Kaiserreich
Drachenstein

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Das Anwesen der Thénardiers

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»Und ich dachte, meine Eltern seien reich…«

sage ich leicht verunsichert lachend und blicke aus der Kutsche zu dem riesigen Gebäude hinüber, vor dem wir nach nur wenigen Minuten Fahrt anhalten. Beckett hatte bereits erwähnt, dass das Haus am Meer liegt, doch so nahe hatte ich es nicht erwartet. Bei den Göttern, hier musste es den wohl schönsten Sonnenaufgang aller Zeiten zu sehen geben. Von außen hin scheint die Villa, nein, das ganze Anwesen bereits sehr pompös, doch wie es auch bei mir zuhause ist, toppt das Innere noch einmal alles. Nein, Moment… Das hier ist jetzt mein Zuhause. Meines und Becketts. Ich lächele mehr als zufrieden, auch wenn ich weiß, dass es für ihn schwer sein muss, hier her zurück zu kehren, und verschränke seine Finger mit den meinen.

Beckett Thénardier 09.06.2017, 18:01

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Ich nicke nur kurz. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Reich waren meine Eltern. Keine Frage. Aber mit familiärer Liebe hatten sie es nicht so. In meinem Kopf gehe ich jenen Streit durch, denn ich vor ach so vielen Jahren mit meinem Vater hatte. Damals habe ich wutentbrannt die Villa verlassen und mir geschworen nie wieder zurückzukehren. Doch jetzt waren seine Eltern tot. Ertrunken auf einer Handelsreise. Jetzt war es mein Haus. Da waren keine Eltern mehr. Als ich Lucrezias Hände an denn meinen spüre, lächele ich sie leicht an. Ich möchte ihr nicht die Laune verderben. Der Kutscher, ein etwas dicklicher Mann mittleren Alters, öffnet mit einem Klickgeräusch die Tür der Kutsche. Ich trete hinaus und helfe Lucrezia bei der Stufe. Dann biete ich ihr wortlos, aber mit einem breiten Lächeln, meinen Arm zum einhaken an.

Ich hebe mein Reifrock etwas an, als ich mit seiner Hilfe aus der Kutsche steige und richte ihn dann wieder schnell, als ich den Boden erreicht habe, blicke ich mich erneut um. Wenn möglich wirkt die Villa nur noch etwas größer und furchteinflößender. Doch mit Beckett an meiner Seite, werde ich mich auch dieser neuer Wendung stellen. Auch wenn er mich momentan mehr braucht als ich ihn. Deswegen lasse ich mir meine Gedanken nicht anmerken und strahle möglichst begeistert, als ich seinen Arm ergreife und mich von ihm in Richtung des Haupthauses geleiten lasse. Ich will ihm nicht noch weiter Salz in die Wunde streuen, aber die Neugierde lässt mich dennoch fragen, wenn auch mit sanfter, mitfühlender Stimme:
Wie lange ist es her?

Beckett Thénardier 09.06.2017, 19:06

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Ich seufze

Fast 10 Jahre
Ich wusste, dass sie irgendwann mal Fragen stellen wird. Aber das ist nicht gerade der beste Zeitpunkt für so ein Gespräch.
Lieber würde ich es ihr an einem Abend mit einem Glas Rotwein erzählen. Da fällt mir die schöne alte Vogeltränke ins Auge. Dort hatte ich als Kind meist die vielen bunten Singvögel beobachtet. Die Tränke besteht aus einer runden Schalle auf der ein kunstvoll gefertigter , nicht ganz vom Zahn der Zeit verschonter, Drache thront. Zurzeit sind nur zwei Vögel da. Sie sitzen auf den breiten Flügeln des Drachen und necken sich ab und an. Um einer weiteren unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen, mache ich Lucrezia mit einem Fingerzeig darauf aufmerksam.

Siehst du nicht, Lucy?

Lucrezia folgt seinem Blick, kann jedoch nur eine Tränke und zwei Vögel erkennen. Irritiert blickt sie zwischen den Tieren und ihrem Ehemann hin und her.
Was genau meinst du?
fragt sie und lächelt mildernd zu ihm auf, während sie ihre Hand sanft auf seine Brust legt, um ihn besser ansehen zu können.

Beckett Thénardier 09.06.2017, 21:12

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Egal, es sind nur alte Erinnerungen.

