Kaiserreich
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Besuch bei Kommandant Platow

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Sonja Taymoris 05.02.2016, 07:36

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Nachdem sich der erste Ansturm der Anmeldungen für das Turnier etwas gelegt hat, sucht Sonja Kommandant Platow auf. Vor seiner Amtsstube angekommen ist sie einen Moment nervös. Wie lange ist es nun her? Monate? Ein Jahr, zwei? Ob er mich überhaupt sehen will?
Sie atmet drei, vier Mal durch und nach dem fünften Atemzug klopft sie an die Tür.

Herein.

Platow gibt gerade ein unterschriebenes Pergament weiter an einem neben ihm stehenden Soldaten. Die Einrichtung ist gewohnt militärisch spartanisch. Kein übermäßiger Luxus. Neben einer Karte der umgebenen Anlage hängt noch ein Brett mit den Waffen der Silberketten beginnend von den ersten Versuchen bis zur aktuellen Machart an der Wand. Ein schmuckloser Tisch, ein Schrank, ein paar Akten, Tinte und Feder, in der Ecke ein Bett.
Der Oberst blickt auf und ist angenehm überrascht. Ein feines Lächeln ziert seine Lippen.

Taymoris. Was verschafft mir die Ehre des Besuches?

Sonja Taymoris 05.02.2016, 15:15

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Mir kam zu Ohren, dass hier ein Turnier ausgetragen wird. Da dachte ich mir, ich statte meinem Vorgesetzten einen Besuch ab und ersuche um die Erlaubnis, daran teilzunehmen. Ich möchte ja nicht, dass ihr die Verantwortung für all die Verletzten übernehmen müsst.

Sonja gönnt sich ein feines, kurzes Lächeln und schaut den Kommantanden etwas verstohlen an. Dann geht sie auf ihn zu und umarmt ihn kurz, lässt ihn sogleich wieder los und tritt einen Schritt zurück.

Es tut gut wieder hier zu sein. Ich wollte einfach sehen wie es euch geht. Es tut gut zu sehen, dass ihr die Kämpfe im Untergrund überstanden habt. Sagt, wie geht es meinen alten Schützlingen? Ich hörte Berichte von Toten. Sagt, welche Verluste beklagt ihr?

Von diesem freundlichen Entgegenkommen etwas überrascht dauert es einen Augenblick bis er die Umarmung sacht erwidert bevor sie sich wieder voneinander lösen.

Die Kämpfe in dem Unterreich waren unsere Kampftaufe. Ich möchte nichts beschönigen. Wir hatten Glück.
Der Feind hat sich gegenseitig schon so sehr zerfleischt dass er verwundet und ohne Struktur und Befehlshaber war. Trotzdem waren es keine leichten Kämpfe.
Ondrej geht zu einem der Ordner und schlägt sie auf, sucht kurz und reicht Sonja eine Liste mit etwa dreißig Namen.

Eine Auflistung der Gefallenen seit dem Tag der Gründung des Ordens. Die Meisten dürften Euch bekannt vorkommen.
Ich habe vor die Liste einmeißeln zu lassen. Jeder neue Rekrut soll sich die Namen derjenigen einprägen damit sie nicht vergessen werden.
Aber es gibt auch positives zu berichten.
Ihr erinnert Euch noch an Gadrios unseren 'Zimmermann'? Nach seinem Abenteuer mit diesem zusammengewürfelten Trupp hat er zwar seine Angewohnheit zu prahlen nicht verloren, aber dafür einiges an Eifer zugelegt.
Und die werte Räuberstochter Nesrin ebenfalls. Sie gehören beide zu meinen besten Truppführern.
Außerdem haben wir erstaunliche Fortschritte bei der Entwicklung unserer Waffen und Fähigkeiten gemacht.

Sonja Taymoris 05.02.2016, 16:09

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Sonja verharrt einen Moment auf der Liste und fährt mit dem Finger die einzelnen Namen ab. Sie hat schon früher Kampfgefährten verloren, das ist nichts Neues. Dennoch fällt es ihr schwer, ihre Selbstkontrolle aufrecht zu erhalten. Sie atmet tief durch, und gibt die Liste an Kommandant Platow zurück.
Sie versucht ein Lächeln.

