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Schloss der Fürstin von Firent - Valya

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Cara d'Anjalia 01.10.2009, 22:51

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Noch haben nicht alle Wolkenfetzen ihre hellgelbe Farbe verloren, und am Horizont glüht noch ein Streifen des Himmels in einem sanften flieder. Aus den nahen Wäldern dringt leises Vogelgezwitscher, und in den Gängen des Schlosses vermischt sich sein Widerhall mit den gedämpften Laute aus der Küche und den Schritten der Bediensteten. Das Schloss erwacht.
Cara d'Anjalia spaziert durch die taufeuchten Wiesen vor ihrem neuen Wohnsitz, in angemessenem Abstand gefolgt von einem ihrer Bediensteten. Es verspricht, ein schöner Tag zu werden; nur wenige Wolken bedecken den hellen Himmel, und der Wind ist angenehm kühl. Er bringt Seeluft mit sich, und für einen flüchtigen Moment fühlt die Fürstin wieder das Fernweh, das sie vor so langer Zeit von hier weggelockt hatte. Doch sie ist glücklich hier, zufrieden, endlich angekommen zu sein. Zwar ist ihr das Leben im Schloss noch immer ein wenig fremd – so viele Räume, so viele Gänge, so viele verschlossene Türen und vor allem überall so viele Menschen -, doch in ihr Land hat sie sich sofort verliebt. Die geradlinige Ordnung, die das Schloss und seine direkte Umgebung beherrscht, macht rasch der Natur Platz; Schlosspark und Kieswege gehen über in sanfte Hügel, Ausläufer des Gebirges, dessen schneebedeckte Gipfel sich schemenhaft am Horizont erahnen lassen – vielleicht sind sie aber auch nur eine Wolkenkette. Wendet man den Blick von Wäldern und Gebirgen ab, fällt er unweigerlich auf die eisengraue See. An klaren Tagen meint Cara manchmal, die Küste Pretanz' ausmachen zu können, aber heute behindern feine Nebelschwaden ihre Sicht.

Ich habe keine Ahnung, wie weit man über das Meer schauen kann… Wenn die Küste immer sichtbar sein sollte, ist es halt ein besonders dichter Nebel heute und Cara hat schlechte Augen. ^^

Sie fühlt sich noch immer ein wenig wie in einem Traum. Die Geschehnisse der letzten Wochen waren einschneidend, lebensverändernd und scheinen ihr doch so distant. Manchmal hat sie das Gefühl, neben ihrem eigenen Körper zu stehen und sich fasziniert und ein wenig ungläubig bei ihrem neuen Leben zuzusehen. Manchmal fühlt sie sich ratlos und hoffnungslos überfordert. Manchmal fragt sie sich, ob sie hier überhaupt erwünscht ist. Manchmal wünscht sie sich zurück. Und doch, sollte dies alles, ihr ganzes neues Leben nur ein Traum sein – sie wäre enttäuscht, wenn sie plötzlich die Augen aufschlüge und sich auf dem Schiff der Händler wiederfände, oder in ihrem Heim auf der kleinen Insel.
Sie hat viel Arbeit vor sich, das steht fest. Einige der Orte, die sie auf ihrer ersten Rundreise durchquert hat, sind in einem desolaten Zustand. Die Krankenhäuser in den Städten sind überlastet und zu viele Heiler sind von falschen Methoden überzeugt. Sie hat mit dem Gedanken gespielt, ihre Kenntnisse der Heilkunst persönlich weiterzugeben, doch es erscheint ihr irgendwie unpassend, als Fürstin wie eine gewöhnliche Wanderheilerin von Ort zu Ort zu reisen. Nicht zuletzt fehlt es ihr dazu sowohl an Zeit als auch an Geld. Nein, zunächst einmal wird sie sich um anderes kümmern. Das Steuersystem vereinheitlichen, und irgendwie die Armen entlasten. Und eine Methode finden, zu Geld zu kommen, ohne die Bürger zu schröpfen. Irgendwie.
Und frühstücken.

»Lass uns zurück ins Schloss gehen, Morryn.«

Avinash Volmar 04.10.2009, 00:47

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Ein Bote prescht mit seinem schwarzen Reitpferd heran zum Schloss der neuen Fürstin Cara d'Anjalia und bittet darum vorgelassen zu werden. Er hat einen mehrtägigen Ritt hinter sich, der ihm durch seine verschmutzte Kleidung deutlich an zusehen ist. Trotzdem wirkt er nicht wirklich Müde sondern ist beeilt seine Pflicht zu tun. Die Nachricht die er für die Fürstin mitgebracht hat kommt von Herzog Avinas Volmar, den Herzog von Malaz. In knappen und direkten Worten steht dort geschrieben, dass der Herzog in den nächsten Tagen zu einem Besuch anreisen wird und er einige wichtige Angelegenheiten mit der Fürstin klären möchte. Außerdem bittet er um eine Übernachtungsmöglichkeit für sich und für sein halbes Dutzend Begleiter. Alles in allem ist die Botschaft sehr förmlich gehalten.
Der Bote, als nun endlich seine Mission erfüllt zu sein scheint, wirkt nun doch etwas ermüdet, aber wendet sich nochmals der Fürstin zu.

