Kaiserreich
Drachenstein

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Das Anwesen der Tymonts

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Viserya Tymont 30.07.2017, 18:20

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Weder Viserya noch ihr Mann sagen etwas, während sie ihre Sachen vom Platz des Grauens. Rhaegar hat die restlichen Drachenreiter nach Hause geschickt. Was sollen sie hier auch noch tun? Und sie bewundert ihn einmal mehr für seine Kraft. Zutiefst erschüttert über die Ereignisse und unfähig, überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen, steigt auch sie schliesslich auf den Rücken ihres Drachens, sieht Rhaegar an und auf sein stummes Zeichen hin erheben sich die beiden mit einem letzten Blick auf die Familie Costayn in die Lüfte. Und noch niemals zuvor hat sich Viserya so sehr danach gesehnt, einen Ort so schnell wie möglich zu verlassen. 

Rhaegar Tymont 30.07.2017, 19:31

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Rhaegar kann nicht glauben, dass er in den letzten Stunden so dermaßen versagt hat. Er hat zugelassen, dass noch ein junges Leben beendet wurde. Er hat es nicht verhindert, konnte es nicht. Und dafür wird er sich sein Leben lang hassen. Er empfindet keine Genugtuung. Nichts. Er fühlt sich völlig taub, als hätte er Tyra noch einmal verloren.

Viserya Tymont 30.07.2017, 19:36

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Erst, als langsam die Nacht über das Land hereinbricht, durchbricht Viserya das Schweigen.

Lass uns rasten und etwas essen. 

Sie schickt die Worte sanft und die Zeit, die sie alleine mit sich und ihren Gedanken hatte, hat tatsächlich bewirkt, dass sie sich nun ein wenig klarer fühlt. Und stark genug, um Rhaegar aufzufangen, denn sie spürt, wie sehr er sich selbst quält. 

Rhaegar Tymont 30.07.2017, 20:25

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Rhaegar nickt knapp, als er ihre Worte vernimmt, was sie aber auf die Distanz kaum sehen kann. Erst als er über einer Lichtung zum Landeflug ansetzt, wird klar, dass er sie auch wahrgenommen hat. Auf dem Boden steigt er ab und breitet ohne zu Zögern eine Decke für seine Frau aus, auch wenn seine Gedanken wo völlig anders sind.
Bei den Windverhältnisse brauchen wir vermutlich noch zwei Tage bis nach Hause. Vielleicht auch drei.

Viserya Tymont 30.07.2017, 20:36

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Ich hoffe, er lässt spätestens morgen früh nach.. 

erwidert Viserya ruhig und sattelt ihren Drachen ab, reibt ihn ein wenig trocken, legt das Gepäck neben die Decke und mustert Rhaegar dann besorgt. 

Rhaegar Tymont 30.07.2017, 21:33

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Rhaegar nickt zustimmend und überlegt kurz, ein Feuer zu machen, doch die Nacht wird warm genug bleiben, außerdem haben sie kein rohes Essen, das sie grillen müssten.
Was denkst du?
fragt er, als er ihre Blicke bemerkt, erwidert sie jedoch nicht, sondern sattelt ebenfalls Arrax ab.

Viserya Tymont 30.07.2017, 22:12

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Viserya bleibt vor der Decke stehen und sieht Rhaegar weiter an, selbst wenn dieser so bemüht ist, ihren Blicken auszuweichen. 

Ich frage mich, ob du darüber reden willst. 

sagt sie leise und geht ein paar Schritte auf ihn zu. 

Rhaegar Tymont 30.07.2017, 23:52

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Rhaegar gibt vor erst keine Reaktion preis, schweigt einen langen Moment und sucht etwas Essbares aus ihrem Gepäck, dann klopft er neben sich auf die Decke, um Viserya dazu zu bewegen, sich ebenfalls zu setzen.
Ich weiß nicht mal genau, über was.

Viserya Tymont 08.08.2017, 08:54

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Viserya setzt sich neben Rhaegar auf die Decke, selbst wenn ihr eigentlich nicht danach ist.

Ich weiss doch auch nicht..

seufzt sie schliesslich und lehnt ihren Kopf an Rhaegars Schulter.

Rhaegar Tymont 08.08.2017, 12:58

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Dieser legt seinen Arm um seine Schwester und zieht sie noch etwas näher zu sich. Er braucht ihre Nähe gerade so sehr, auch wenn er sie ihr nicht zurückgeben kann. Er fühlt sich völlig kalt und leer.
Wo war dieser Punkt? Ich hab ihn nicht gesehen. Nicht erkannt. Aber es gibt ihn immer. Den Punkt, an dem man verhindern kann, dass alles schief läuft.

Viserya Tymont 08.08.2017, 13:23

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Glaubst du das wirklich? Ich habe das Gefühl, es lag nicht in unseren Händen.. nichts davon.. wir.. konnten nichts tun. An keinem Punkt.

antwortet Viserya und legt den Arm um Rhaegars Hüfte, während sie ihn sanft in die Halsbeuge küsst.