Ich lächele ihr zurück. Weinen würde ich nicht. Egal wie viele Erinnerungen kommen würden…
Dort habe ich früher immer die Vögel beobachtet. Aber lass uns erstmal hereingehen. Mal sehen wie dir der Springbrunnen gefällt.
Bei der letzten Aussage kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen

Ich blicke noch einmal zu der Tränke zurück, doch Beck zieht mich bereits sanft weiter. Wollte er gerade eine Erinnerung mit mir teilen? Und ich war einfühlsam und verständnisvoll wie ein Stein. Ich seufze innerlich, jedoch nur da. Nach außen hin lächele ich noch immer und blicke nun wieder begeistert zum Gebäude hinüber, auf das wir nun zugehen. Die Kutsche steht noch immer vollgepackt neben uns und ich frage mich, ob es hier wohl noch Bedienstete gibt. Anonsten wird das wohl meine erste Amtshandlung als neue Hausherrin. Denn als Hausfrau werde ich mich hier sicher nicht betätigen.

Beckett Thénardier 10.06.2017, 17:39

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Langsam führe ich uns beide zu der großen Eingangstür. Ich blicke auf den alten Türklopfer. Er hat sich in all den Jahren kein wenig verändert. Dreimal lasse ich den großen Ring gegen den Eisenbeschlag knallen. Dann blicke ich zu Lucrezia

Ich habe alle Bediensteten gefeuert…. Außer
und diesem Moment öffnet sich die große Tür und ein dicklicher kleiner grauhaariger Mann tritt hervor .

Eckhart
Eckhart verbeugt sich sogleich. Auf seinem Gesicht ist ein breites Lächeln zu erkennen, welches durch seine roten Backen gerade zu verstärkt wird.

»Madame, Monsieur. Ich bin so froh sie zu sehen«

Ich blicke dem älteren Mann entgegen und lächele ihn an. Es freut mich, dass Beckett zumindest ein bekanntes Gedicht hier gelassen hat. Ich würde mir wünschen, mehr über seine Kindheit zu erfahren, vielleicht erzählt er mir zumindest einmal, warum er gerade diesen Eckhart hierbehält.
Es freut mich sehr, Euch kennen zu lernen, Eckhart.
Ich halte ihm meine Hand entgegen, damit er einen Kuss auf sie hauchen kann. Gewöhnlich gehört sich das nicht für Bedienstete, das weiß ich, doch da er scheinbar ein Freund von Beckett ist, erlaube ich es ihm.

Ich auch Eckhart. Das Gepäck muss noch ins Haus. Ich möchte Lurezia erst einmal das Haus zeigen.

Ich lächele Lucy an. Schreite dann ,mit ihr im Arm, vorbei an Eckhart und führe uns beide in die imposante Eingangshalle der Villa Thénardier. In der Mitte des Raumes, steht ein kunstvoll gefertigter Brunnen. Eine große Treppe führt zu einer großen goldbeschlagenen Tür.
Da geht es zum Esszimmer und zum Ballsaal.
Ich bin wenig beeindruckt. In meiner Abwesenheit hat sich rein gar nichts verändert.
Da sind die Küche und die Unterkünfte, der Bediensteten Das da ist die Wachstube und die Rüstkammer. Da geht es zum Garten.

Ich blicke mich immer kurz in die gedeutete Richtung um, merke aber schnell, dass Beckett nicht sonderlich Begeisterung für sein altes Zuhause aufbringen kann. Ich hingegen bin sehr interessiert an meinem neuen Zuhause und nehme mir vor, es später noch einmal alleine und in Ruhe zu erkundigen. Vorerst schweige ich aber, um ihn nicht zu irritieren und lasse mich von ihm weiter führen. Hin und wieder lächele ich zufrieden und streiche ihm beruhigend über den Oberarm.

Ich führe Lucrezia langsam die Treppe hinauf. Für sie ist es sicherlich aufregend sich in ihrem neuen Zuhause umzusehen. Das Schlafzimmer werde ich ihr noch zeigen, dann lasse ich sie alleine die vielen Gänge des Herrenhauses erkunden. Ich bevorzuge sowieso den Garten. Wir kommen vor der großen Tür des Schlafzimmers

Das ist unser Schlafgemach….
darfst du gerne beschreiben

Ich kann mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen, als ich an ihm vorbei in den Raum sehe und dann gehe. Er ist geräumig, besitzt mehrere Kommoden und zwei Schränke aus Fichtenholz, wenn ich mich recht entsinne. Es gibt ein geradezu riesiges Bett mit seidenen Vorgängen, das durchaus bequem aussieht. Nach links führen zwei Glastüren auf einen Balkon, der auf den Garten hinunter blicken müsste. Recht sind zwei Fenster, durch die man die Vorhof sieht. Ich kann keine persönlichen Gegenstände ausmachen, keine Kindheitserinnerungen. Irritiert aber noch immer lächelnd wende ich mich Beckett zu.
Ist es seiner Eltern Zimmer? Oder hast du hier damals geschlafen?

