Kaiserreich
Drachenstein

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Die Geheimnisse der Lucrezia Thenardier

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Claire…

lässt es sich Lucrezia geradezu auf der Zunge zergehen. Das bringt sie ihrer Sache schon bedeutend näher.
War das ihr wahrer Name? Oder hat sie ihn nur… hier benutzt?
Sie ist in dem Buch auf einige Namen gestoßen, doch nicht auf Claire, als wollte Silas sie davor bewahren, möglicherweise mit seinen Aufzeichnungen in Verbindung gebracht zu werden.

So haben sie sie genannt. Alle. Sie war zunächst Leibärztin der Kaiserfamilie. Auch sie nannten sie so. 

erklärt Benedek und erwähnt nicht, dass er all das eigentlich überhaupt nicht wissen dürfte. 

Ich habe nie einen anderen Namen gehört. 

Ja, so etwas habe ich auch gehört. Wie kann es aber sein, dass sich eine völlig Fremde dieses Amt sichert?

bemerkt sie und scheint dabei tatsächlich gespannt auf Benedeks Anmerkungen und Begründungen zu sein.

Sie hat wohl zu überzeugen gewusst. 

erwidert Benedek vielsagend und zum ersten Mal hört man eine gewisse Abscheu gegen diese Claire in seinen Worten. 

Auch der Meister war vom ersten Tag an sehr angetan von ihr. Und man sagt, sie hätte die Königstochter von einem Fluch befreit. 

Von einem Fluch?

Lucrezia lacht auf, denn das klingt alles mehr als absurd. Diese Sprache, das Vertrauen, dass alle in sie setzten, und dann auch noch ihre Heilkräfte und das Brechen eines Fluches. Sie kann wohl kaum eine dahergelaufene Dirne gewesen sein.
Weißt du noch irgendetwas über diese Frau, was nicht in dem Buch steht, Benedek?

Ich.. weiss nicht, ich habe das Buch nicht gelesen. 

gibt Benedek zu und ist fast ein wenig froh darüber. So wird er für Lucrezia noch etwas länger von Nutzen sein, da er ihr die Informationen, die sie gerne haben will, nicht sofort geben kann. 

Aber sie hat mich verbrannt. Sie wollte es nicht, hat mich nicht einmal gesehen. 

Wie meinst du das?

fragt Lucrezia gespannt, setzt nach außen hin jedoch eine mitleidige Mine auf.
Was ist passiert?

Als sie zum ersten Mal bei uns in der Gilde war. 

beginnt Benedek seine Erklärung und er weiss genau, dass Neugierde und Wissensdurst diese Frage gestellt haben und nicht Lucrezias Mitleid.

Sie hat den Meister besucht. Ich war neugierig, habe mich zwischen den Pflanzen versteckt. Die beiden gingen weg und kamen erst Stunden später zurück, als es längst dunkel war. Diese Claire wurde plötzlich ohnmächtig und als sie wieder zu sich kam, hat sie den Meister angefaucht, er solle von ihr weg gehen. 

Auf seinen Lippen zeigt sich ein Lächeln, offensichtlich hat ihm dieser Anblick gefallen. Doch er wird schnell wieder ernst und sieht Lucrezia nun direkt in die Augen. 

Und dann fing sie an zu leuchten. Heller als die Sonne. Ich war darauf nicht gefasst, das Licht hat mein Gesicht getroffen, und selbst durch die Scheiben hindurch heftig verbrannt. 

Sie hat geleuchtet?

hakt Lucrezia und nun beginnen auch ihre Augen zu leuchten. Geradezu zu glühen.
Das klingt nicht gerade nach von… dieser Welt, findest du nicht auch?

Benedek schüttelt den Kopf und ein Schaudern läuft über seinen gesamten Körper. 

Sowas habe ich noch nie gesehen oder gespürt. Das war so unglaublich mächtig. 

Lucrezia schweigt einen Moment in Gedanken versunken, dann blickt sie mit neuem Elan zu Benedek auf.
Dürfte ich dir ein wenig von deinem Blut abnehmen? Aus rein wissenschaftlichen Gründen.

Benedek zuckt mit den Schultern und streckt Lucrezia den Arm entgegen, die Armbeuge nach oben gerichtet, was den Blick auf seine Venen frei gibt, die dicht unter seiner blassen Haut deutlich zu erkennen sind. 

Natürlich. 

Lucrezia schmunzelt, legt ihre Hand dann jedoch auf Benedeks Arm und streichelt sanft darüber.
Komm mit…
Dann erhebt sie sich von seinem Bett und nimmt ihn erneut an der Hand.

Benedek lächelt und steht auf, um mit Lucrezia zu gehen. Sie will sein Blut? Kein Problem. Davon kann sie haben, so viel sie will. Dafür braucht man kein Talent.

Ist da etwas in meinem Blut, seit sie mich geblendet hat?

Mab da Aba heute, 17:34

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Mab betritt Lucrezias Anwesen lächelnd und betrachtet das herrschaftliche Haus, während sie sich der Eingangstüre nähert. Dann klopft sie an und wartet gespannt.

Lucrezia ist bereits stehen geblieben, bevor das Klopfen Mabs durch die Gänge gehallt ist. Sie weiß genau, wer vor der Tür stehen wird. Irgendein lästiger Alchemist.
Würdest du zur Tür gehen und ihnen sagen, dass alles in Ordnung ist? Vermutlich machen sie sich um dein Wohlsein Sorgen… Aber das müssen sie doch nicht, oder?
Lucrezia lächelt Benedek sanft an und lässt eine Hand über seine Wange streifen.
Wimmel sie ab und komm dann in mein Gemach, mein Lieber.
Damit wendet sie sich ab und geht davon.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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