»Hochverehrte Fürstin, kann ich noch etwas für euch tun? Vielleicht dem Herzog eine Antwort übermittelt? So wie ich es einschätze wird er bereits auf den Weg hierher sein, ich könnte ihn aber noch auf den Weg erwischen.«

Cara d'Anjalia 04.10.2009, 20:54

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Die Fürstin kann nicht sagen, dass sie überrascht über die Nachricht eines Besuchs ist. Das Herzogtum Malaz ist ihr Nachbar – nur ein absolut unfähiger Herrscher käme nicht auf die Idee, diplomatische Beziehungen zu knüpfen. Dennoch, sie kann den Herzog nicht einschätzen, und das beunruhigt sie ein wenig. Um welche Art von wichtigen Angelegenheiten handelt es sich? Und »klären« kann allzu viele Bedeutungen haben. Wenn sie Herzog Avinash besser kennen würde, wäre sie wohl weniger angespannt. Nichtsdestotrotz, ihr politisches Leben nimmt endlich Form an, ein Grund zur Freude.

»Wenn es euch möglich ist, richtet bitte dem Herzog meinen Dank für seine Nachricht aus, und sagt ihm, dass ich dafür sorgen werde, dass er alles zu seiner Zufriedenheit vorfinden wird. Sein Besuch ist stets willkommen.«
Nach einem Blick auf die Kleidung und die allgemeine Erscheinung des Boten fügt sie, in einem etwas wärmeren Ton, hinzu:

»Aber ich bestehe darauf, dass ihr zuvor zumindest etwas Nahrung zu euch nehmt. Ihr müsst erschöpft sein.«
Den Kommentar, dass er niemandem mehr etwas nützt, sollte er unterwegs vom Pferd fallen, behält sie lieber für sich. Sie bittet einen ihrer Bediensteten, dem Boten ein wenig Essen aus der Küche zu holen. Andere werden instruiert, alles für den Besuch des Herzogs vorzubereiten – die Räume des Schlosses warten nur darauf, aufgeschlossen, geputzt und zurechtgemacht zu werden.

Avinash Volmar 05.10.2009, 00:44

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»Ich danke euch, hochverehrte Fürstin. Zu Gütig.«

Der Bote verbeugt sich noch einmal vor ihr und wendet sich dann mit Schritten die einem Paradesoldaten zur Genüge gestanden hätten der Ausgangstür zu. Erst hinter der Tür, als er meint von der Fürstin nicht mehr gesehen zu werden, werden seine Bewegungen schwammig und er lässt sich von dem Bediensteten die Küche zeigen wo ihn sein Mahl erwartet. Nachdem Essen bürstet er noch ordentlich seine Kleidung durch, bevor er sich mit seinem Pferd in Richtung Süden nach Malaz aufmacht. Eine ganze Tagesreise entfernt begegnet er auch schon den Herzog mitsamt seiner Kutscher und Wachgefolge, das sich aufmacht zur Fürstin. Eiligst erstattet er Meldung und nachdem der Herzog ihn keine weiteren Aufgaben zuweist, nimmt er den gemütlichen Heimweg.
Avinash hat den Erzählungen seines Boten wohl gelauscht und hat zumindest eine ungefähre Ahnung wie die Dame sein wird. Er ist ihr fürs erste klar im Vorteil. Auch sein rascher Besuch sollte sie ein wenig auf die Probe stellen. Wird sie in Panik ausbrechen, wenn er nur zwei Tage nach seiner Ankündigung erscheint? Wird sie ihr Personal verantwortlich machen, wenn etwas schief geht? Und wie gut hat sie ihre Leute unter Kontrolle?
Alles Dinge die er bald erfahren wird.

Cara d'Anjalia 05.10.2009, 13:20

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Cara streicht unruhig durch die Gänge des Schlosses. Ihre Gedanken kehren für ihren Geschmack viel zu oft zu der Frage zurück, ob sie auch wirklich an alles gedacht hat. Aber doch, die Räume sind soweit vorbereitet, Stallungen stehen bereit, die Bediensteten sind alle informiert und allgemein vertraut sie ihrem Personal, dass alles zu ihrer Zufriedenheit und damit hoffentlich der des Herzogs erledigt wird.
Ihre anfängliche Nervosität hat nachgelassen; mittlerweile wird sie mehr von Neugier geplagt. Was genau will der Herzog mit ihr »klären«? Das Wort gefällt ihr noch immer nicht, es klingt ihr zu sehr danach, als wäre einfach nur ihr schnelles Einverständnis gefragt. Aber nein, noch ist es zu früh, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Zwar hat der Herzog mehr Berufserfahrung als sie, doch wird er sie wohl kaum wie eine einfache Untergebene behandeln. Genervt von sich selbst schüttelt sie den Gedanken aus ihrem Kopf. Zu viel grübeln ist nicht gut. Sie wird seine Absichten schon bald genug kennenlernen.
Sie beschließt, die Räume noch einmal zu überprüfen, das wird sie ablenken.