Das Grossmaul hat überlebt? Und auch Nesrin, die es mir nicht wirklich leicht gemacht hatte. Schön, dass sie es geschafft haben.
Wenn ihr es mir erlaubt, werde ich in Kürze derer gedenken, die im Kampf gegen das Böse von uns gegangen sind. Auf meine Weise. Sicher habt ihr das bereits getan, ich muss es jedoch auch hinter mich bringen. In der kurzen Zeit die mir damals blieb habe ich versucht sie zu schleifen und auf das Kommende vorzubereiten. Ich wollte nicht, dass auch nur ein Einziger der mir Anvertrauten nicht zurückkehrt.
Sagt, bin ich in den letzten Monaten sentimental geworden?
Es ist anders als früher. Damals, unter dem falschen Kaiser in Kitai hatte niemand eine Wahl. Dieser Haufen hier den ich in Form zu bringen hatte war anders. Es waren allesamt gute Leute und ich frage mich, ob ich wirklich ALLES gegeben hatte oder ob ich mehr hätte tun müssen.

Ondrej schüttelt den Kopf.

Es ist gut zu hören das Ihr euch Gedanken macht. Wenn jemand ohne einen Gedanken zu verschwenden gute Männer und Frauen in den Tod schickt, ist er nicht mehr geeignet für seine Position. Die Wahrheit ist, Krieg stumpft ab. Ich persönlich rufe mir immer wieder die Namen jener ins Gedächtnis die auf meinen Befehl hin im Kampf gestorben sind, damit sie keine grauen Schemen der Vergangenheit werden.
Seine Hand streicht leicht über die Liste als er sie wieder auf dem Schreibtisch ablegt.

Doch dürft Ihr euch nicht zu sehr davon beeinflussen lassen. Sie sind Soldaten und kennen die Gefahr. Wenn Ihr aus Sorge um sie nicht ausschickt könnten Kämpfe, Schlachten, Kriege verloren werden und noch viel mehr Opfer fordern.
Um im Krieg Opfer zu vermeiden muss er so schnell wie möglich gewonnen werden. Jede Verzögerung verlängert das Leiden bei den Soldaten und bei den Bürgern unnötig.
Ondrej muss kurz aufschmunzeln als ihm etwas einfällt.

Niemand weiß das besser als die Feldherren Eures Landes, Frau Taymoris. In den letzten Monaten habe ich einige Werke aus Kitai gelesen die mein Interesse geweckt haben. Die Lehren eines Feldherren hat mich zutiefst beeindruckt. Selten habe ich den Krieg mit einer deutlicheren Klarheit beschrieben gesehen als in seinem Werk.
Der Kommandant geht zurück zum Tisch und holt aus einer Schublade ein Werk in original kitaiischer Schrift hervor mit dem Titel 'Über die Kriegskunst'.

Vielleicht hilft Euch das folgende aber mehr:
Ihr habt sie so gut vorbereitet wie Ihr konntet. Wärt Ihr nicht gewesen, die Liste wäre garantiert länger geworden. Vielleicht würde dann auch mein Name dabei stehen.

Sonja Taymoris 06.02.2016, 11:13

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Ihr? Was habe ich euch denn schon beigebracht?
Und natürlich habt ihr Recht, es gilt einen jedweden Konflikt schnellstmöglich zu beenden. Und ich bin mir sicher, dass die Silberketten sich ihrer Verantwortung bewusst waren und sind.
Die Werke von SunTze und all den anderen sind mir im übrigen bestens bekannt, auch wenn ich mehr für … sagen wir weniger öffentliche Einsätze ausgebildet wurde.

Sonja dreht sich um und macht Anstalten zu gehen. Sie hält kurz inne und blickt halb über die Schulter zurück.

Ich werde jetzt trauern, dann werde ich mich auf das Turnier vorbereiten. Ich bitte darum, während beidem nicht gestört zu werden. Und kümmert euch bitte nicht um Geräusche oder Gerüche, das gehört alles dazu.
Nein, fragt nicht. Ihr werdet es merken wenn es soweit ist.
Damit drehte sie sich um und verlässt ohne eine Antwort abzuwarten die Amtsstube.

Bereitet Euch vor.
Ich möchte Euch nur noch zu bedenken geben dass auch Teilnehmer aus Kitai kommen werden.
Rechnet damit.

Setzt er noch nach, dann scheint sie verschwunden zu sein. Ondrej widmet sich wieder der Bürokratie.

