Kaiserreich
Drachenstein

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Besuch bei Kommandant Platow

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Bilu Chen 18.03.2016, 12:27

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Bilu spricht leise und wirkt natürlich geknickt.

Ich verstehe. Doch Mord war es auf keinen Fall. Schlimmstenfalls ein Unfall. Nichts desto trotz verstehe ich das Ihr mich dessen anklagt.

Auch wenn Ihr diesen Vorfall als Unfall seht, in der drakischen Rechtssprechung ist die Tötung einer andere Person immer ein Mord und wird gleich behandelt.

Bilu Chen 18.03.2016, 14:19

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Bilu ist erstaunt. Ein Unfall gilt hier als Mord? Doch Sie weis, Sie ist in einem fremden Land und muss sich demnach fügen.

Ist das so? Erstaunlich. Ich werde mich wie gesagt fügen. Nur dem reinen Interesse halber, was, wenn der Tote Schuld an einem Unfall wäre? Ist es dann auch Mord? 

Dies wird von Fall zu Fall entschieden. Die Schuld des Opfers muss eindeutig jene des Täters überwiegen.
Ich verstehe worauf Ihr hinauswollt. Ich fürchte nur, das Gericht wird dies anders sehen.

Ondrej hat nun ebenfalls Platz genommen.

Trotzdem würde mich interessieren wie Ihr diese Sache erlebt habt. Ihr seid eine sehr disziplinierte Kämpferin, trotzdem habe ich bei Eurem Kampf einen gewissen Ärger von Eurer Seite gesehen.

Bilu Chen 18.03.2016, 16:08

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Bilu fühlt sich ertappt.

Es gab im Vorfeld des Kampfes einige kleine Vorkommnisse. Der alte Mann hat mich bewusst gereizt. Hat mir auf dem Marktplatz ein Bein gestellt und mich der Lächerlichkeit preis gegeben. Das ohne das ich Ihn dazu provoziert hätte. Ich gebe gerne zu, das ich wütend war. Ich dachte aber das wäre alles vor Geplänkel um mich unkonzentriert zu machen. Natürlich war ich nicht so wütend, dass ich jemanden umbringen würde. Das verbietet mir ganz klar mein Ehrenkodex auf den ich mit meinem Leben schwören musste. Im Kampf und im Krieg ist das etwas anderes. Aber nicht bei einem Wettkampf.
Bilu muss eine kurze Pause machen und geht in Gedanken nochmals den Kampf durch.

Bei unserem letzten Zug im Ring wandte ich ein Manöver and as man hier wohl »Beinkreisel« nennen würde. Ich wusste, das der alte Mann diesen Zug kennt. Ich habe erwartet das er zwar aus seinem Gleichgewicht kommt aber den Angriff auch kontert. Daher der gleich darauf folgende Zug »Die Schlange beisst«. Welcher tief geführt wird und den Gegner einfach umstossen soll. Dabei wird der Torso im Zentrum getroffen, also der Bauch. Ein Kämpfer der aus dem Gleichgewicht ist, fällt dabei einfach nach hinten um. Genug um den letzten Punkt zu erringen. Doch aus der Drehbewegung kommend und vorwärts schnellend, war der alte Mann nicht dort wo er hätte sein sollen.
Bilu atmet schwer.

Ich weis nicht wie ich es anders beschreiben soll. Er war einfach zu tief. Und statt mir die Körpermitte zu bieten prallten meine Hände gegen seine Rippen. Ausgerechnet auf der Höhe des Herzens. Es gab keine Zeit irgendwie den Schlag noch zu ändern oder zu verhindern. Es … es ist alles zu schnell geschehen.

Ondrej macht sich die ein oder andere Notiz auf dem Pergament und lässt Bilu reden.

Ihr meint er war zu tief… oder wart Ihr zu hoch? Ist es nicht möglich, dass Ihr Euch bei seiner Größe verschätzt habt… oder verschätzen wolltet?
Auch wenn es eine eindeutige Anschuldigung ist, Ondrejs Tonfall hat sich kein wenig verändert und ist so ruhig und sachlich wie zuvor.

Bilu Chen 18.03.2016, 16:36

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Nein.

Bilu zögert keine Sekunde mit der Antwort. Dabei überhört Sie die zweite Andeutung unbewusst. Allein schon das Wort verschätzen wirkt wie ein Affront auf Sie.

