Kaiserreich
Drachenstein

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Grifftens Taverne

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Periston d'Angilo 28.05.2009, 00:04

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»Besten Dank.«

Flötet Periston und gibt das Geld für die ausgegeben Runde auf den Theken. Langsam wendet er sich den Gästen zu. Er nimmt seinen Hut ab und sein nach oben stehendes kurzes Haar wird offenbart. Sein Auftreten wird Stück um Stück volksnaher, auch wenn seine aristokratischen Züge bleiben. Die meisten Anwesenden sind einfaches Volk. Deshalb muss auch auf ihr Niveau gesungen und gespielt werden. Einen Augenblick später zieht er die Handschuhe aus und lässt seinen Hut auf den Finger kreisen. Zuerst lässt er den Hut nur innen bei der Einbuchtung kreisen, doch schon wirbelt er ihn mit der Fingerspitze als Mittelpunkt um die eigene Achse. Eine dickere Krempe macht es möglich. Mit einer kleinen Bewegung schleudert er den Hut zum Kleiderständer wo dieser sogleich seinen Platz findet.
Einige Gäste schmunzeln und warten nun darauf, was noch kommt.
Der Barde packt seine Tasche und befreit seine Laute von der schützenden Verpackung. Während er noch eine letzte Stimmung vornimmt und die Kellner das ausgegebene Freibier austeilen, stellt er sich noch einmal vor.

"Meine Damen und Herren. Ich bin Periston d'Angilo und habe heute hier in Grifftens Taverne das Vergnügen für Sie zu spielen und zu singen. Als kleines Begrüßungsgeschenk von mir, gebe ich Ihnen allen einen aus. Lassen wir den Tag voll Schuften mit einem kühlen Bier abklingen. Wenn Sie es wünschen , werde ich heute noch den ganzen Abend spielen, so dass erst die Vögel am Morgen mein Spiel mit ihrem eigenen unterbrechen werden.
So trinke ich einen mit ihnen, auf die späte Abendstund, und den nächsten Morgen.

Nach dem Tost und einen Schluck Bier setzt der Barde zum Gesang an. Das erste Lied ist ein bekanntes, einheimisches Volkslied. Dies sollte die Stimmung weiter lockern für das zweite Lied. Periston legt viel Energie in den Gesang und lässt seine volle Stimme wirken während er an der Laute spielt.

Ich habe leider nicht gesehen, wo das Gasthaus steht. Doch man kann sich ein Lied denken das einen Titel trägt wie z.b.: »Weiße Segel von Pretannica«

Liegt in Pelata.

Der Wirt hört, immer noch misstrauisch zu, und poliert die Theke.

Periston d'Angilo 31.05.2009, 21:20

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Nach dem ersten Lied geht der Barde durch die Reihen der Gäste. In den Händen hält er weiterhin die Laute auf der er eine Zwischenmelodie spielt um einen besseren Übergang zu haben für sein nächstes Lied. Er geht zu den Gästen und neckt diese mit nicht ernst gemeinten Beleidigungen und Scherzen. Periston hat einen Blick dafür, wie weit er gehen kann bei seinen einzelnen »Opfern«. Langsam erheitert sich die Runde und Periston beschließt nun ein selbst erarbeitetes Lied zu versuchen.

Kommt her zu mir, Kind, Frau und Mann
ich erzähl euch die Geschicht von Pete-ohne-Zahn.
Von seinem Tollpatsch und sein Missgeschick,
das ihm zuletzt fast brach sein Genick.

Einst war der Pete in ganz Pelata bekannt,
für sein strahlendes Lächeln, nicht für seinen Verstand.
Die Frauen erröteten, ihnen wurde ganz warm,
wenn Pete ihnen lächelt entgegen kam.

Eines Tages, das weiß man heut ganz genau,
zeigte er sein Lächeln der falschen Frau.
Im Wirtshaus ging er zu ihr, der lüsterne Pete,
doch leider, die Frau war die Gattin vom Schmied.

Der Schmied rief »Du Lump« und packt ihm am Kragen
mit der bloßen Faust versucht ihm die Zähn auszuschlagen.
Doch unser Pete, sich flugs entwinden kann,
die Schmiedfaust trifft dafür nen anderen Mann.

Der Mann war ein Räuber, aber es wird noch schlimmer,
jeder von uns weiß, dieses Pack kommt allein nimmer.
seine Kumpanen eilten und standen ihm bei,
schon war im Wirtshaus der Frieden vorbei.

