dass er solche Sätze noch hervorbringt. Und auch, dass er sie mit wenigen Blicken als Ausländerin einordnet. Zumindest kommt sie nicht aus Pelata. Was darauf schließen lässt, dass sie ein wenig Gepäck bei sich haben sollte, immerhin ist sie eine Dame. Ebenso sieht sie aus wie jemand, der viel auf sein Äußeres gibt. Doch kein Schmuck glänzt an ihr. Marius' Züge werden besorgt.

»Wurdet Ihr überfallen?«

Nein, er… er geht Euch nichts an.

blafft Amelia bockbeinig und gibt sich dabei die grösste Mühe, gelassen zu bleiben. Sie sieht sich um und kann sich weder daran erinnern, was zur Hölle sie in einer Gasse wie dieser getan hat, noch… ob sie sich öfters in solchem Milieu herumtreibt. Beim nächsten Satz dieses aufdringlichen Mannsbildes wird sie aber tatsächlich leicht panisch und greift – einem inneren Instinkt folgend – an ihr leeres Dekolleté.

Ihr!

presst sie hervor und sieht Marius verstört an.

Ihr besitzlüsterner Beutelabschneider! Gebt mir meine Juwelen wieder!

Marius Chamberlain 20.02.2017, 15:01

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Marius und Gideon lachen unisono auf. Aber sein Bruder schweigt und überlässt Marius anscheinend das Reden, da es ihn amüsiert, ihn angetrunken zu sehen.

»Ich könnte Euch so einige Juwelen geben, meine Schöne, aber nicht die Euren. Denn die besitze ich nicht. Und mein Bruder auch nicht.«

Amelia starrt entgeistert erst auf den fremden Herren, der die ganze Zeit über schon gesprochen hat, dann auf den, den ersterer seinen Bruder genannt hat. Ihr Kopf dröhnt und ihre Kleidung ist feucht und schmutzig. Sie weiss, dass das so nicht sein sollte und dass sie es nicht ausstehen kann, so zugerichtet zu sein. Aber viel mehr als das will ihr nicht einfallen. Sie dreht sich schwungvoll um und verschränkt die Arme vor der Brust. Eigentlich würde sie gerne gehen und die beiden Filous ihrem Schicksal überlassen. Aber gerade hat sie nicht die geringste Ahnung, in welcher Stadt sie sich befindet.

Fürwahr, Ihr wollt mich foppen, habe ich recht? 

Marius Chamberlain 20.02.2017, 15:41

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Marius mustert sie leicht besorgt, während Gideon das ganze einfach nur urkomisch findet.

»Foppen?«
fragt er schon etwas ruhiger.

»Ihr kommt ganz sicher nicht aus Pelata. Und nein, ich denke nicht, dass ich oder wir Euch foppen wollen.«
Gideon deutet Marius, sich mit ihm zu verziehen, doch Marius hält ihn zurück.

»Habt Ihr eine Übernachtungsmöglichkeit? Es ist schon spät. Eine Frau wie Ihr sollte nicht mehr so spät unterwegs sein.«

Amelia schluckt. Pelata? Pelata?! Himmel, sie hat keine Ahnung, woher genau sie stammt, aber Pelata ist es bestimmt nicht. Sie würde nicht einmal zum sterben nach Pelata kommen, liesse es sich vermeiden. 

Pelata. Vortrefflich. 

schnaubt sie und so langsam bekommt sie es mit der Angst zu tun. Aber diesen beiden Mannsbildern zu sagen, dass sie sich tatsächlich nicht einmal an ihren eigenen Namen erinnern kann, lässt ihr Stolz nicht zu. Sie dreht sich langsam wieder zu ihnen um und lässt ihre Wimpern klimpern.

Es wäre eigenartig, hätte eine Dame von meiner Klasse keine solche, nicht wahr? Aber rein aus Neugierde.. besässe jemand dank eines unglücklichen Zwischenfalls keine einzige Penunze, wo fände sie wohl eine geeignete Kemenate für eine Nacht?

Marius Chamberlain 20.02.2017, 17:33

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Marius schwirrt der Kopf und er starrt sie einen Moment lang völlig irritierungslos an, wobei doch sie diejenige ist, die keinen Plan hat, wo sie ist. Gideon murmelt etwas von »Tusse« und Marius schlägt ihm mit der flachen Hand gegen den Hinterkopf. Sein Bruder grinst nur und lacht leise auf.

»Wenn Ihr mich fragt, wo Ihr hier schnell unterkommen könnt, dann kann ich Euch etwas empfehlen. Aber für… kein Geld.«
Marius wirkt unsicher. Auch wenn er niemals eine Frau zurücklassen würde, wird er ihr doch nicht gleich vorschlagen, das Zimmer zu bezahlen. Dafür findet er sie zu amüsant.

Amelias Blick ruht noch immer auf Marius. Den Kommentar seines Bruders würdigt sie keinerlei Reaktion. Stattdessen tastet sie mit den Fingern nach der schmerzenden Stelle in ihrem Gesicht und ihr wird leicht blümerant zumute. Sie ist doch jemand! Oder ist sie niemand? Langsam lässt sie sich wieder auf die Knie sinken.

Ihr tragt doch.. gewiss einen Flachmann bei Euch, zwei Kerle wie Ihr?

Marius Chamberlain 21.02.2017, 08:22

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Gideon verdreht die Augen.

»Die ist doch nicht mehr ganz dicht. Lass uns gehen. Wir finden bessere Gesellschaft.«
sagt er zu seinem Bruder und wendet sich ab, Marius mit sich ziehend. Doch dieser reißt sich von ihm los und geht zu Amelia hinüber.

»Kommt mit mir, ich bringe Euch wohin, wo Ihr Euch ausruhen könnt. Und da gibt es auch Alkohol, wenn es Euch danach verlangt.«
Er hockt sich vor ih hin, berührt sie jedoch nicht, blickt sie nur vertrauensvoll an.

»Ich verspreche Euch, ich bin weder ein Serienmörder, noch ein gewalttätiger Mann, noch ein Dieb oder Lustmolch.«

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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