Ich bin Meisterin der Klingen Oberst. Ich beherrsche alle gängigen Kampftechniken im Schlaf. Ich verschätze mich ganz bestimmt nicht! Dafür trainiere ich viel zu hart. Was würde man von mir denken wenn ich einen tölpelhaften Anfängerfehler mache.

Ihr antwortet sehr schnell Bilu, immerhin war es ein hitziger Kampf, hunderte haben Euch zugesehen, Eure eigene Kaiserin ebenso. Dazu die Peinlichkeiten und Erniedrigungen von vorhin. Könnt Ihr da so sicher sein keinen Fehler begangen zu haben?

Bilu Chen 18.03.2016, 17:13

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Oh glaubt es mir Oberst Platow. Genau das frage ich mich im Geiste immer und immer wieder. Da ist ein fataler Wiederspruch in mir. Die Tatsachen sprechen einfach für sich. Ein Mensch ist gestorben. Durch meine Hand und ohne das ich mit Ihm im Kampf lag. Doch wo liegt der Fehler. Meine Technik war makellos. Das wird Annan sicher bezeugen. Sie kennt sich damit aus. Oder fragt jemand anderen aus Kitai der diese Technik beherrscht. Die Peinlichkeiten und Erniedrigungen führten nur dazu, das ich mich noch mehr konzentrierte. Schon gar nachdem mir der alte Mann kurz zuvor gezeigt hatte, das er ein würdiger Gegner ist. Ausgerechnet das. Ein Mann, der so kämpft wie er, nein der macht solche einen Fehler nicht. Oberst, das werde ich niemals glauben! Und doch ist es geschehen. Ach könnte ich doch zurück reisen. Ich wollte doch nur mein Können in diesem Wettkampf demonstrieren. Und nun stehe ich da in Schande. 

Ondrej sucht kurz in seinen Papieren umher und legt das ausgefüllte Formular auf den Tisch.

Unglücklicherweise ist Yü Fei Wong, auch wenn er beim Anmeldungsformular anders eintragen hat lassen, ein Bürger des Kaiserreichs Drachenstein. Ich habe mich diesbezüglich bei meinen Quellen informiert welche sich noch sehr genau an den fremdländischen Besuch erinnern konnte. Das heraussuchen der Dokumente wird das selbe Ergebnis bringen, auch wenn es dauern wird.
 
In diesem Augenblick klopft es an der Tür und ein Soldat tritt ein.

»Kommandant, ich soll Ihnen Meldung machen, dass Yü Fei Wong nach kurzer Wiederbelebung seinen Verletzungen erlegen und vor wenigen Minuten verstorben ist.«
Platow blickt still auf den Überbringer dieser Schreckensbotschaft.

Bilu Chen, wegen des Verdachts des Mordes an einem drakischen Bürger muss ich Euch in Gewahrsam nehmen.

Daimyō Liem Yang 20.03.2016, 11:50

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Liem, der die ganze Zeit über mit hinter dem Rücken verschränkten Armen neben der Tür gestanden hat, tritt nun an den Tisch. 

Kommandant Platow.. Im Namen der Kaiserin von Kitai bitte ich Euch höflichst, belasst die Dame Chen in unseren bezogenen Gemächern. Ich verstehe, dass die Umstände dieses tragischen Todesfalls geklärt werden müssen. Doch um des Friedens willen zwischen dem Kaiserreich Drachenstein und dem Kaiserreich Kitai, rate ich Euch, die Leibwächterin und Freundin von Kaiserin Annan nicht in einen Kerker zu sperren, ehe die Untersuchungen abgeschlossen sind. Stellt Wachen auf, so viele Ihr wollt. Wir werden dafür sorgen, dass sie sich einer gerechten Strafe nicht entziehen wird. 

Eure Fürsorge ist vorbildlich.

Ondrej nickt dem Gesuch ab.

Unter den gegebenen Umständen stimme ich Eurer Bitte zu, nichts desto trotz, dass das Schlosspalast ohnehin der am besten gesicherte Ort hier in Laigen ist.
Es wird eine Wache vor Euren Zimmer aufgestellt, sowie werdet Ihr, ehrenwerter Minister Yang, als Bürge vermerkt.
Ich hoffe, dass die Angelegenheit geregelt werden kann bevor wir einen Richter aufsuchen müssen.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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