Kaiserreich
Drachenstein

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Seltsamer Besuch

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Yorden 13.08.2016, 00:46

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Dreimal klopfte ihre Faust an das große, massive Holztor dann verschwand sie wieder unter dem Mantel. Yorden wartete still und bedächtig im prasselnden Dauerregen, unbeirrt zog sie sich ihre schwere Kapuze tiefer ins Gesicht, von ihrem Bogen auf ihrem Rücken tropfte der Regen in eine große dunkle Pfütze.

»Verzeihung Mylady. Es ist schon spät, was wünschen sie?«
 

Yorden sah in das besorgte Gesicht eines älteren Dieners, der durch eine kleine, geöffnete Holztür im Tor, ihr zugeneigt, stand und den Regen wegblinzelte. Yorden straffte kurz ihre Schultern und ging einen Schritt näher.

»Ich möchte zu Lady Eilonwy, ich habe es nicht früher geschafft, verzeiht mir mein spätes Erscheinen.«

Der Diener überlegte lange, musterte Yorden lange und nachdenklich, eher er seufzte. Dann machte er einen Schritt zur Seite, die Dame schien ihm nicht gefährlich zu sein und Eilonwys Worte waren stets Wer Hilfe sucht, der solle angehört werden, egal zu welcher Zeit. Mit der Hand machte er eine ausladende Geste und wartete.
Yorden nickte und bedankte sich, dann machte sie einen weiteren Schritt hindurch durch die niedrige Holztür, der Regen hatte auf dem beleuchteten Hof viele glitzernde Pfützen gebildet, dunkel gefärbt von Erde und der Finsternis der Nacht.
In angebrachten Abstand folgte sie stumm dem alten Diener, der angestrengt durch den Matsch stapfte, sie liefen einige Meter ehe sie an das große Eisentor des Schlosses von Vincaster gelangen. Links und Rechts daneben standen je zwei Wachen, bewaffnet mit Schwert und Langbogen. Ihre Gesichter ausdruckslos unter den schweren Leinenkapuzen blickten sie in die Finsternis der Nacht. Yorden registrierte alles um sich herum, sprach jedoch kein Wort.
Drinnen wurden beide von einer wohligen, trockenen Wärme umhüllt, die von einer Kaminstelle in einer Ecke der Eingansghalle ausging. Yorden war dankbar für den Temperaturwechsel, behilet aber ihre Kapuze nach wie vor auf, sie schob sie nur ein wenig nach hinten, um mehr sehen zu können.
Der Diener blieb abrupt stehen, soweit es seine alten Knochen zu ließen und blickte Yorden freundlich, aber zurückhaltend an.

»Ich werde mich erkundigen ob Lady Eilonwy schon ihr Abendessen beendet hat, wartet hier.«

Yorden entgegnete nichts, sie blickte abwesend im Raum hin-und her.

Penulatal 15.08.2016, 00:22

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Penulatal schlenderte im gemütlichen Schritttempo durch die Schlossgänge, er hatte gerade zu Abend gegessen, als er am Ende des Flurs, in der Eingangshalle, eine in, flauschigem Fell gekleidete junge Frau sah. Ihr Mantel tropfte und bildete viele kleine Pfützen, die den Boden wie einen Spiegel wirken ließen. Ihre Haltung war selbstbewusst, aber gleichzeitig auch sehr wachsam. Er wusste nicht wer sie war oder was sie wollte, es war schließlich schon wirklich spät.

Der Elf legte den Kopf schief, um sie genauer zu betrachten, ihre Kapuze hatte sie scheinbar in ihren Nacken gezogen, die Spitzen daran tropften ebenfalls unaufhörlich. Ihre Haar war lang und dunkel und hing ihr in Fransen ins Gesicht, von ihr ging eine, ihm altbekannte Wildheit aus. Er sah nur ihre rechte Körperseite, die ihm zugewandt war. Angestrengt überlegte er, als auch schon Eilonwy in sein Blickfeld kam, sie sah etwas müde aus, so schien es ihm. In seinem Herzen breitet sich sofort eine freundschaftliche Wärme aus. Penulatal lächelte liebevoll.

Eilonwy 29.08.2016, 17:53

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Eilonwy war überrascht, mit Besuch hatte sie um diese Uhrzeit nicht gerechnet, es war sowieso ein bisschen still geworden in ihrem Schloss, was ihr aber Zeit gab, sich zurechtzufinden. Nach dem Abendessen hatte sie abermals die gebrachten und zusammengetragenen Papiere der Bewohner durchstöbert, um auszuwerten, was ihr Volk am meisten brauchte. Anders als Eilonwy gedacht hatte, waren sie durchweg zufrieden und glücklich mit dem was sie hatten, trotzdem es gab auch vieles zu tun. Neue Bildungsstätten, mehr Geschäfte mit Preisen die man sich leisten konnte, landwirtschaftlich lag einiges im Argen, das hatte Eilonwy bemerkt. Der Boden Vincasters war fruchtbar, keine Frage, aber wie es schien, gab es da Probleme mit der Bewässerung und die Bauern hatten aus irgendeinem Grund viele Zuchttiere verloren, warum hatte sich ihr noch nicht erschlossen, sie würde diesbezüglich einmal mit Penulatal reden müssen.

Aber jetzt gab es anderes, einen merkwürdigen Besucher, wie Orlen ihr mitgeteilt hatte.

Die Königin straffte ihre Schultern und kam lächelnd auf die junge Frau zu, musterte sie dabei jedoch unauffällig.

"Wilkommen in meinem Schloss zu Vincaster. Ich würde vorschlagen, wir besprechen Ihr Anliegen in meinem Arbeitszimmer, hier ist nicht der richtige Ort, außerdem denke ich, könnten Sie ein bisschen Wärme gebrauchen.
Folgen Sie mir."

Damit der Gast nicht auf dumme Ideen kam, tauschte Eilonwy ein paar intensvie Blicke mit einer Wache in der Eingangshalle, die daraufhin kaum merklich nickte.

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