Kaiserreich
Drachenstein

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Chen Lu Yang 01.02.2017, 17:30

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Den Brief ihres Bruders in der Tasche, Tao auf ihrem Arm und die Liebe ihres Lebens neben sich durchquert Chen Lu das große Osttor von Duftender Hafen. Sie beide tragen unscheinbare Kleidung, die sie wohl Bettlern hätten abnehmen können, doch die Mönche hielten diese Verkleidung am geeignetsten, als sie aufbrachen. Sie sieht keineswegs mehr wie die Schwester des Ministers aus, aber das liegt wohl viel weniger an ihren Klamotten, sondern viel mehr an dem kleinen Baby in ihrem Arm. Niemand, der sie in den letzten Jahren kennengelernt hat, hätte es jemals für möglich gehalten, dass sie Mutter wird. Sie selber am allerwenigsten. Doch hier steht sie: Den kleinen Omura an ihrer Brust, dessen Vater an ihrer Seite. Und auf dem Weg zu ihrem Bruder. Sie kann sich nicht vorstellen, wann sie jemals in ihrem Leben glücklicher war.

Long Thien Omura 02.02.2017, 07:56

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Und selbst Long macht an Chen Lus Seite wieder einen ganz passablen Eindruck. Ein kleines Hinken ist von seinem zerschmetterten Fuss geblieben und wird ihn wohl immer an diesen Krieg und seine ganz besonderen Begebenheiten erinnern. Aber all das spielt keine Rolle mehr. Wichtig sind die zwei Menschen an seiner Seite. Seine hoffentlich baldige Angetraute Chen Lu und das kleine Wesen, das sie schützend in ihrem Arm trägt.

Liems Antwortbrief war so knapp, wie es alle seine schriftlichen Nachrichten sind. Neben einer kurzen Bekundung seiner Freude über die Geburt seines Neffen, stach besonders die dringliche Bitte, Long, Chen Lu und Tao mögen so schnell wie möglich nach Duftender Hafen kommen, ins Auge.

Sie passieren das Osttor ohne Probleme und niemand scheint wirklich Notiz von ihnen zu nehmen. Weshalb auch. Sie beide sehen den Menschen, die sie vor dem Krieg einst waren, nicht mehr sonderlich ähnlich. 

Und das hier ist Duftender Hafen. Du wirst es kennen lernen. Hübsche Strassen, das Kaiserschloss, das über allem thront, den weltbesten Reisschnaps und eine Menge leichte Mädchen wie überall, wo grosse Schiffe anlegen und es die Matrosen nach Unterhaltung dürstet. Aber mit den letzten beiden Dingen wartest du noch eine Weile, verstanden?

raunt Long seinem kleinen Sohn zu und lacht. Schon den ganzen Weg über hat er den Reiseführer gespielt und dem kleinen Kind zu Chen Lus Amusement versucht, die Welt zu erklären.

Chen Lu Yang 02.02.2017, 08:07

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Chen Lu lacht ebenfalls leise auf, dreht sich jedoch von Long weg, um Tao von seinen Worten auszusperren. 

Hör nicht auf deinen Vater, Kleiner. An so was musst du noch gar nicht denken. Aber du… solltest dir merken, dass du niemals eine Frau respektlos behandeln solltest. Niemals. Egal, wie sie heißen oder aussehen oder sich benehmen. Viele hätten auch deine Mutter ein leichtes Mädchen genannt…
Sie stockt einen Moment und blickt lächelnd zu Long hinüber.

Obwohl ich nie Geld genommen habe. Aber darum geht es nicht. Du musst nur daran denken, dass in ihnen allen eine Prinzessin steckt.

Long Thien Omura 02.02.2017, 08:53

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Long legt den Arm lachend um Chen Lus Schulter und zieht sie an sich, während sie die Gassen durchqueren. 


Da hat sie recht. Eine Prinzessin steckt in jedem Mädchen. Manche wissen es eben einfach unheimlich gut zu verbergen. Aber wenn du in ihre Herzen siehst, wirst du erkennen, dass deine Mutter recht hat. Damit und.. mit allem anderen, was sie dir erzählt. Glaub deiner Mutter besser. Du willst dich nicht wirklich mit ihr anlegen.

Er grinst breit und haucht ihr einen Kuss auf die Wange.

Meine Prinzessin.

Chen Lu Yang 02.02.2017, 09:42

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Chen Lu blickt liebevoll zu ihrem Liebsten auf.

Da sprichst du weise Worte, Omura.
Sie grinst und wendet den Blick dann aber etwas hochmütig ab.

