Kaiserreich Drachenstein

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Schneiderei Velluto

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Sophia Velluto 11.07.2016, 15:30

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Auch Sophia lacht, als sie sieht, wie Baelon seinen Drachen tiefer fliegen lässt. Der Wind wirbelt ihr Haar durcheinander und lässt es ihr wild ins Gesicht peitschen. Doch das alles bringt sie dazu, ihre Stute noch schneller anzutreiben. Schon bald erreicht sie die ersten Häuser der Stadt und zügelt das Pferd. Sie sieht nach oben und winkt Baelon zum Abschied. Im Gewirr der Gassen wird er sie von oben ohnehin schnell aus dem Blick verloren haben.

Baelon Costayn 11.07.2016, 15:43

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Baelon überlegt, Sophia noch eine Nachricht hinterher zu schicken, als sie ihm zum Abschied winkt, doch vermutlich würde sie sie auf diese Entfernung nicht hören. Noch nicht zumindest, dafür fehlt ihr die Übung. Dennoch fliegt er noch eine Weile über der Stadt her, ganz zum Unwohlsein einiger Bürger wie eine von Sophias Nachbarinnen, die vor ihrer Tür steht und nach oben blickt. Als Sophia an ihr vorbei zur Schneiderei reitet, blickt sie sie überrascht an, wendet sich dann aber wieder dem großen Schatten zu. Dann murrt sie grimmisch: 

"Der fliegt hier im Kreis, als würde er seine Beute ausspionieren. Meine Güte... Hauptsache er lässt meine Tiere in Frieden..."

Sophia Velluto 11.07.2016, 15:50

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Sophia steigt vom Pferd, als sie in der schmalen Gasse angekommen ist und nimmt es an den Zügeln. Der Kommentar ihrer Nachbarin lässt sie schmunzeln. 

Keine Sorge. Der hat genügend Jungfrauen verspeist heute Nacht.

sagt sie beiläufig, während sie Baelon und Trykon noch einmal winkt. Dann beachtet sie die Nachbarin nicht weiter und führt die Stute in die Schneiderei und schliesslich nach hinten in den Innenhof. Sie fühlt sich gut. Grossartig sogar, obwohl sie nicht geschlafen hat.

Baelon Costayn 11.07.2016, 16:01

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Baelon kehrt bald schon auf das Anwesen der Costayns zurück, um bei den letzten Hochzeitsvorbereitungen zu helfen und die ankommenden Gäste zu begrüßen. Klar ist, dass das Haus am Abend ziemlich voll sein wird. Ein einzelnes Gästezimmer für Sophia wird nicht mehr übrig bleiben, aber das stört Baelon ja nicht.

Sophia Velluto 12.07.2016, 07:20

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Sophia zieht etwas Stroh aus ihrer Matratze im Hinterzimmer und versorgt erstmal das Pferd. Dann legt sie sich erstmal ins Bett und betrachtet eine Weile gedankenverloren ihren Ring im Sonnenlicht, das durch das schmale Fenster fällt. Er schimmert rot wie Blut... wie das Blut, das sie beide verbindet.. das Blut ihrer Eltern, das durch ihrer beiden Adern fliesst. Und mit einem Lächeln im Gesicht schläft die Schneiderin schliesslich ein.

Als sie wieder aufwacht, steht die Sonne bereits hoch am Himmel. Doch noch ist genug Zeit, um sich für die Feierlichkeiten hübsch zu machen.

12.07.2016, 10:21

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Es ist kurz vor vier, als Sophia schliesslich mit schwitzigen Händen planlos mitten in der Schneiderei steht. Alles ist bereit, die Frisur aufwändig geflochten, das Pferd versorgt und das Kleid passt.

Die Schneiderin hat gerade eine volle halbe Stunde vor dem Spiegel in ihrem Hinterzimmer gestanden und sich betrachtet. So ein schönes, wertvolles Kleid hat sie noch niemals für sich selbst gefertigt. Und sie hätte es wohl auch nie getan, hätte Baelon es ihr nicht geschenkt.

Es ist tatsächlich so geworden, wie sie es wollte. Schlicht und zugleich elegant. Beinahe Schulterfrei und aus rotem Stoff, das Mieder ganz eng auf Figur geschnitten, was extrem exaktes Zuschneiden und Nähen erfordert hat. Es wäre tatsächlich nicht ganz einfach geworden, es zu verkaufen, immerhin müsste die Käuferin annähernd die selben Masse haben wie Sophia selbst.

Am oberen Rand des Mieders befinden sich schwarze Stickereien mit winzigen, funkelnden Steinchen. Nur gerade so viel, dass sie Alyssa nicht als übertrieben auffallen sollten. Darüber baumelt der kleine Drache, der Baelon ihr geschenkt hat. Er passt farblich genauso perfekt zum Kleid, wie ihr Verlobungsring. Sophia setzt ihren ausladenden Hut auf, der nunmal auf einen Anlass dieser Art gehört, nimmt ihr Täschchen und beschliesst, vor der Schneiderei auf die Kutsche zu warten.

12.07.2016, 11:10

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Natürlich sind Sophia alle Blicke sicher, als sie verlassen, so herausgeputzt wie niemals zuvor, vor ihrer Schneiderei steht. Doch lange braucht sie sich diesen nicht auszusetzen, denn bereits naht die Kutsche, die sie zum Anwesen der Costayns bringen soll. Sie sieht noch einmal zurück auf ihren kleinen Laden. Das Vermächtnis ihrer Mutter. Baelons Mutter. Wenn sie gewusst hätte, was hier drin geschehen wird, hätte sie Sophia vermutlich irgendwann die Wahrheit gesagt.. Sophia schmunzelt, steigt ein und sieht aus dem Fenster, während die Kutsche ruckelnd los fährt.

04.09.2016, 16:44

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Am nächsten Tag fährt wieder eine Kutsche vor und die Schneiderin steigt aus - bepackt mit einem breiten Lächeln und ihrer Erfindung in der Hand. Voller Vorfreude betritt sie ihr Geschäft, öffnet alle Fenster, lässt den warmen Wind hinein, bis sich die bestickten Vorhänge blähen. Dann geht sie in den Hinterhof, um ihre Stute zu versorgen. Sie legt ihre Wange an Milandas warmen Hals und streichelt ihr übers Fell. 

Na meine Hübsche? Dann werden wir heute Abend mal versuchen, den Weg zu den Costayns zu finden.. 

04.09.2016, 17:19

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Den ganzen restlichen Tag verbringt Sophia damit, summend ihre Nähmaschine auszuprobieren. Sie dreht am Handrad, führt die Fäden durch die vorgesehenen Kerben im Holz und probiert auf Reststücken aus, wie es sich mit dieser Erfindung nähen lässt. Das Ergebnis ist berauschend. Kerzengerade Stiche, absolut regelmässig und in einer Geschwindigkeit, die die Schneidern von Hand niemals erreicht hätte.