Avinash Volmar 05.10.2009, 23:18

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Langsam aber sicher nähert sich die Kutsche ihrem Bestimmungsort. Schon von kann der Kutscher die Wache am Tor aus machen, genauso wie diese die Kutscher und die Reiter. Die Kutsche mit vier schwarzen Hengsten vorgespannt, besteht aus schwarzem Ebenholz, welches mit reichen Ornamenten verziert worden ist. Hauchdünne silberne Einlagen nehmen der Kutsche etwas von ihrem düsteren Äußeren und reflektiert das Licht der Sonne. Die weiten Fenster wurden innen nur mit dünnem Stoff überspannt um die Luft zirkulieren zu lassen, ohne, dass jemand ins innere sehen kann. Daneben bilden die elbischen Soldaten auf ihren braunen und umgesattelten Reittieren, die die Kutsche begleiten einen etwas merkwürdigen Kontrast dazu. Ihre braunen, eng anliegenden Lederrüstungen zeigen mehrere kleiner Taschen und Halfter für Messer auf. Jeder von ihnen trägt einen Bogen und einen Köcher mit Pfeilen auf den Rücken und zwei gebogene Schwerter die eng an den Oberschenkeln befestigt zu sein scheinen. Unter ihren leicht spitz zulaufenden Helmen wallt ihr goldenes Haar hervor. Das Gesicht wurde frei gelassen, so dass ihre ernsten Mienen zu sehen sind. Besonders hebt sich der matte, tränenförmige Rubin hervor der auf der Stirnseite der Helme angebracht worden ist. Einer der Reiter schert mit seinem Pferd aus und trappt neben der Kutsche her.

»Du wolltest mich sprechen, Avinash?«

Der Elb sieht ungehalten in die Kutsche hinein, worin der Herzog sitzt und sich seine Kleidung noch etwas zurecht rückt. Jetzt, kurz vor dem Ziel der Reise noch eine Plauderstunde ab zu halten gefällt ihn offenbar nicht.

»Ja… Veldrin, ich habe entschieden, dass ich mich der Fürstin alleine vorstellen werde. … Du und die anderen werden außen vor bleiben und in ihrem Anwesen unter…«

»Das ist nicht dein Ernst!«

Barsch unterbricht der Elb den Herzog bei seinen Anweisungen. Eine kräftige Hand mit einem Rubinring zerrt den Stoff des Sichtschutzes zur Seite. Der Herzog blickt den Kommandanten seiner Leibwache verärgert an.

»Genau deswegen! … Du bist mein bester Schwertkämpfer und ein treuer «Diener»… doch deine Ungeduld bei unserem Unternehmen und dein Misstrauen gegenüber jeden werden uns diese Reise nur erschweren. Halte dich im Zaun.«

Der Herzog lässt den Stoff wieder nach vorne fallen. Ernst widmet er sich wieder der geradezu peniblen Ordnung seiner Weste. Veldrin mit zu nehmen könnte ein Fehler gewesen sein. Doch ihn in Malaz alleine zurück zu lassen findet er noch gefährlicher. Der Elb wird langsam zu einem Problem. Sicher, er hört auf jeden seiner Befehle und würde sich vermutlich sogar in den sicheren Tod stürzen, denn sein Schwur bindet ihn daran, aber gleichzeitig lechzt er darauf einen Kampf zu eröffnen, den sie unmöglich gewinnen können. Noch wird er nichts gegen ihn unternehmen…. noch braucht er ihn.

Cara d'Anjalia 06.10.2009, 21:16

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Wenig später kommt die Kutsche vor den Toren des Schlosses zu einem Halt, und die Wachen öffnen die großen Flügeltüren, um den Blick auf einen weitläufigen Innenhof freizugeben.
Der Herzog wird von einem jungen Mann in Dieneruniform in Empfang genommen, dessen unruhiger Blick wiederholt an den Waffen der Leibwache hängen bleibt. Er bemüht sich offensichtlich, seine Nervosität zu verbergen, und verbeugt sich tief.

»Hochverehrter Herzog, Euer Besuch ist uns eine große Ehre. Fürstin Cara d'Anjalia von Firent heißt euch willkommen auf ihrem Anwesen. Wenn Ihr mir folgen wollt – Ihr werdet erwartet.«

Avinash Volmar 06.10.2009, 23:50

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»Sicherlich habt ihr uns erwartet… immerhin ritten wir unverborgen.«

Die zynische Bemerkung stammt von einem der elbischen Leibwächter des Herzogs. Ein mahnender Blick von ihm verhindert aber weitere Kommentare dieser Art. Ein Soldat nach dem anderen ist von seinem Pferd gestiegen, und jeder von ihnen führt seines selbst an den Zügeln hinter sich her, als würde sie diese niemanden anvertrauen wollen. Mit einer gewissen arroganten Verachtung blicken sie auf die Diener und Wachen der Fürstin. Der Blick des Herzogs selbst verrät nichts über seine Gefühlsregung. Er lässt sich vom Kutscher eine Tasche aus dem inneren der Kutsche geben, die er an den Diener weiter gibt.