Es ist das Zimmer meiner Eltern…

Ich spiele ein lächeln vor.
Mach es dir bequem! Wir können es in den nächsten Tagen umgestalten wenn du magst. 
Insgeheim hoffe ich das sie gleich das ganze Zimmer austauscht. Die Vorstellung im gleichen Bett wie seine Eltern zu schlafen führt in mir zu einem gewissen Unbehagen. Langsam fahre ich mit meiner Hand, die seidenen Vorhänge ab. Seltsam… Eiserne Vorhänge hätten besser gepasst….

Auch wenn er es nicht zeigt, kenne ich Beckett mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass etwas in seinem Kopf vorgeht. Und nach allem, was er mir über seine Eltern und seine Beziehung zu ihm erzählt hat, kann ich mir vorstellen, dass er sich in ihrem Schlafzimmer nicht sonderlich wohl fühlt.
Hat diese Villa auch Gästezimmer? Meine Eltern werden uns sicher besuchen kommen wollen.
sage ich, blicke mich noch kurz um und verlasse den Raum dann wieder, um es ihm ebenso zu ermöglichen.

Ich folge Lucy zurück auf den Gang. Was für eine seltsame Frage.
Mehr als genug meine Liebste.
Wahrscheinlich sind sie aber nicht im besten Zustand. Viele Gäste hatten die Zimmer jedenfalls nicht gesehen. Sie waren mehr Deko als eine Notwendigkeit. Schon skurril ,wenn man bedenkt wie groß der Ballsaal ist. Mein Vater hielt zumindest nichts davon Geschäftspartner in sein »Allerheiligstes« einzuladen. Er behauptete das dies eine Unart meines Großvaters, dem »Bunte Thénadier, war. Dieser war für seine hedonistischen Feste in der ganzen Stadt bekannt.  Sein Vater hingegen war bekannt als der «Eiserne" Thénadier. Eine freudlose, stehts ernste Karikatur eines Adligen.

Ich lächele aufreizend und trete näher zu ihm, bis ich seine ungeteilte Aufmerksamkeit habe. Dabei presse ich meinen Körper bereits sanft an den seinen, was mir die Aufmerksamkeit jeder Faser seines Körpers einbringt.
Dann zeig sie mir. Oder willst du dieses Haus etwa im Bett deiner Eltern einweihen.
Mein Lächeln wird zu einem Grinsen und ich verschränke meine Finger mit den seinen, bevor ich mich auf die Zehenspitzen stelle und ihn zaghaft auf die Lippen küsse. Zaghaft jedoch nicht, weil ich aufgeregt bin, sondern weil ich ganz genau weiß, dass es ihn lockt.

Schon vergessen sind die Gedanken an meine krude Familiengeschichte. Die Leidenschaft zu Lucy vertrieben sie ganz und gar aus meinem Kopf. Sie weiß wie man mich lockt. Langsam umfasse ich mit meinen Armen ihre Taille und intensiviere
unseren Kuss. Dabei spüre ich wie sich ihr Körper in meinen Armen leicht erhitzt.

Wie sie wollen Milady.
Mit einem sanften Ruck nehme ich Lucrezia hoch ,so wie ich es schon an unsern Hochzeitstag tat. Dann trage ich sie in Richtung der Gästezimmer.

Als wir eines der Gästezimmer betreten, sehe ich sofort, dass es schon länger nicht mehr bewohnt wurde. Oder auch nur genutzt. Beck trägt mich zum Bett hinüber, während meine Beine um seine Hüfte und meine Arme um seine Schultern geschlungen sind. Ich grinse vorfreudig an seinen Lippen. Dann lässt er mich aufs Bett sinken und wirbelt Staub von der Überdeckt auf und ich muss unweigerlich husten. Dann lache ich jedoch laut auf.
Oh, bei den Göttern, wir brauchen unbedingt neue Putzfrauen.
Ich grinse und ziehe ihn zu mir herunter, zwischen meine Beine und lasse ihn und auch mich vergessen, wo wir sind und warum das so ist.

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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