Bis auf den Teil, mit mir als die Prinzessin. Ich bin eine Königin…
Mit gehobenen Kinn stolziert sie ein Stück vor ihm, dreht sich dann aber breit grinsend wieder zu ihm um. Gott, die liebt es, wieder hier zu sein. Nicht mehr eingesperrt.

Long Thien Omura 02.02.2017, 10:09

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Für mich bist du eine Göttin. Spätestens seit ich gesehen habe, welches Wunder dein Körper vollbracht hat.

Entgegnet Long lachend und holt mit zwei schnellen schritten zu Chen Lu und seinem Sohn auf. 

Dennoch solltest du dein Kinn nicht zu hoch tragen. Sonst läufst du noch Gefahr zu stolpern… Königin.

Chen Lu Yang 02.02.2017, 10:20

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Chen Lu grinst breit.

Nur dieses Wunder wäre nie entstanden, wenn du…
Sie dreht ihren Kopf zu Long und von Tao weg und senkt ihre Stimme.

mich nicht richtig rangenommen hättest.
Sie grinst breit und küsst Long schnell auf die Wange.

Long Thien Omura 02.02.2017, 10:53

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Ich wünschte nur, wir beide könnten uns noch besser daran erinnern.

lacht Long beschwingt. Er geniesst es, für einmal wirklich unbeschwert mit Chen Lu zu sein. Sie passieren das zweite Stadttor, das in die Oberstadt führt und erreichen schon bald den Palast.

Daimyō Liem Yang 02.02.2017, 10:56

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Liem steht am grossen Fenster in seinem Arbeitszimmer und starrt seit gefühlten Stunden hinunter auf das Schlosstor. Er ist nervös und besorgt und wenn er seine Schwester, ihren Mann und seinen Neffen nicht bald zu Gesicht bekommt, wird er einen Suchtrupp los schicken. Oder besser noch. Ein ganzes Bataillon.

Chen Lu Yang 02.02.2017, 11:36

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Chen Lu grinst erneut.

Glaub mir, meine Fantasie ist vollkommen ausreichend.
Sie mustert ihn anzüglich, miemt dann aber gleich wieder die unschuldige, jungfräuliche Mutter, als sie auf den Palast zuschreiben. Auch wenn sie nicht erkennen kann, sucht sie die Fenster nacheinander nach ihrem Bruder ab. Sie kann spüren, dass er irgendwo dahinter steht.

Long Thien Omura 02.02.2017, 11:51

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Tatsächlich? Ich schätze, die meine hätte etwas Nachhilfe nötig..

grinst Long und streift seine Kapuze ab, als sie vor den Wachen am Schlosstor stehen. Sollten sie Chen Lu und ihn nicht ohnehin bereits auf Liems Geheiss hin erkannt haben, so ist spätestens das Zeichen auf seiner Wange, das ihn als Ronin ausweist, ein eindeutiges Indiz. Kein anderer gefallener Shogun würde es wagen, sich dem Schloss so unverhüllt zu nähern. Und wie erwartet, verneigt sich der wachhabende Soldat und küsst mit seiner Nasenspitze beinahe den Boden. Das Erstaunen über die Umstände sowie das Kind in Chen Lus Armen ist ihm deutlich anzusehen. 

»Dame Yang. Willkommen zurück. Euer Bruder wird erfreut sein, Euch zu sehen.«

Er wendet sich ab, und winkt einen Bediensteten herbei.

»Er wird Euch unverzüglich in die Gemächer der hohen Herrschaften führen.«

Chen Lu Yang 02.02.2017, 14:11

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Chen Lu zuckt kurz zusammen, als die Wache aufgrund dieses Schandmals Long identifiziert. Er sollte dieses Mal nicht tragen, und so sehr sie Liem auch vermisst, sie glaubt nicht, ihm das jemals verzeihen zu können. Für sie war diese Nacht kein Fehler, auch wenn sie vor einiger Zeit noch selber daran gezweifelt hat. Und als solcher sollte sie auch nicht in ihrem Kopf bleiben, wenn sie ihn anblickt.

Chen Lu bemerkt erst, dass sie in ihren Erinnerungen versunken war, als das Gesicht des Bediensteten vor ihr auftaucht und er sie anscheinend bittet, ihm zu folgen. Sie setzt ein Lächeln, was man, solange man sie nicht gerade gut kennt, wohl nicht durchschaut, und folgt ihm gemeinsam mit Long.

Long Thien Omura 02.02.2017, 14:31

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Long hingegen macht sich längst nicht mehr solche Gedanken. Er ist nun Vater und baldiger Ehemann und alles, was er zum Überleben braucht, ist bei ihm. Früher hätte ihn das Mal auf der Wange gestört. Heute hingegen trägt er es mit einem Lächeln, weil es ihn an eine Zeit erinnert, die die wunderschönsten und schrecklichsten Augenblicke in seinem Leben vereint.