"Es wird mir eine Ehre sein die Fürstin d'Anjalia kennen zu lernen. Sorg dafür, dass diese Tasche in den Besprechungsraum der Fürstin kommt, oder welcher dieser Räume die Fürstin dafür gewöhnlich auswählt. Desweiteren brauchen wir Quartiere für uns und Unterstand für die Pferde. Ich vermute die Fürstin hat dies bereits in die Wege geleitet.
Bring mich also zu ihr.

Cara d'Anjalia 07.10.2009, 01:35

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Der junge Mann wagt einen genervten Seitenblick auf die Elben und winkt dann Diener herbei, die sich um das Gepäck des Herzogs kümmern und der Leibwache den korrekten Weg zu den Stallungen zeigen. Die Tasche behält er selbst in der Hand.

»Selbstverständlich, Herzog. Für Eure Unterkunft im Schloss ist gesorgt; ich werde Euch nachher zu Euren Raum führen. Doch zunächst möchte die Fürstin Euch willkommen heißen.«
Während seiner Worte hat er bereits die ersten Schritte getan und betritt nun vor dem Herzog das Schloss. In völliger Stille gehen sie durch lichtdurchflutete Gänge, vorbei an gemäldebehangenen Wänden und frisch polierten, noch leeren Fackelhaltern. Vor einer schweren Holztür im obersten Stockwerk bleibt der Diener stehen.

»Dies ist das Arbeitszimmer der Fürstin.«
Er klopft an, blickt kurz auf die Tasche in seiner Hand und sagt nach kurzem Zögern:

»…Ihr versteht sicherlich, dass ich die Tasche durchsuchen muss? Eine reine Formalität. Ihr seid selbstverständlich frei, einzutreten; ich werde die Tasche in Kürze nachbringen.«
Ohne auf eine Antwort des Herzogs zu warten, öffnet er die Tür. Am anderen Ende des Raums sitzt die Fürstin an einem Schreibtisch aus dunklem Holz. Die Nachmittagssonne strahlt durch das Fenster hinter ihr und taucht den Raum in einen warmen Glanz.

»Herzog Volmar, nehme ich an?«
Sie blickt von ihren Unterlagen auf und bietet ihm lächelnd einen Stuhl an.

»Ich freue mich sehr, Eure Bekanntschaft zu machen. Ich hoffe, mein Bruder hat Euch einen angenehmen Empfang bereitet?«

Avinash Volmar 07.10.2009, 22:10

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Gerade wollte Avinash auf die Frechheit des Dieners etwas erwidern, da schwang dieser auch schon die Tür auf. Am liebsten hätte er ihm die Tasche entrissen, doch vor den Augen der Fürstin wird er sich nicht die Blöße geben sich zu einem Diener herab zu lassen. Wäre dieser Bedienstete jedoch in seinem Schloss beschäftigt, er hätte ihn wenigstens sofort aus seinem Dienst entlassen.
Statt einen Streit mit dem Untergebenen ein zu gehen, schreitet er angemessenen Schrittes in das Arbeitszimmer der Fürstin und verbeugt sich standesgemäß vor ihr. Kurz mustert er den Raum den sie für die Begrüßung gewählt hat. Er muss zugeben, sie hat alles gut organisiert. er kommt sich fast wie ein Bittsteller vor.

"Herzog Avinash Volmar aus Malaz, richtig. Ich freue mich ebenfalls eure Bekanntschaft zu machen, Fürstin d'Anjalia.

Sagt, ist Euer Bruder so um eure Sicherheit besorgt, da er meine Bücher und Karten für gefährliche Mordinstrumente hält?"

Der Herzog spricht in keinem ungehaltenen Ton sondern bleibt sachlich. Trotzdem kann man aus seinen Worten eine gewisse Empörung verstehen. Wie beiläufig ruht eine Hand auf den Knauf seines Schwertes, welches ihm nicht abgenommen wurde. jedoch erwähnt er diese grobe Fahrlässigkeit nicht, damit die Fürstin nicht ganz ihr Gesicht verliert.

Cara d'Anjalia 07.10.2009, 22:30

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Cara lächelt.

»Oh, Herzog Volmar, es geht nicht um Sicherheit, sondern um Wissen. Was erstere angeht, bin ich in diesem Raum mehr als genug gesichert, sollte Euch das beruhigen. Wie Euch bewusst sein dürfte, ist lediglich Diplomatengepäck von den üblichen Durchsuchungen befreit. Sollten meine Berater neue Informationen finden, die nicht in den Bibliotheken der Grafschaft vorhanden sind, so werden diese übertragen werden und ich auf deren Inhalt vorbereitet. Ich bin überzeugt, Ihr würdet nicht anders verfahren. Wir brauchen nicht zu ignorieren, dass die Beziehungen zwischen Firent und Malaz schon seit geraumer Zeit im Argen liegen, und nur weil ich eine neue Freiherrin bin, ändert sich nicht automatisch etwas an dieser Tatsache. Nun, weswegen möchtet Ihr mich sprechen?«

Avinash Volmar 07.10.2009, 23:00

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Einen Moment ist Avinash sprachlos über soviel Unverfrorenheit, verzieht aber, wie man es von ihm gewöhnt ist, keine Mine. Sich der Informationen seiner Gäste zu bedienen, noch dazu eines von seiner kaiserlichen Exzellenz ins Amt gehobenen Herzogs ist solch eine Ungeheuerlichkeit, wie er sie nur selten in seinem Leben erfahren hat. Was ihm aber am meisten beunruhigt ist ihre offene Feindseligkeit.