Es flogen die Stühle es zerbarsten die Fässer,
es schlugen Leute sich tot, stachen mit Messer,
doch unser Pete dem, wer hätt es geahnt,
passierte nichts, er die Schlägerei überstand.

So war er froh übers Glück und konnt es nicht fassen,
zur Tür er sich wendet um das Haus zu verlassen,
eine Pfütze voll Bier, durch sie kommt es zum Flug
er sich beim Aufprall sich sämtliche Zähne ausschlug.

Darum genießt weil ihr könnt, die Speis und den Trank,
und sendet den Göttern euren herzlichsten Dank,
Gesundheit und Schönheit dem ist jeder zugetan,
doch schnell ists vorbei wie bei Pete ohne Zahn.

Die Menge klatscht. Zwar ist so einigen der etwas holprige Vers nicht entgangen, aber die schadenfrohe Wendung am Schluss überwiegt diesen Kratzer am Lack. Einer ruft hinein: »Singt was säuisches!« und die Menge johlt auf.

Periston d'Angilo 04.06.2009, 01:09

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Nachdem zwei Tage lang nichts weiter kam, wollte ich alles an einem Abend fertig machen… Quantität vor Qualität.

Der Spielmann deutet eine leichte Verbeugung an und während er zwei Saiten abwechselnd zupft um einen abwartenden Rhythmus zu schaffen. Er dreht sich schräg zum Wirten hin um diesen an die Abmachung zu erinnern die sie getroffen haben, wenn die Ansässigen nach dem zweiten Lied mehr hören wollen und sieht ihn erwartungsvoll an.

Kein Problem.

Der Wirt nickt – er wird sich an seinen Teil der Abmachung halten.

Periston d'Angilo 21.08.2009, 19:25

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Periston beginnt fröhlich auf seiner Laute zu spielen. Seine Finger fliegen geradezu über die Seiten. Es soll Stimmung aufkommen in diesem alten Gasthaus. Um diese Stimmung auch zu garantieren, wirbelt der Barde gelegentlich um die eigene Achse, beugt sich zu den Gästen hin um das Lied ihnen persönlich nahe zu bringen, als erzähle er es jedem einzelnen.

Ich sitz in der Taverne trüb, um meinen Schlund zu taufen
Das Geld das mir noch übrig blieb, das will ich heut versaufen
Der Teufel hol's, was liegt daran, und der Graf, der sieht mich freundlich an.

Der Graf der ist ein reicher Mann. Viel Gold nennt er sein Eigen
Und was die Gräfin nächtens kann, das will ich nicht verschweigen
Ich fang mit ihr zu äugeln an, und der Graf, der sieht mich freundlich an

Er kennt mich von manch Gelage her, von dorther kennt auch sie mich
Man läd mich ein, mein Glas ist leer. Prost Prost, in Wonne schwimm ich
Weil ich mit der Gräfin füßeln kann, und der Graf, der sieht mich freundlich an

Ich bin sehr bald auf Du und Du mit allen beiden Teilen
Mit der Gräfin bin ich's immerzu, mit den Grafen nur zuweilen
Sie sagt, ich sei ein schöner Mann, und der Graf, der sieht mich freundlich an

Der Graf bezahlt, der Spaß ist aus. Sie spricht mit leisem Munde:
»Besuche mich bei mir zuhaus heut Nacht zur zweiten Stunde«
Ich helf ihr in den Umhang dann, und der Graf, der sieht mich freundlich an.

Es wohnt die Gräfin hoch tiptop, wie meistens solche Damen
Und der Grafen dicker Wasserkopp hängt an der Wand im Rahmen
Ich tue was ich tuen kann, und der Graf, der sieht mich freundlich an.

Beim vorletzen Vers nickt der Barde auf das Gemälde von König Baudouin de Gastinois das über der Theke hängt, und in diesem Fall herhalten muss für das Bildnis des Grafen im Schlafzimmer der Gräfin. Überhaupt ist für die meisten Leute Adel gleich Adel.

Original: Musik & Text: C. Hickstein (nach R. Bernauer, 1901)
Aus »Die Streuner – Fürsten in Lumpen und Loden«

Ich habe zwar das Thema und den Inhalt für ein Lied erdacht, doch gelingt es mir einfach nicht es einigermaßen gelungen hin zu schreiben. Von der mangelnden Zeit erst gar nicht zu schweigen. Deshalb habe ich fürs erste den Text eines Liedes genommen, welches ein ähnliches Thema aufwirft und mir ganz gut gefällt.
Der Ehrlichkeit halber habe ich den echten Verfasser natürlich hier vermerkt.

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