Er lässt sich gemeinsam mit seiner kleinen Familie durch das Schloss führen, bis der Bedienstete schliesslich leise an eine prunkvolle Tür klopft.

Daimyō Liem Yang 02.02.2017, 14:36

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Die Reaktion folgt sogleich. Noch ehe der Arm des Bediensteten wieder unten ist, reisst Liem die Tür auf und bleibt angewurzelt stehen. Sein Blick richtet sich auf das unwirkliche Bild vor seinen Augen. Auf seine kratzbürstige, muskulöse kleine Schwester, die plötzlich da steht, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan, als für ein Kind zu sorgen. Auf seinen besten Freund, der zu seiner Erleichterung massiv besser aussieht, als bei ihrem letzten Aufeinandertreffen. Und auf den kleinen, schlafenden Jungen in Chen Lus Armen der es schliesslich ist, der dem Verteidigungsminister die Freudentränen in die Augen treibt. Tao.. er erkennt ihn sofort, selbst wenn er noch so viel kleiner ist, als bei seiner Vision.

Chen Lu Yang 02.02.2017, 15:00

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Chen Lu starrt ihren Bruder an. Unfähig, etwas zu sagen. Sein Blick wandert über sie, über Long und schließlich über ihr Kind. Sie hat keine Ahnung, wie dieses Bild für ihn wirken muss. Doch spätestens, als Tränen in seinen Augen glänzen, wünscht sie sich, ihren eigenen Körper verlassen und ebenfalls diesen Anblick genießen zu können.

Dáge…
Ihre Stimme ist sanft und beinahe wehmütig. Sie hat Angst, diesen Moment zu zerstören und doch scheint sie die einzige in der Lage zu sein, etwas zu sagen.

Daimyō Liem Yang 02.02.2017, 15:38

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Liem versucht etwas zu sagen, schüttelt dann aber den Kopf und deutet den dreien erst einmal, einzutreten. Doch kaum hat sich die Tür hinter Long geschlossen, schliesst der Verteidigungsminister seine Schwester und seinen Neffen lachend in die Arme.

Ich kann es nicht glauben.. Ich bin Onkel.. und du bist.. Mutter.

stammelt er immer wieder fassungslos aber sichtlich hingerissen.

Long Thien Omura 02.02.2017, 15:43

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Long hält sich die ganze Zeit über im Hintergrund, platzt aber fast vor Stolz. Selbst wenn Liem es nicht sagt, der kleine Tao ist sein Fleisch und Blut. Und obwohl alles dagegen gesprochen hat: Long steht nun aufrecht hier mit Chen Lu und seinem Sohn und hat alles, was er sich nur wünschen kann. Zumindest.. fast alles.

Er sieht seinen alten Freund an, den er vermutlich besser kennt, als er sich selbst. Und selbst wenn ihm bewusst ist, dass niemals ein Wort der Entschuldigung über Liems Lippen kommen wird, wünscht er sich dennoch, dass er ihm eines Tages verzeihen wird.

Chen Lu Yang 02.02.2017, 16:00

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Chen Lu schafft es nicht, Liem fest zu umarmen, dabei hätte sie viel zu große Angst, den kleinen Tao zu verletzen. Dennoch wünscht sie sich gerade, ihren Bruder ganz fest in den Arm zu nehmen. Sie widersteht dem Drang und stellt sich stattdessen neben Long, wobei sie sich sanft in seine Richtung lehnt.

Ja, das bist du. Und wir sind Eltern. Wer hätte das schon jemals geglaubt?
Auch ihr treten nun Tränen in die Augen, sie blinzelt sie schnell weg, doch ihr Lächeln verzieht sich leicht unter einem unterdrückten Glücksschluchzen.

Daimyō Liem Yang 02.02.2017, 18:28

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Liem steht da und betrachtet die glückliche Familie vor ihm. Besonders Long. Er hat sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht, was er sagen oder wie er reagieren soll. Aber nun, da er vor ihm steht und so unfassbar stolz lächelt, wie Liem ihn noch niemals zuvor gesehen hat, fällt es ihm nicht schwer, einen Schritt auf ihn zu zu gehen. 

Gut gemacht, alter Tunichtgut. 

grinst er und schliesst nun auch seinen besten Freund, der fast schon ein Bruder für ihn war, ehe das alles geschehen ist, in die Arme. 

Long Thien Omura 02.02.2017, 18:30

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Long lacht auf und klopft Liem freundschaftlich auf den Rücken. Er kann nicht fassen, was hier geschieht. Es scheint fast, als wäre der kleine Tao das Wunder, das es gebraucht hat, um sie alle wieder glücklich zu vereinen. 

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