"Es stimmt, die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländereien sind nicht die besten. Dies ist jedoch vorwiegend durch euren Vorgänger entstanden, der mit Verlaub ein rechter Trunkenbold war, der regelmäßig mit meinen werten Vorgänger alle Hurenhäuser in Malazien abklapperte. Da ich weder das eine noch das andere bevorzugte war ich wohl bald unbeliebt bei ihm und seinesgleichen.
Ich möchte jedoch, dass dieses gespannte Verhältnis mit ihm verschwindet, Fürstin d'Anjalia. Diesbezüglich und wegen meiner Pläne für eine Zusammenarbeit unserer beiden Ländereien, die ich euch gerne unterbreiten werde, sobald ich meine Tasche wieder in Empfang nehmen kann, bin ich gekommen."

Cara d'Anjalia 07.10.2009, 23:20

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Wieder lächelt Cara. Der Herzog reagiert tatsächlich genauso, wie sie es geplant hat.

»Nach allem, was ich über Euch gehört habe, hätte ich Euch nicht als eine Person eingeschätzt, die ohne schriftliche Vorlage keinen vernünftigen drakischen Satz formulieren kann, geschweige denn eine Bitte vortragen, und darum geht es doch wohl – sonst hättet Ihr den sowohl von der Reisedauer als auch von der Symbolkraft für Euch kaum einfachen Weg nach Valya wohl kaum angetreten.«
Cara ist sich der Sprengkraft dieser Provokation durchaus bewusst, doch weiß sie auch, dass der Herzog kaum darauf eingehen kann, ohne seine Ehre zu gefährden.

»Aber selbstverständlich können wir zunächst gerne über anderes sprechen. Mein Bruder wird sicherlich ohnehin jeden Augenblick Eure Tasche wiederbringen. Es freut mich, zu hören, dass Ihr eine friedliche Zusammenarbeit wünscht – ein freundschaftliches, gleichberechtigtes Dasein unserer Länderein liegt auch mir am Herzen. Ihr scheint ein rechtschaffener Mann zu sein, und obgleich ich in der Frage nach der Ursache des gespannten Verhältnisses zwischen Malaz und Firent nicht komplett einer Meinung mit Euch bin, möchte ich einem Neuanfang unter keinen Umständen im Weg stehen.«

Avinash Volmar 08.10.2009, 00:12

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Avinash überhört ihre erste Bemerkung absichtlich. Diese Fürstin stellt seine Geduld ganz schön auf die Probe. Einen Augenblick lang denkt er darüber nach Veldrin hinzu zu ziehen um die Dame dadurch vielleicht etwas zur reson zu bringen, verwirft den Gedanken aber sofort wieder. Er ist gespannt, ob sie ebenso Vorlaut ist, wenn er seine genauen Pläne erläutert oder ob sie darauf zu Gunsten des viel versprechenden Gewinns verzichten wird. Bei einer Bemerkung hakt er jedoch ein.

"Ich bitte nicht, verehrte Fürstin, ich mache euch ein lukratives Angebot von dem wir beide profitieren werden wenn Ihr es annehmt. Natürlich könnt Ihr es auch ablehnen, aber wenn ich recht informiert bin, steht es mit euren Einnahmen und Geld-Reserven nicht zum Besten. Wie bereits erwähnt war euer Vorgänger ein Taugenichts und ich könnte euch eine Liste von Gläubigern zukommen lassen, bei denen noch Rechnungen offen sind die auf das Fürstentum Firent laufen.
Vielleicht solltet Ihr dies bedenken und mir zuhören, verehrte Fürstin."

Cara d'Anjalia 08.10.2009, 13:21

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Cara zieht eine Augenbraue hoch.

»Das werde ich gerne tun, doch möchte ich eines hinzufügen. Was meinen Staatshaushalt angeht, scheint Ihr mir leider falsch informiert zu sein – aufgrund florierender Handelswege stand es noch nie sonderlich schlecht um die Grafschaft Firent. Bitte verwechselt nicht die Inkompetenz und vor allem die Schulden eines einzelnen Mannes mit denen einer vormals von ihm regierten Grafschaft.«
In diesem Augenblick öffnet sich die Tür, und Caras Bruder tritt ein mit der Tasche des Herzogs in der Hand.

»Ich bitte, die Störung zu verzeihen. Herzog Volmar, Eure Tasche -«
mit einer Verbeugung stellt er die Tasche neben dem Stuhl des Herzogs ab.

»Ich bitte um Entschuldigung, sollte diese kleine Formalität irgendwelche Unannehmlichkeiten verursacht haben.«
Kurz bevor er den Raum wieder verlässt, wendet er sich noch einmal seiner Schwester zu.

»Cara – Lucien lässt ausrichten, dass er die Besprechung in etwa einer Stunde ansetzen würde.«
»Sag ihm, dass ich erst mein Gespräch mit dem Herzog forsetzen werde. Und ich würde es sehr begrüßen, wenn es keine weiteren Störungen gibt.«
Sie seufzt kurz auf und wendet sich wieder dem Herzog zu.

