Kaiserreich
Drachenstein

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Das Anwesen der Tymonts

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Erneut steigt Wut in Rhaegar auf.
Ich kann ihn nicht davon kommen lassen, Viserya. Ich kann ihn nicht ansehen, mit ihm speisen und ihn damit nicht ermorden wollen. Ich kann nicht dulden, dass er mit seinen Worten und seinen… Taten davon kommt.
Er schlägt mit der Faust erneut gegen die Wand hinter ihr.
Verdammt, ich fühle mich so machtlos! Und so gedemütigt.

Sagst du ihm, dass du von jener Nacht weisst, dann..

Sie vollendet den Satz nicht, zumindest nicht gleich. Stattdessen sieht sie auf die demolierte Stelle an der Wand und wendet sich dann um, holt ihre Flugjacke vom Sofa und streckt auch Rhaegar die seine entgegen. 

.. fürchte ich die Konsequenzen. Lass uns raus gehen und in Ruhe reden. Ich fürchte, die Wände hier haben Ohren.

Und wenn ich ihm nun begegne? Wie kann ich mich nicht auf ihn stürzen und ihn würgen?

Rhaegar schreit wütend auf und wendet sich ab, fährt sich aufgebracht durch die Haare.
Ich kann kaum atmen, wenn ich an diesen Bastard denke.

Dann geh und rede mit ihm, wenn du glaubst, es wäre das beste. Bring ihn von mir aus um, erwürg ihn, was immer du auch willst.. Aber Rhaegar, das würde Mutter das Herz brechen, das weisst du. Glaubst du nicht, ich wusste, in welche Situation ich dich bringe, wenn ich dir davon erzähle? Was denkst du wohl, weshalb ich so lange geschwiegen habe?

antwortet sie ruhig, die beiden Jacken noch immer in den Händen.

Verdammt!

Rhaegar will erneut, nach irgendetwas schlagen, kommt jedoch schließlich zur Vernunft und schnappt sich seine Jacke aus Viseryas Hand.
Was ist mit den Kindern? Sind sie hier überhaupt noch sicher?
fragt er dann scharf, aber bereits ruhiger, als sie in Richtung der Tür gehen und er sich seine Jacke überzieht.

Solange du dich ruhig verhältst schon.

antwortet Viserya, wenn sie auch selbst nicht zu hundert Prozent überzeugt ist von ihren Worten. Auch sie streift sich ihre Jacke über und folgt Rhaegar dann die Treppe nach unten. Glücklicherweise begegnet ihnen Edric nicht auf ihrem Weg. Zumindest nicht im Haus. Denn als sie das Gebäude verlassen, kann Viserya ihren Onkel in der Ferne ausmachen. Er steht unweit der Ställe und hat den Drachen seiner Mutter nach draussen auf die Koppel genommen, um ein wenig mit ihm zu trainieren.

Viserya greift sofort nach Rhaegars Hand und drückt sie mahnend.

Selbstverständlich ist Edrics Anwesenheit Rhaegar nicht entgangen. Doch er hält sich zurück, schnaubt nur verächtlich, drückt jedoch ihre Hand sanft.
Er glaubt noch immer, er könne Mutters Drache für sich missbrauchen, oder?

Sie gehen zusammen in den Stall und satteln ihre Drachen, während Viseryas Herzschlag sich wieder etwas beruhigt. 

Was glaubst du, was er vor hat? Er wird bei ihm doch niemals so gehorchen wie er es bei Mutter tut. Ich verstehe nicht, weshalb er sich so abmüht.

Rhaegar zuckt gehässig mit den Schultern.
Vermutlich bemüht er sich einfach gerne und auf kranke Weise um Dinge, die er sowieso niemals haben können wird.
Rhaegar krault Arrax ein wenig unter dem Maul und führt ihn dann nach draußen, jedoch auf der entgegengesetzten Seite zu dem Ende, an dem sich Edric befindet.
Wir könnten es wie ein Unfall aussehen lassen. Das würde Mutter doch bestimmt nicht ganz so schmerzen, oder?

Viseryas Drache folgt Rhaegar und Arrax, ohne dass sie selbst etwas dazu tun muss. Sie schliesst die Stalltür wieder und folgt ihnen dann. 

Hast du dir mal überlegt, dass womöglich er Vaters Platz an ihrer Seite haben wollte?

spricht sie den Verdacht aus, den sie schon lange hegt. 

Was, wenn er eifersüchtig ist? Darauf, dass Mutter uns hat und ihm keine Kinder vergönnt waren?

Und deswegen vergewaltigt er dich? Zumindest mental.

stößt Rhaegar bitter lachend aus.
Denkst du, er würde dir sein Balg andrehen, wenn er damit einfach so davon kommen würde?

Er wäre genug dumm sich einzubilden, ich würde sein Bald austragen und dir aus purer Angst noch immer kein Wort sagen..

erwidert sie und schwingt sich in den Sattel.

Aber er unterschätzt uns beide.

Das tut er.
Mehr erwidert Rhaegar nicht, stattdessen sattelt er auf Arrax auf und erhebt sich einen Moment später bereits in die Luft. Noch vor wenigen Stunden saß er wütend und aufgebracht auf seinem Rücken, nun ist es nicht viel besser, doch Viserya an seiner Seite gibt ihm die nötige Kraft.

Auch Viserya fliegt los und folgt Rhaegar. Zum See? fragt sie und lächelt zaghaft bei der Erinnerung daran, wie viele schöne Stunden sie schon zu zweit und mit ihren Kindern an jenem kleinen See ganz in der Nähe des Anwesens verbracht haben. 

Ich vergesse immer wieder, wie mein Drache heisst.. *schäm*

Tessarion

Ja, zum See.
erwidert Rhaegar und ein kleines Lächeln umspielt seine Lippen trotz seines Zorns. Er blickt hinab, kann Edric jedoch nicht mehr unter sich ausmachen, also lenkt er Arrax gekonnt in Richtung des Sees, der nur wenige Minuten entfernt von ihrem Wohnhaus und den Stallungen liegt. Kurz darauf setzt er auch schon wieder zum Landeflug an, wobei er gerne noch etwas weiter geflogen wäre.

Danke.

Viserya atmet tief durch, als sie am steinigen Ufer des Sees gelandet sind und sie aus Tessarions Sattel rutscht. Ein Lächeln liegt auf ihren Lippen, zum ersten Mal, seit sie zuhause angekommen sind, kann sie endlich wieder beruhigt durchatmen. Sie sieht hinüber zu Rhaegar, der direkt vor der spiegelnden Wasseroberfläche gelandet ist. 

Rhaegar winkt Viserya abwesend zu sich ans Ufer und nimmt sie, sobald sie bei ihm ist, in den Arm. Dann betrachtet er sie beide in der spiegelnden Oberfläche.
Ich hasse alles, was ich in der letzten Stunde erfahren habe. Es macht mich alles rasend. Aber jetzt… Muss ich erstmal durchatmen.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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