Bilu Chen 16.03.2016, 10:20

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Bilu lässt sich ohne murren Abführen. Sie ist innerlich aufgewühlt wie selten. Nicht das Sie in früheren Kämpfen nicht auch schon Menschen verletzt hätte. Aber getötet? Und dann nicht im Krieg sondern während eines Wettkampfes? Sie fühlt sich Schuldig. Sie geht im Geiste immer wieder den letzten Part des Kampfes durch. War Sie zu unbeherrscht, hatt sie aus Hass gehandelt? Wollte Sie es dem alten Mann heimzahlen? Hat Sie schlussendlich die Beherrschung verloren? Wie eine dunkle Wolke hängen diese Gedanken über Ihrem Kopf. Sie nimmt den Raum um sich kaum wahr, sonst wäre es Ihr vermutlich eine Ehre in den Privatgemächern von Oberst Platow zu sein.

Daimyō Liem Yang 16.03.2016, 10:21

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Liem folgt den Wachen und besonders Bilu in einigem Abstand. Vor dem Gebäude bleibt er stehen und wendet sich an eine der Wachen. 

Verzeiht, guter Mann, könnt Ihr mir sagen, wohin man die Dame Bilu Chen bringt?

Der Ordenswachmann schaut streng an Yang hinab und hinauf bevor er antwortet.

»Wir bringen sie zu Kommandant Platows Räumlichkeiten zur Befragung, ehrenwerter Minister.«
Vor dem Turnier wurde allen Ordensmitgliedern ganz genau beigebracht wer kommen könnte und wie dieser vermutlich aussieht.

Daimyō Liem Yang 16.03.2016, 12:21

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Liem nickt. 

Ich verstehe. Bitte richtet dem Kommandanten aus, dass ich auf Befehl von Kaiserin Annan hin darauf bestehe, bei dieser Befragung anwesend zu sein, da es sich bei der Dame Chen um die Leibwächterin der Kaiserin von Kitai handelt.

"Eure Person und jene der Dame Chen ist uns sehr wohl bewusst, ehrenwerter Minister.
Ich werde Euer Anliegen weitergeben."

Der Soldat deutet eine Verneigung an und geht weiter.

Daimyō Liem Yang 16.03.2016, 12:57

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Ich danke Euch.

Liem verneigt sich leicht, bleibt etwas verlassen zurück, verschränkt die Hände hinter dem Rücken und geht vor der Tür auf und ab, während er darauf wartet, dass er eingelassen wird.

Innerhalb der Garnison steuert Platow geradewegs in Richtung seines Arbeitszimmers als ein Soldat zu ihm eilt und ihm etwas mitteilt. Der Kommandant gibt einen kurzen Befehl und setzt dann seinen Weg fort, hinein ins Arbeitszimmer, umrundet den Schreibtisch und setzt sich wobei er Bilu zeigt, dass sie sich ebenfalls setzen dürfe.

Möchtet Ihr einen Tee oder etwas anderes zu trinken?

Daimyō Liem Yang 18.03.2016, 11:49

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Liem folgt der Wache durch die Korridore. Er wird direkt in Platows Arbeitszimmer geführt, wo er sich respektvoll die Faust an die Brust legt und sich verneigt. 

Kommandant Platow. Es hätte wahrlich angenehmere Umstände für ein erneutes Treffen gegeben, wie ich fürchte.

Bilu Chen 18.03.2016, 11:59

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Bilu blickt von Ihrem Sitz auf und bemerkt das Oberst Platow und Liem eingetreten sind. Oberst Platow redet etwas zu Ihr, sie ist aber noch zu sehr in sich versunken um zu verstehen…»Dann nicht«. Ist das erste, was Sie hört. Bilu steht auf und verbeugt sich vor Platow und Liem.

Verzeiht bitte Oberst Platow. Ich war im Geiste nicht ganz bei Euch. Bitte fragt was immer notwenig ist. Ich werde in allem kooperieren. Und seid auch bedankt Minister Yang. Sicherlich macht sich Annan bereit Sorgen. Es … es geht mir gut. Man behandelt mich äusserst zuvorkommend.

Ondrej nickt Bilu zu und erwiedert Yangs Gruß.
Heimlich beobachtet er Yang auf welche Position im Raum er sich begibt, welches ihm über dessen Standpunkt Aufschluss geben kann.

Yü Fei Wong ist auf dem Turniergelände gestorben. Die Eirae Rotverniasis sind gerade dabei zu versuchen sein Leben wieder her zu stellen.
Sollte der Tod des alte Mannes bestehen bleiben, droht Euch Bilu Chen eine Anklage vor dem Reichsgericht wegen Mordes.
Weiters seid Ihr vom Turnier disqualifiziert, was nur Euer geringstes Problem sein dürfte.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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