»Nun denn, fahrt fort.«

Avinash Volmar 08.10.2009, 15:48

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Das mit den Handelswegen stimmt natürlich (und hab es deshalb nicht erwähnt). Bezüglich der leeren Kasse habe ich mich legendlich an deinen ersten Beitrag orientiert.

Avinash würdigt den Bruder der Fürstin mit keinem Blick. Zu sehr fesselt ihn die kleine Unterhaltung mit Cara.

»Es stimmt, dass Firent durch seine ausgebauten Handelswege eine lohnende und ewig währende Einnahmequelle besitzt, wenn man sie richtig ein. Was die Schulden angeht, würde ich die Bücher überprüfen lassen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass einige Schuldscheine auf die werte Grafschaft laufen und damit inzwischen euren Staatshaushalt belasten, gut getarnt als gewöhnliche Staatsausgaben.«

Der Herzog wartet einige Sekunden um die Nachricht wirken zu lassen. Er ist deshalb so gut darüber informiert, da er Nachforschungen diesbezüglich eingeleitet hatte. Er wollte diese schockierende Nachricht in den nächsten Wochen offen legen um den Rücktritt des Fürsten zu erzwingen. Dies hat sich jedoch durch die Einsetzung der Fürstin inzwischen erledigt.
Avinash öffnet seine Tasche und breitet eine Karte Drachensteins auf den Tisch aus, die diesen fast ganz abdeckt. Einem Feldherrn gleich steht er vor der Karte und glättet sie.

"Aber Ihr habt Recht, kommen wir zum Geschäft. Ich werde euch zeigen, was ich euch unterbreiten möchte.
Wie Ihr ja selbst eben treffend bemerkt habt, ist der Güterverkehr aus den Westlichen Provinzen nach Pretanz eines der wichtigsten Einnahmequellen von Malazien. Kostbare exotische Waren sowie Rohmaterialien werden von Westen und Süden nach Nordosten gebracht und vorwiegend wertvolle Handwerkswaren in die Provinzen exportiert. Dies geschieht heute jedoch nur spährlich, sprich, es gibt keine feste Handelsrouten von den anderen Provinzen hier her. Der Warenverkehr ist eher als gemütlich an zu erkennen.

Ich will dies ändern.
Mein Plan sieht folgendes vor: Feste Handelsrouten durch eine Veranlassung der Könige von den Handelszentrums der Provinzen nach Korayn. Von dort wird eine gepflasterte Handelsstraße quer durch Fenneck, Kart und Nea in die gut ausgebaute Hafenstadt Fel in eurem Fürstentum Firent führen, die ihren schon bestehenden Handelsverbindungen nach Pretannica dadurch noch weiter ausbauen kann. Fel würde dadurch zur wohl wichtigsten Handelsstadt auf der Östlichen Seite von Malazien werden und in einigen Jahren Laigen als Provinzhauptstadt ersetzen.
Korayn besitzt mehrere Qualifikationen als Anlaufpunkt aus dem Westen. Es ist die größte Stadt an der Westlichen Küste, hat weit ausgebaute Hafenanlagen die ich innerhalb der letzten Jahre noch erweitert habe und einen Ausweichhafen mit Yanas. Desweiteren ist die Nähe zu Teygul, der wichtigsten Stadt im Osten von Vincaster, ein weiterer wichtiger Punkt."

Avinash blickt kurz hinüber zur Fürstin um zu sehen, was sie bisher von seinem Vorschlag hält, um danach fort zu fahren.

Cara d'Anjalia 08.10.2009, 19:29

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Oh Mist, Kontinuitätsfehler meinerseits… Schlechtes Foreshadowing für anderen Plan da oben. Tut mir Leid!

"Zunächst noch eine Anmerkung zum Staatshaushalt. Solange sich besagte Schuldscheine in solchen Maßen halten, dass sie als gewöhnliche Staatsausgaben getarnt werden können, werden sie sich wohl bald abarbeiten. Ansonsten bitte ich Euch um konkrete Angaben, falls Ihr darüber so glänzend informiert seid, um der Sache den Ruf einer Nachrede zu nehmen. Doch fürs Erste genug davon.
Euer Vorschlag klingt soweit nach einem vernünftigen Unterfangen. Ein Ausbau des Handelnetzes ist in der Tat wünschenswert und würde allen zugute kommen, und die in Eure Planung einbezogenen Städte scheinen tatsächlich für ein Dasein als Handelszentren prädestiniert. Dennoch seid Ihr Euch sicherlich der Tatsache bewusst, dass Firent von den aktuellen Handelsverbindungen über Valya und Tirnos beziehungsweise Fel und Viata-"
 – Cara steht auf, um die Routen Pretannica-Valya-Tirnos-Pylas-Logis und Pretannica-Fel-Viata-Teygul leichter auf der Karte andeuten zu können -

»durchaus profitiert – möglicherweise mehr, als es das von der von Euch geplanten neuen Route würde. Aber mir ist wohl bewusst, dass Ihr mit Eurer Präsentation noch nicht fertig seid, und Ihr habt sicherlich einige weitere Argumente auf Lager, die mich dennoch von Eurem Unterfangen überzeugen werden, also fahrt bitte fort.«
Während ihrer letzten Worte hat sich Cara wieder hinter ihren Schreibtisch gesetzt und blickt den Herzog nun erwartungsvoll lächelnd an.