Rhaegar Tymont 08.08.2017, 15:49

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Rhaegar wendet den Blick und auch den Kopf von ihr ab, auch wenn er ihren Versuch sehr zu schätzen weiß.
Ich habe sie alle zusammen getrieben, Aerys unter Druck gesetzt. Dass er seinen Jungen getötet hat…
Rhaegar presst die Lippen zusammen, als könnte das die Tränen zurück halten.

Viserya Tymont 08.08.2017, 15:57

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Seinen Jungen zu töten war seine Entscheidung.

erwidert Viserya ruhig. Über diesen Teil der Geschichte hat sie schon so oft nachgedacht. Und noch immer ist ihr unverständlich, wie Aerys das hatte tun können. 

Du hast nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Und alle sind dir gefolgt. Hättest du geahnt, wie die Geschichte wirklich verlaufen ist..

Sie schüttelt den Kopf und vollendet den Satz nicht. Stattdessen legt sie ihre Hand sanft an Rhaegars Wange und dreht sein Gesicht in ihre Richtung.

Der Tod des Jungen ist nicht deine Schuld. Nimm diese Last nicht auch noch auf deine Schultern, Rhaegar. Ich weiss, dass du es in seiner Situation nicht getan hättest. Und dafür liebe ich dich.

Rhaegar Tymont 08.08.2017, 16:18

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Ich könnte unseren Kindern niemals etwas antun.

erwidert Rhaegar automatisch und blickt Viserya an. Erst dann ersinnt er sich dem eigentlichen Thema ihrer Unterhaltung.
Und doch hätte ich verhindern können, dass so etwas geschieht. So etwas Grausames.

Viserya Tymont 09.08.2017, 07:21

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Viserya schüttelt den Kopf. 

Vielleicht hättest du das. Vielleicht auch nicht. Wir werden es niemals wissen, Liebster. Aber was wir wissen, ist, dass wir wundervolle Kinder zuhause haben, die auf ihren Vater – auf ihren Helden – warten. So grausam es klingt.. das Leben wird für uns weiter gehen. Und vielleicht sollten wir versuchen, nach vorne zu sehen. Und nicht zurück.

Sie lässt ihre Hand auf Rhaegars Wange ruhen und hält seinen Blick weiter gefangen.

Rhaegar Tymont 09.08.2017, 09:08

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Rhaegar schweigt eine ganze Weile, blickt sie nur stumm an, dann nickt er knapp und beugt sich vor, um sie sanft zu küssen.
Ich bin kein Held. Aber ich werde einer für sie sein.
Er löst ihre Hände von seinen Wangen, nimmt sie in die seinen und dreht sie dann so, dass sie, wenn er sich anlehnt, an seiner Brust liegt.

Viserya Tymont 09.08.2017, 10:14

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Für sie bist du es. Warst es schon immer. Und wirst es immer sein. Genau wie für mich.

Sie lächelt und lässt sich gegen Rhaegars Brust sinken, wie er es vermutlich geplant hatte. Morgen… morgen werden sie sich den Fragen stellen müssen. Morgen werden sie nach Hause zurückkehren und nicht die Nachricht verbreiten können, die sie zu verbreiten gehofft hatten. Viserya weiss um die Selbstvorwürfe, die Rhaegar sich macht. Und der morgige Tag wird alles andere als leicht werden. Immerhin warten zuhause alle gespannt auf die Heldengeschichte.. wie Rhaegar Tyras Tod gerächt hat. Und nun ist alles so anders..

Rhaegar Tymont 09.08.2017, 11:50

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Rhaegar schläft innerhalb weniger Minuten ein, sobald Viserya es sich erst einmal in seinen Armen bequem gemacht hat. Doch lange schläft er nicht. Als er zum gefühlt tausendsten Mal zusieht, wie Aerys seinem Sohn die Kehle durchschneidet, nur dass er selbst es dieses Mal ist, der dem Jungen die Hauptschlagader durchtrennt, wacht er noch unter klarem Sternenhimmel auf. Er rührt sich nicht, um Viserya nicht zu wecken, und hofft gleichzeitig, dass sich seine Brust nicht zu schnell hebt und senkt.

Viserya Tymont 09.08.2017, 11:58

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Selbst wenn das Herz in Rhaegars Brust nicht heftig zu pochen begonnen hätte, Viserya wäre auch so erwacht. Sie spürt Rhaegars Träume so, wie sie auch seine aufgewühlten Emotionen fühlen kann, wenn er wach ist. Doch anstatt die Augen zu öffnen und etwas zu sagen, hält sie ihn nur noch etwas fester und kuschelt sich enger an ihn.

Rhaegar Tymont 09.08.2017, 12:06

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Rhaegar erwidert diese Geste und schließt die Arme fester um Viserya. Er versucht, seine Atmung zu beruhigen, doch es gelingt ihm erst nach einigen Minuten.

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