Avinash Volmar 08.10.2009, 21:00

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»Ich werde Euch eine Liste mit meinen Informationen über dieses Vergehen und ihrer Urheber zukommen lassen, Fürstin d'Anjalia.«

Der Herzog nickt ihr kurz zu um ihr zu zeigen, dass das Thema für ihn abgeschlossen sei, dann wendet er sich wieder der Karte zu. Mit ihrem Einwand hat Avinash durchaus gerechnet.

"Sicher profitiert Firent von diesen Verbindungen, doch wurden diese niemals mit der großen Handelsstraße verbunden und ausgelastet. Der Handel könnte um ein vielfaches gesteigert werden, wenn diese Strecken genügend gefestigt wären. Einzig die Strecke Fel-Tirnos kann man als ausreichend ausgebaut und ausgenützt betrachten. Wenn Ihr diese Verbindungen erweitern wollt, habe ich natürlich nichts dagegen, aber es wird Jahre dauern, und der halbe Verkehr wird quer durch Malaz führen… Gebiete die nur zu leicht von Gesetzlosen aufgelauert werden können.
Korayn-Fel dagegen ist die kürzeste Verbindung zwischen dem westlichen und dem östlichen Malaz. Dazu gehört, dass bereits zahllose Vorbereitungen bereits abgeschlossen wurden. Ich habe meinen Kommandanten Veldrin mit seinen Männern das weitgehende Gebiet dieser Handelsstrecke von diesem Gesindel säubern lassen. Weiters ist eine kleine Flotte die ich bauen ließ in diesem Moment auf hoher See unterwegs und sichert die Seewege.
Natürlich sind dies nur Kleinigkeiten. Ich verspreche mir mehr durch mein Abkommen mit Manys Taklon, den König von Pisar."

Wieder lässt Avinash seine Worte ein paar Sekunden wirken.

"Wie Ihr wisst ist Pisar einmal abgesehen von seinen eigenen Handelsgütern der Drehpunkt für die Waren aus Arldroy und Estoria. König Taklon hat mir eine feste, mit Kriegsschiffen gesicherte Handelsroute nach Korayn zugesichert. Handelskonvoi für Handelskonvoi wird organisiert werden. Damit steht fest, dass ein Großteil der Waren aus diesen Provinzen nach Korayn kommt. Ein ähnliches Abkommen schließe ich zur Zeit mit der neuen Königin von Vincaster ab, die schon ein früheres meiner Projekte unterstützt hat.
Die Strecke nach Fel habe ich zu zwei Drittel in Malaz bereits pflastern lassen. Es wurden mehrere Handelsstationen errichtet wo frische Pferde und Verpflegung auf die Händler warten. Garnisonen sind im Aufbau. … Ihr seht, ich habe gute Vorarbeit geleistet. Alles was Ihr für unseren gemeinsamen Handel tun müsst, ist mir mit einer Straße entgegen zu kommen."

Cara d'Anjalia 11.10.2009, 15:53

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Sorry für Wartezeit, hatte die letzten Tage unerwartet viel zu tun…

"Ich kann nicht leugnen, dass ich von Eurer Vorarbeit beeindruckt bin, Herzog Volmar.
Ich bitte Euch allerdings, zu bedenken, dass die Strecke Tirnos-Valya noch einmal kürzer ist als Korayn-Fel; alternativ zu der von euch angestreben Route gäbe es auch die Möglichkeit, den Hafen von Varonit und die Straße von Tallan nach Varonit auszubauen, was eine schnelle Seeverbindung nach Tirnos garantieren würde. Ich bin mir sicher, dass der König von Pisar dieser Variante prinzipiell durchaus nicht abgeneigt wäre. Doch mir ist selbstverständlich bewusst, dass ein solcher Vorschlag ein grober diplomatischer Affront gegen Eure Persönlichkeit wäre; betrachtet meine Worte diesbezüglich also bitte als schlichte Gedankenspielerei. Euer Vorhaben scheint mir insgesamt durchaus unterstützenswert.
Allerdings gibt es bei dem Szenario einen nicht zu vernachlässigenden Nachteil für Firent.
Momentan werden hauptsächlich firentische Häfen angesteuert – sollte sich der Handel auf Korayn verlagern, ginge mir ein beträchtlicher Gewinn verloren, von dem dafür Ihr profitieren würdet."

Cara atmet tief ein und fährt dann fort:

»Ich bin vielleicht unerfahren, Herzog Volmar, aber nicht dumm. Ein sicherer Seeweg nach Korayn ist ein sehr großer Anreiz, diesen Hafen auch anzulaufen, das ist wahr. Nehmen wir jedoch einmal an, ich wäre nicht bereit, die Strecke nach Fel auszubauen. Welcher Händler würde die ganzen Waren nach Korayn bringen, wenn er dann von dort aus nur bis nach Fennek kommt und ab Kart die Waren auf schlechten Wegen nach Fel bringen muss? Wer dank des geschützten Seewegs diese Route wählt, wird auch ohne einen Straßenausbau meinerseits nach Fel reisen, und von diesem Handelsverkehr würde ich ohne jeglichen Aufwand meinerseits mitprofitieren. Jene, die wegen der nicht vorhandenen Straße nicht diesen Weg nehmen wollen, werden allerdings trotz des hervorragenden Schutzes nicht in Korayn anlanden und dann einen nicht zu verachtenden Umweg in Kauf nehmen, sondern lieber weiterhin firentische Häfen ansteuern. Von beiden Sorten Händler würde Firent noch profitieren – vielleicht nicht ganz in dem Maß, in dem es das heute tut. Doch der Punkt ist, dass dieser Profit nicht geringer ausfallen würde als der, den ich nach Ausbau der Strecke Kart-Fel hätte, wenn firentische Häfen nur noch in Ausnahmefällen angesteuert werden würden und sich der Handelsverkehr auf Korayn verlagert.«

Cara macht eine kurze Pause, um das Gesagte zu unterstreichen. Als sie mit langsamerer Stimme fortfährt, blickt sie dem Herzog fest in die Augen.

»Dieser Verlust ließe sich allerdings durchaus ausgleichen, wenn das Gebiet um Eyetazen wieder Firent zugeführt werden würde.«

Avinash Volmar 11.10.2009, 17:59

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Der Herzog hört sich ruhig die Argumente der Fürstin an und streicht sich Gedankenverloren über sein Kinn. Seine Mimik verrät weder Freundlichkeit noch argwohn.

"Sicherlich könntet Ihr auch selbst eine neue Wegverbindung in Auftrag geben, und so den fahrenden Händlern ein paar Kilometer sparen. Allerdings würde dies eine langwierige Investition von Geld und vor allem Zeit voraussetzen um den Straßenbau, den Ausbau der Hafenanlagen und der restlichen Infrastruktur. Die Strecke Fel-Korayn dagegen wäre um einiges leichter fertig zu stellen, denn mehr wäre nicht zu tun. Ich würde euch sogar einige meiner jetzigen erfahrenen Straßenbaumeister überlassen, damit die Arbeit schneller voran kommt.
Sicherlich werden die Nord-Westlichen Häfen von Firent in den ersten Jahren einige Einbußen erfahren. Das will ich auch gar nicht beschönigen. Allerdings wird dies durch die Einnahmen in Fel mehr als wieder Wett gemacht. Ich habe hier einige Bücher mit Berechnungen mitgebracht die ich euch gerne überlasse. Sie bestätigen, dass durch die geplanten Handelsrouten der Warenverkehr sich in den nächsten Jahren mehr als Verdoppeln wird."

Avinash holt aus seiner Tasche einige dicke beschriebene Bücher mit Statistiken und Hochrechnungen heraus. Er bemerkt gegenüber der Fürstin nicht, dass diese Schriften von ihrem Bruder vielleicht schon kopiert wurden und legt diese auf ihrem Arbeitstisch ab.

"Kommen wir zu Eurem Gedankenspiel Fürstin, mit der unfertigen Verbindung Fel-Korayn. Wenn Ihr diese Strecke nicht ausbaut, wird Korayn weniger von der Durchfahrt der Waren profitieren. Statt dessen würde Korayn mehr ein Umschlagplatz werden. Einige Händler würden sich der sicheren Handelsroute anschließen und dann entweder ihre Waren in Korayn weiterverkaufen oder von dort aus Richtung Tirnos oder Ponnea weiter segeln. Denn die Handelsroute aus Pisar und Vincaster steht und kaum jemand wird diesem Angebot eines günstige, sicheren Transport seiner Waren widerstehen können. Dabei ist es dann fraglich, ob die Händler noch einmal einige hundert Seemeilen und Kilometer zu Land auf sich nehmen, nur um ein paar Kilometer schlechte Straße nicht ertragen zu müssen.
Auf die eine oder andere Weise würde Korayn profitieren, wobei mir eine Zusammenarbeit unserer beiden Herrschaftsgebiete besser gefallen würde, da davon wirklich alle profitieren würden.

Bezüglich Eyetazen muss ich Euch eine klare Absage erteilen. Diese Stadt, sein Land und all seine Bewohner bleibt im Besitz des Herzogtums. So wie es sein soll."

Der Herzog blickt die Fürstin ernst an um jedes Missverständnis im Vorhinein aus zu schließen. Niemals wird er seine Leute verschachern.

"Was euren Vorschlag bezüglich Varonit angeht, werde ich ihn mit Freuden in euren Namen an König Taklon weiter leiten. Ich bin mir sicher, er wird diesen vollstens unterstützen.
Wenn Ihr mir aber immer noch Misstrauen solltet, Fürstin d'Anjalia, werde ich ein Treffen zwischen euch und den König von Pisar vermitteln, damit Ihr ihm eure Idee selbst vortragen könnt.
Die Bücher hier, überlasse ich euch gerne zur Überprüfung, denn solch ein Projekt will gut überlegt sein."

Morikles 1.0 Fabian Müller, 2005—2017.
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